Vortrag mit Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich

Auf Einladung von Präsident Dibiasi Walter besuchte Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg am Samstag, als erster deutscher Schiedsrichter die Referees der deutschsprachigen Schiedsrichter auf Ihrer Weiterbildung im Restaurant im Sparerhof in Südtirol in der Nähe von Bozen/Südtirol. Vor rund 80 Förderkader-Schiedsrichter wurden die Regeländerungen mit Beispielvideos in einem kleinen Kreis zusammen diskutiert und besprochen.

Der offene, freundliche und bodenständige Referee gab Tipps, erzählte Anekdoten aus seiner Karriere und gab Einblicke, die er sonst nicht in der Öffentlichkeit publizieren würde. Das war für die Fördergruppen ein besonderer Moment in ihrer jungen Karriere.

Im Vortrag ging Patrick Ittrich zunächst auf die Entwicklung der Anforderungen eines Bundesligaschiedsrichters heutzutage im Gegensatz zu 1970 ein. Der Fußball ist viel schneller und technisch versierter und spielorientierter geworden. Deshalb sind die Anforderungen an einen Schiedsrichter vor allem im Bereich Fitness extrem gestiegen. Früher langte es im Spiel drei Kilometer zu laufen, heute sind es durchschnittlich zwölf Kilometer, die ein Schiedsrichter in der Bundesliga läuft. Dazu kommen die wirtschaftlichen Aspekte. In der Champions League werden beispielsweise dieses Jahr fast eine Milliarde Euro ausgespielt. Jeder Fehler des Schiedsrichters wird heutzutage von sehr vielen Kameras in den unterschiedlichsten Perspektiven aufgenommen. Früher gab es noch nicht die Fülle an Medien, die jedes Spiel bis ins Detail analysieren konnten.

Deshalb sucht man nach Hilfsmitteln, die dieser Entwicklung entgegenwirken. Beispiele wären das „Head-Set“, die Torrichter oder das „Hawk Eye“. Diese sollen den Schiedsrichter in seiner Entscheidungsfindung unterstützen. Zurzeit testet die UEFA und der DFB ein weiteres Hilfsmittel – den Videoschiedsrichter. Er kam bereits im Länderspiel Italien gegen Deutschland zum Einsatz und wird beim deutschen Fußball-Bund an jedem Bundesligaspieltag in Köln getestet.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen erklärte er den Referees viel über dass Leben als Bundesligaschiedsrichter und als Vierter Offizieler neben den Guardiolas’s, Streich’s, Tuchel’s und Lieberknecht’s die in Schiedsrichterkreisen als „Schwarzer Peter an der Seitenlinie“ angesehen werden. Ein besonders einprägbares Zitat des Hamburgers.

Als Schiedsrichter bist Du nicht Regelhüter sondern ein Thema für die Medien. (Patrick Ittrich)

Am Nachmittag erklärte Herr Ittrich den Tagesablauf eines Bundesligaschiedsrichters an einem Spieltag z.B Aufstehen 9:30 dann in aller Ruhe Früstücken und Ausruhen und relaxen. Um 12.00 Uhr trifft man sich zum gemeinsamen Mittagessen ehe man sich um 13.30 Uhr die Fahrt zum Stadion aufbricht. Im Stadion angekommen Platzbegehung und Kontrolle der Torlinientechnik, 14.30 Uhr aufwärmen, der Rückkehr um 15.15 Uhr Zurück in die Kabine um sich um 15.25 Uhr zum Start des gemeinsamen Einlaufens zu treffen. Alles ist präzise geplant.

Als Abschluss dieser Weiterbildung nahm er zu den Themen Videoschiedsrichter, Torlinientechnolgie,Torichter, Vierter Offizieler und über die Funktion mit dem Headset Stellung.

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