Auswertung strittiger Szenen:

Philipp Kranzbühler
Philipp Kranzbühler

Schiedsrichter haben es nicht leicht. Sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe oder verschiedene Kamera-Einstellungen. Wir nehmen einige Szenen vom Wochenende noch einmal unter die Lupe. Diesmal schaute sich Schiedsrichter Philipp Kranzbühler aus Solingen sie sich noch einmal genau an und bewertete die Leistung seiner Kollegen.

 

Kurz nach Wiederanpfiff Wehen im Angriff. Fennell blockt eine Eingabe mit der Hand im Strafraum. Schiedsrichter Henry Müller (Cottbus) entschied auf weiterspielen.

Strafstoß. Im Hinblick auf die sehr kurze Distanz zwischen Verteidiger und Ball könnte man in Richtung „unabsichtliches Handspiel“ tendieren. Allerdings ist die Bewegung der Hand zum Ball eindeutig gegeben und erkennbar, weshalb dieses Spiel mit der Hand als absichtlich zu bewerten ist und daraus resultierend ein Strafstoß hätte verhängt werden müssen. Eine Verwarnung wäre zudem möglich gewesen, da durch das Handspiel verhindert wurde, dass der Ball durch die Flanke möglicherweise einen Mitspieler des Passgebers im Strafraum erreicht. Hier lag eine Fehlentschdung des Schiedsrichters vor.

Nach einem Zuspiel von Reimerink startete Okyere Wriedt auf links durch, lief alleine auf Johannes Brinkies zu und ließ dem Zwickau­-Keeper keine Chance. Die Fahne von Assistent Philipp Hüwe (Coesfald) blieb unten sodass Referee Bastian Börner (Dortmund) das Tor anerkannte.

Tendenziell kein Abseits. Im Hinblick auf das Wort „tendenziell“ ist die schräge Kameraperspektive zu beachten, welche es nicht möglich macht, die Abseitslinie aus Sicht des Schiedsrichter-Assistenten zu betrachten. Zum Zeitpunkt des Abspiels befindet sich der Angreifer eher auf Höhe des vorletzten Abwehrspielers, weshalb das anschließende Tor vermutlich korrekt ist.

Nachdem Anton Fink im Strafraum gefallen war, wartete er vergeblich auf den Elfmeterpfiff von Referee Pascal Müller (Löchgau).

Ein Halten des Verteidigers am Angreifer ist hier nicht erkennbar. Hinzukommt die Theatralik des Fallens des Verteidigers, welche die Entscheidung auf „Weiterspielen“ verstärkt. Diese Phrase bedeutet allerdings nicht, dass es für die Entscheidung maßgeblich ist, wie der Spieler fällt. Hier allerdings reicht der kurze Kontakt zwischen Verteidiger und Angreifer nicht für einen Strafstoß aus. Eine richtige Entscheidung des Schiedsrichters.

Und zum Schluß die strittige von den vier Szenen. Pascal Wolf schlägt einen Freistoß in den FSV-Strafraum wo Derchow den Ball verlängerte. Am Elfmeterpunkt klammert Marcel Appiah an Ronny König. Der FSV-Stürmer geht zu Boden. Hier blieb die Pfeife von Bastian Börner stumm.

In der Wiederholung ist deutlich der Haltegriff des Verteidigers erkennbar, welcher auch völlig ausreichend für einen Strafstoß ist. Eine persönliche Strafe in Form einer Verwarnung ist hier nicht erforderlich, da der Angreifer zum einen versucht, mit dem Rücken zum Tor zum Ball zu laufen, weshalb hier von einer aussichtsreichen Torchance nicht geredet werden kann, und zum anderen unwahrscheinlich ist, dass dieser ohne das Halten hätte in Ballbesitz gelangen können. Hier liegt eine Fehleinschätzung des Referees vor.

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