Kontrollausschuss interessiert sich für RB-Spiel in Düsseldorf

(gs/LVZ) Für die Begleiterscheinungen der Partie Fortuna Düsseldorf gegen RB Leipzig (2:2) interessiert sich jetzt auch der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Übertragen aufs wahre Leben ist der Kontrollausschuss die Staatsanwaltschaft. Die muss bei hinreichendem Tatverdacht und nach Anzeigen von Amts wegen ermitteln. Eine Anzeige seitens RB liegt nicht vor, der DFB wurde demnach selbst aktiv. Die DFB-Pressestelle gegenüber der LVZ: „Der DFB-Kontrollausschuss wird Fortuna Düsseldorf anschreiben und zu einer zeitnahen Stellungnahme auffordern.“

DFB Federal Court

Beim Zweitligaspiel hatte Fortunas Stadion-DJ „Opa“ ein reges Eigenleben geführt und seine Ablehnung gegen RB mit „Money, Money, Money“ (Abba), „Kauf mich“ (Tote Hosen) und Chopins „Trauermarsch“ via Stadion-Beschallung öffentlich gemacht. Der Düsseldorfer Vorstandsvorsitzende Dirk Kall fand die beiden ersten Nummern charmant und witzig, stieß sich aber am Trauermarsch. Kall gegenüber RB-Online: „Es steht uns nicht zu, über andere Vereine zu urteilen.“ Und: „Wir werden da keinen Riesen-Elefanten draus machen, Opa genießt unser Vertrauen. Ich nehme ihm seine Platten bestimmt nicht weg.“
Gut möglich, dass Kall das Heft des Handelns vom DFB entrissen wird. Die Schmähungen gegenüber den Rasenballern korrespondieren nur mit viel Fantasie mit dem vom DFB geforderten Fair-Play-Gedanken und der Rechts- und Verfahrensordnung. Überdies stellt sich die Frage, inwieweit genehmigte Fan-Banner „RB Leipzig – Untergang des Fußballs“ und „Bullen sind scheiße – das Problem ist das System“ den Tatbestand der Unsportlichkeit erfüllen.
Möglich ist auch, dass sich der DFB für Wegwerf-Feuerzeuge interessiert. Insbesondere bei Leipziger Eckbällen hatten diverse Fortuna-Fans plötzlich keine Verwendung mehr für ihre Feuerzeuge und ließen die Teile den RB-Fußballern zukommen. Im Flug. Obwohl kein einziger Stammspieler der Roten Bullen quarzt.
Falls der Fall vor einem Sportgericht landet, wäre das kein Novum. Im Mai 2013 hatte der 5:4-Sieg der Rasenballer in Jena sportgerichtliche Nachwehen. Hatte nichts zu tun mit der RB-Abwehr, die im Ernst-Abbe-Sportfeld einem Scheunentor glich. Das Sportgericht untersuchte, ob sich der Carl-Zeiss-Anhang unsportlich verhalten hat.
Den RB-Anhängern war es in Jena verboten worden, vom Innenraum aus ihre Banner an den Zaun zu hängen. Der Jenaer Ordnungsdienst übernahm das, hängte aber auch Fähnchen aus Jena-Produktion in den Wind. Aufschrift: „Matenschiss“ in Anlehnung an Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Und: „Doch selbst nach tausend Siegen, Charakter werden wir nie kriegen“.
In Jena fand man die Nummer gelungen. Der Stadionsprecher des Clubs postete sein Glück via Facebook in die Welt hinaus: „Sehr große Aktion. Banner wurde am Gästeblock aufgehängt. Teilt mal schön, damit ganz Deutschland über die roten Blödmänner lachen kann. Jeder Verein bekommt die Fans, die er verdient.“ Carl Zeiss bekam vom Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes eine Geldstrafe aufgebrummt.
Heute, 14 Uhr, wird nach zwei RB-Sabbat-Tagen wieder trainiert. Das Gros der Rasenballer entspannte auf dem Münchner Oktoberfest, Cheftrainer Alexander Zorniger weilte bei der Familie im Schwabenland. RB-Sprinter Yussuf Poulsen wird großartig gelaunt sein. Der 20-jährige Stürmer wurde für die A-Nationalmannschaft der Dänen nominiert, steht bei den Quali-Spielen gegen Albanien (11. Oktober) und Portugal (14. Oktober) im Kader von Coach Morten Olsen. Yussuf: „Ich bin glücklich, ein Traum geht in Erfüllung.“

Von: Guido Schäfer (Leipziger Volks Zeitung)

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