Mit den Augen des Falken ins Pokalfinale

Nie wieder Phantom-Tor: Warum genau der richtige Unparteiische angesetzt ist?

Um 20 Uhr pfeift der 39-jährige Jurist vom SV Am Hart München das Pokalfinale zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg an. Millionen Zuschauer in und außerhalb Deutschlands werden die Partie anschauen. Als wenn das nicht schon Druck genug wäre, nein: Am morgigen Sonnabend wird im Olympiastadion das erste Mal die neue Torlinientechnik („Hawk-Eye“, zu deutsch „Falkenauge“) eingesetzt. Alle Welt wird schauen, ob das alles auch vernünftig funktioniert.

Und nicht nur das: Als Stefan Kießling am 18. Oktober 2013 in der Partie der TSG 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen das Leder von außen durch ein Loch im Tornetz einköpft, da hieß der Schiedsrichter, ja: Felix Brych.

Solche Geschichten kann nur der Fußball schreiben: Es ist nur zu gerecht, dass Deutschlands Top-Referee, der im vergangenen Jahr das Europa-League-Endspiel zwischen dem FC Sevilla und Benfica Lissabon in Turin leitete und bei der WM in Brasilien pfiff,  nun die neue Hawk-Eye-Technik einweihen darf. Mark Borsch und Stefan Lupp werden bei dieser Premiere im Olympiastadion die Schiedsrichter-Assistenten sein, als Vierter Offizieller wird Robert Hartmann fungieren.

So funktioniert das Hawk-Eye-System

Sportbegeisterte Zuschauer kennen das Hawk-Eye-System schon lange: Es wird unter anderem im Tennis eingesetzt. Verwendet werden zahlreiche Hochgeschwindigkeitskameras, die das Spielfeld in Tornähe aus verschiedenen Perspektiven aufnehmen. Aus den Bildern errechnet der Computer die genaue Position des Balles. Geht der Ball mit vollem Durchmesser zwischen Pfosten und Latte über die Torlinie, also ins Tor, erhält der Unparteiische ein akustisches und optisches Signal. Für die Zuschauer wird das Ganze anschließend als 3D-Animation dargestellt. Bei der WM in Brasilien wurde ein technisch ähnliches System eingesetzt.: GoalControl.

Solche Szenen sollen zukünftig der Vergangenheit angehören:

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