Lange Sperre nach Gewalt gegen den Schiedsrichter

In einem Spiel der C-Klasse, kam es in der 65. Spielminute zu folgenden Vorkommnissen.

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Von Reiner Kuhn [IG Schiedsrichter]

Nach einer Flanke von Mannschaft A in den gegnerischen Strafraum will der Torwart den Ball fangen, stolpert dabei über seine eigenen Füße und fällt hin, sprich er kann den Ball nicht erreichen, ein anderer Spieler von Mannschaft A köpft den Ball auf das Tor, wo ein Abwehrspieler den Ball mit der Hand fängt. Vorher rief er noch laut: “Schiri Torwartwechsel”.

Der Schiedsrichter pfeift daraufhin Strafstoß und stellt den Abwehrspieler mit der Roten Karte vom Platz. Dieser kommt wutentbrannt auf Ihn zu und schreit “Du bist doch nicht nur taub, sondern auch noch blind Du Wichser” und erwidert das vor dem Handspiel ein Foul am Torwart vorlag und er ja zudem Torwart gewesen sei und den Ball aufnehmen hätte dürfen, sagte der Abwehrspieler.

Als der Schiedsrichter mit Erklärungen nicht weiterkam, rief er den Kapitän von Mannschaft B hinzu um den Spieler vom Platz entfernen zu lassen. Dieser versuchte den Schiedsrichter mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, der Schiedsrichter konnte jedoch leicht ausweichen und wurde daher nur am Ohr getroffen. Nachdem auch dieser Spieler die Rote Karte erhielt, brach der Schiedsrichter das Spiel ab.

In der Folge kam es zur Entscheidung durch den Staffelleiter.

Diese sperrte sowohl den Abwehrspieler wegen Beleidigung und den Spielführer wegen eines eines unsportlichen Verhaltens zu je zwei Spielen. Gegen diese Entscheidung ging der Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss vor das Sportgericht in Berufung.

Das vorgenannte Urteil des Staffelleiters wurde aufgehoben und der Abwehrspieler wegen mehrfach grob unsportlichen Verhaltens sowie Beleidigung und Bedrohung des Schiedsrichters zu einer Spielsperre von 20 Spielen, mind. jedoch bis 31.10.2015.

Der Mannschaftsführer wurde wegen grob unsportlichen Verhaltens (Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter) vorgesperrt. Das weitere Verfahren hierzu wurde abgetrennt, da die Spruchkammer nur Sperren von max. 18 Monaten aussprechen kann. Zuständigkeitshalber wird das Verfahren an die zuständige Verbandsspruchkammer abgegeben.

Der Verein der beiden Spieler erhält wegen mangelnder Platzdisziplin in Verbindung mangelnden Schutz des Schiedsrichter eine Geldstrafe von 1.500,00 € und trägt die Kosten des Verfahrens.

Die durch den Staffelleiter ausgesprochenen Spielsperren wurden durch die Spruchkammer ausdrücklich gerügt.

Die Verfahrensakte wird nach rechtskraft und auf Antrag des Schiedsrichters der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Verfügung gestellt.

[IG Schiedsrichter liegen nähere Informationen dazu vor. Diese dürfen jedoch nicht weiter veröffentlicht werden]

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