Warum Lewandowski weiterspielen durfte?

Er war der große Pechvogel des Dienstagabends. Robert Lewandowski. Erst genialer Torschütze gegen Dortmund zum 1:0, doch dann traf der Pole zunächst nur die Latte (55.), und schließlich gab es diesen Knock-out in der 116. Minute. Elfmeter gab es keinen. Doch was da noch keiner wusste: Lewandowski zog sich einen Oberkiefer- und Jochbeinbruch zu sowie eine Gehirnerschütterung. Eine Szene, die für die Zukunft Fragen aufwirft.

Wer sich die Bilder aus der Verlängerung und die Wucht des Zusammenpralls anschaut, zuckt zusammen. Doch wie konnte es sein, dass der Pole überhaupt noch mal aufs Feld zurückkehrte? Unverantwortlich. Sicher, die Bayern hatten bereits dreimal gewechselt, doch nachdem der Pole wieder auf dem Platz war, hatte er für jeden sichtbar große Probleme, war nicht mehr in der Lage, zu sprinten, zu köpfen, geschweige denn Fußball zu spielen. Sein Berater Cezary Kucharsky twitterte noch in der Nacht, dass sich sein Schützling an die letzten Minuten des Spiels nicht erinnern könne.

Auf dem Feld hatte Lewandowski zuvor immer wieder die Hände auf den Knien abgestützt, in der 124. Minute, kurz vor dem Abpfiff signalisierte er dann auch der Bank, dass es nicht gehe. Nach dem Fall von Christoph Kramer, der im WM-Finale gegen Argentinien kurzzeitig mit einer Gehirnerschütterung weiterspielte, wollten die großen Verbände eigentlich solche Fälle in der Zukunft aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos verhindern. Die UEFA beschloss im vergangenen September, dass es zukünftig in den europäischen Wettbewerben bei dem Verdacht auf Gehirnerschütterung eine bis zu drei Minuten lange Unterbrechung geben soll. In dieser Pause kann der vermeintlich Verletzte vom Mannschaftsarzt untersucht werden, der dann dem Schiedsrichter grünes Licht gibt, ob der Spieler in der Lage ist weiterzuspielen.

Auch die FIFA befürwortet diese Vorgehensweise. Doch am Dienstag ging in der Hektik der Verlängerung irgend etwas schief. Lewandowski kehrte zwar exakt nach drei Minuten auf das Feld zurück, nachdem ihn der Münchner Mannschaftsarzt untersucht hatte, aber auch, wenn der Pole nur noch fünf Minuten auf dem Feld war: Er hätte nicht weiterspielen dürfen. Alle Fußballfans können froh sein, dass sich Lewandowski in den letzten Minuten nicht noch schlimmer verletzte.

Nun besteht sogar noch die Hoffnung, dass der Bayern-Stürmer mit Maske in Barcelona aufläuft und sein Team unterstützen kann. Den Mann haut also so schnell nichts um, doch für den DFB ist es vielleicht der Anlass zu überprüfen, wie solche Fälle in Zukunft vermieden werden können.

Lewandowski stand vor der Szene mit Langerak übrigens im Abseits. Sollte man bedenken, bevor man einen Elfmeter fordert.

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