5:0 – HSV gewinnt Test gegen BU mit Videobeweis

Tobias Stieler

Der Hamburger SV hat im Rahmen der Länderspielpause ein internes Testspiel gegen Barmbek-Uhlenhorst absolviert. Gegen den Oberligisten erzielten Lasogga (3.), Müller (41.), Jatta (61.), Porath (66.) und Waldschmidt (82.) die Tore zum 5:0-Erfolg.

Der Hamburger SV hat am Donnerstagnachmittag sein nicht-öffentliches Testspiel im Rahmen der Länderspielpause gegen den Oberligisten Barmbek-Uhlenhorst mit 5:0 gewonnen. Trotz eines leeren Volksparkstadions wurde es dabei auch abseits des Platzes spannend. So nutzte die DFL die Begegnung für einen weiteren Testlauf zur Einführung des Videoschiedsrichters. Acht Kameras filmten das Spiel und stellten dem in Köln ansässigen Videoassisten Wolfgang Stark die Szenen live zur Verfügung. Dieser stand im stetigen Austausch mit Hauptschiedsrichter Tobias Stieler, der bis kurz vor Schluss bei allen Entscheidungen richtig lag.

Beinahe hätten der 47-jährige Cheftrainer und seine Schützlinge noch einen sechsten Treffern bejubeln können. Doch kurz vor Schluss schaltete sich dann doch noch entscheidend der Videobeweis ein. Angreifer Lasogga traf das Tor, wurde von Referee Tobias Stieler nach Absprache mit dem Videoschiedsrichter aber zurückgepfiffen. „Bei der Balleroberung von Vorlagengeber Müller lag ein klares Schubsen mit beiden Armen vor. Ich hatte bei dem Zweikampf vor allem die Füße betrachtet und dort nur gesehen, dass klar der Ball gespielt wurde“, erklärte Stieler im Anschluss an das Spiel. „Die Szene war ein perfektes Beispiel dafür, dass der Videobeweis uns Schiedsrichtern helfen kann. Darüber hinaus gab es einzelne Situationen, bei denen ich Rücksprache gehalten habe, aber richtig lag und die somit nicht zu Unterbrechungen geführt haben.

Bei strittigen Situationen hatte Wolfgang Stark dort die Möglichkeit, alle Bilder auszuwerten und das Ergebnis via Funk dem hiesigen Schiedsrichter Tobias Stieler durchzugeben. „Es wird sicher noch einige Anpassungen geben müssen, bis der Video-Schiri praktikabel ist“, so Gisdol, der die Neuerung dennoch nicht ablehnt sondern eher befürwortet. „In wichtigen Situationen sicherzugehen, keine gravierenden Fehler zu machen – das kann doch eigentlich nur gut sein.“

Videobeweis erfolgreich

In Minute 86 erhöhte Lasogga auf 6:0, nachdem Jatta es schaffte, aus drei Metern den Ball noch über das Tor zu schießen. Zumindest dachten das die Hamburger, dass es das 6:0 wäre, bis plötzlich ein Freistoß gegeben wurde. Der Videobeweis hatte vor Lasoggas Treffer ein Foulspiel beim Ballgewinn durch Nicolai Müller ergeben. Schiedsrichter Tobias Stieler dazu: „Ich hatte die Szene nicht hundertprozentig beurteilen können und bei Toren wird grundsätzlich noch einmal kontrolliert, ob alles korrekt war. In diesem Fall ergab die Videoanalyse, dass Müller beim Ballgewinn seinen Gegenspieler klar geschubst hat, mit beiden Armen. Daher Freistoß und kein Tor. Und auch wenn Lasogga den Videoschiri jetzt schon verteufelt, halte ich ihn für zeitgemäß und richtig“, so Stieler.

Und genau hier wird es aus meiner Sicht absehbare Stresssituationen geben. Denn so wie es auch Gisdol anmahnte, war es für uns auf der Tribüne nicht ersichtlich, weshalb das Tor plötzlich doch nicht galt. „Endgültige Auflösung wird es für die Zuschauer auf den Tribünen wie heute schon erst mit der Sportschau und den Bildern vom Spiel geben“, so Stieler, „aber für uns Schiedsrichter ist es auch heute schon so, dass alle Szenen im Nachhinein mit Videobildern aufzuklären sind. Insofern ist diese Hilfe nur zeitgemäß.“ Insgesamt fünf Situationen zuzüglicher der fünf Treffer wurden von Stark in Köln per Videos untersucht und bewertet.

Nur einmal wurde Stielers Entscheidung überstimmt – sehr zum Leidwesen Lasoggas. Und so blieb es beim 5:0-Sieg des HSV

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