Kommentar zum Thema „Schiedsrichtermangel – ohne Schiedsrichter geht es nicht“

Von Julian Müller (Schiedsrichtergruppe Jura Süd)

Eigentlich jedes Wochenende geschehen in Deutschland tätliche Übergriffe auf Schiedsrichter. Und das auch schon bei den kleinen Juniorenmannschaften. Wir können froh sein, dass wir in unserer Umgebung ziemlich davon verschont bleiben. So können wir uns nur durch Berichte und der Reportage „Wenn der Schiedsrichter zum Freiwild wird“ ein Bild davon machen, wie schlimm das für die Unparteiische sein muss. Dabei kommen folgende Fragen auf:

Warum machen denn überhaupt noch welche Schiedsrichter? Wer tut sich das jede Woche freiwillig an? Wie kann das Amt des Schiedsrichters Spaß machen? Das Thema Schiedsrichter gerät wegen der Angriffe auf jene öfter in negative Schlagzeilen, als in positive. Genau aus diesem Grunde kämpft mittlerweile jede Schiedsrichtergruppe um die Gewinnung von neuen Schiedsrichtern. Die positive Seite des Schiedsrichterseins wird in der Presse eigentlich so gut wie nie erläutert. Als Schiedsrichter kann ich sagen, wie toll es ist, ein Mitglied einer großen Gemeinschaft zu sein. Wie erfreulich es ist, als Team Spiele zu leiten und danach noch gemeinsam am Spielort zu bleiben und das eine oder andere Getränk zu sich nehmen. Außerdem wird die eigene Persönlichkeit (z.B. Auftreten, Kritikfähigkeit, Selbstbewusstsein etc.) sehr gestärkt.

Ein bisschen Geld verdient man sich auch nebenbei und in Bewegung ist man auch immer. Klar wissen wir, dass diese positiven Dinge sehr oft von negativen Ereignissen (tätlichen Übergriffen) überschattet werden. Trotzdem muss ausdrücklich unterstrichen werden, dass zum Glück bei uns in der Umgebung in der letzten Zeit keine Vorfälle zu verzeichnen waren. Man muss die ganze Thematik so sehen: Wenn man immer nur die Gefahr im Blick hat, dann hat man keinen Blick mehr für das Gute an einer Sache. Wir bedauern sehr, wie wir jedes Wochenende vom Thema „Schiedsrichtermangel“ eingeholt werden: Unsere Einteiler verbringen Stunden um Schiedsrichter aufzutreiben. Stunden die vermeidbar wären, wenn z.B. manche Vereine für Schiedsrichter werben würden, anstatt die drohende Strafe wegen „zu weniger Schiedsrichter für den Verein“ zu zahlen oder wir Schiedsrichter ganz nach dem Motto „Schiedsrichter werben Schiedsrichter“ handeln würden.

Wenn wir alle – Schiedsrichter und Vereine – an einem Strang ziehen und persönlich Schiedsrichter werben, wird es in den nächsten Jahren möglich sein, einige neue Schiedsrichter wieder auszubilden. Mit der Werbung für unser Hobby muss sofort angefangen werden, denn wir sprechen hier von einem akuten Problem, dass von Zeit zu Zeit immer schlimmer wird.

In diesem Zuge wären wir euch sehr dankbar, wenn ihr für unseren Neulingslehrgang 2015 Werbung betreibt, denn in gut zwei Wochen (am 19. September) geht es schon los!

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