Gräfe droht Sperre beim DFB

Manuel Gräfe

Der verbale Angriff auf Kollege Zwayer ist nicht der erste Fehltritt des Schiris.

Die große Keule holten die Schiedsrichterbosse des DFB noch nicht heraus. Schließlich musste Manuel Gräfe (43) am Sonntag noch Freiburg gegen Frankfurt pfeifen. Wäre ihm ein schwerer Fehler unterlaufen, hätte er ihn sonst auf Grund seiner physischen Verfassung dem DFB in die Schuhe schieben können – was angeblich dem naturell entspricht: Die Schuld suche Gräfe immer bei anderen, keine Spur von Selbstkritik, dafür maßlose Selbstüberschätzung, so die DFB-internen Vorwürfe.

Jetzt hat Gräfe den Bogen überspannt. In seinem Interview mit dem „Tagesspiegel“ attackierte er Herbert Fandel, den Chef des DFB-Schiedsrichterausschuss und DFB-Chefinstrukor Hellmut Krug, wirft ihnen -wie schon andere vor ihnen – Vetternwirtschaft vor, macht sie sogar für den Selbstmordversuch von Ex-Schiri Babak Rafat verantwortlich. Für die Schiribosse noch gravierender: Gräfe greift seinen Kollegen Zwayer an, der in den Hoyzer-Manipulationsskandal 2005 verwickelt war. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen geringer Schuld gegen Zahlung einer Geldauflage ein. Zwölf Jahre später ätzt Gräfe: „Wie kann so einer bis in die Spitze der deutschen Top-Schiedsrichter kommen?“

Wie Sport Bild erfuhr, droht Gräfe bei einer Aussprache die Suspendierung durch DFB-Schiriboss Lutz-Michael Fröhlich. Er sagt: „Es geht entschieden zu weit, wenn ein Schiedsrichter einen Kollegen und in dieser Form öffentlich kritisiert.“ Was erschwerend hinzukommt, Gräfe gilt intern als nicht teamfähiger Stinkstiefel. Schon vor drei Jahre wurde Gräfe vom damaligen DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock einbestellt, weil sich die Beschwerden häuften.

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