Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen

Auch am Wochenende standen die Schiedsrichter im Mittelpunkt. Sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe für strittige Szenen. Wir nehmen einige Entscheidungen vom Wochenende des 37. Spieltages der 3. Liga noch einmal unter die Lupe. 🔍

Preußen Münster 3:0 Sportfreunde Lotte (SR: Henry Müller, Cottbus)

Nach rund einer Stunde wurde es hektisch, kurz darauf gab es eine Rudelbildung, in deren Folge Sebastian Mai mit einer Roten Karte vom Platz gestellt wurde.

IG-Schiedsrichter:  Michele Rizzi muss hier eindeutig Rot bekommen. Hier geht er mit gestrecktem Bein und offener Sohle voraus und trifft seinen Gegner auch mit der offenen Sohle. Dadurch nahm er ganz klar die Verletzung seines Gegners in Kauf, weshalb er aufgrund eines groben Foulspiels hätte die Rote Karte sehen muss. Der Feldverweis für die Nr. 26 (Sebastian Mai) ist aufgrund einer Tätlichkeit (Ringereinlage) korrekt. Noch folgendes zur Abhandlung der Rudelbildung: Hier hätte einer der Assistenten zur Unterstützung einige Meter das Spielfeld betreten sollen, da so der Schiedsrichter auf sich alleingestellt ist. Korrekterweise greift dieser allerdings nicht in die Rudelbildung ein, sondern beobachtet diese aus sicherer Distanz, um so die fehlbaren Spieler und dessen Vergehen zu erkennen. Zu sehen ist außerdem, dass sich zum Zeitpunkt des anschließenden Aussprechens der persönlichen Strafen einige Spieler beim Schiedsrichter befinden. Diese hätte er am besten von der Stelle verweisen sollen, damit kein Raum für Diskussionen besteht und um desweiteren Missverständnisse zu vermeiden.

SC Paderborn 3:1 Wehen Wiesbaden (SR: Robert Kempter, Sauldorf)

Nach einer knappen halben Stunde sah Robin Krauße nach einem Foul an Torhüter Markus Kolke die Gelbe Karte.

IG-Schiedsrichter:  Die Gelbe  Karte wegen des Foulspiels gegen den Torwart geht in Ordnung. Krauße springt zwar hier auch mit gestrecktem Bein und offener Sohle in ihn, trifft aber den Torhüter allerdings nur streifend/abfälschend (vergleichsweise wie die Gelb/Rote Karte in Chemnitz letzte Woche).

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zappelte der Ball im Netz der Hausherren. Schiedsrichter Robert Kempter erkannte jedoch Tietz‘ 1:0 aufgrund einer Abseitsposition nicht an.

IG-Schiedsrichter: Eindeutig kein Abseits. Zwar wurde der Ball auf dem Screenshot schon gespielt, aber wenn er da schon nicht im Abseits steht, dann erst recht nicht bei der exakten Ballabgabe, da er hier von hinten gelaufen kommt. Fehlentscheidung des Assistenten.

Würzburger Kickers 1:1 Sonnenhof Großaspach (SR: Tim-Julian Skorczyk, Braunschweig)

Über 80 Minuten mussten die Gäste in Unterzahl agieren, nachdem Julian Leist aufgrund einer Notbremse mit Rot des Feldes verwiesen wurde.

IG-Schiedsrichter: Feldverweis gegen Leist korrekt. Hier sieht es so aus, als wenn der Stürmer vom Tor weglaufen würde. Das liegt allerdings daran, dass er sich den Ball an Leist vorbeigelegt hat, welcher dann schlussendlich nur noch durch ein kurzes Ziehen am linken Arm des Stürmers verhindern kann, dass dieser mit dem Ball kontrolliert auf das Tor zuläuft. Da das Vergehen außerhalb des Strafraums begangen wurde, ist hier auch irrelevant, ob das Vergehen ballorientiert war oder nicht. Hier ist eindeutig eine offensichtliche Torchance gegeben, weshalb der Feldverweis hier von Schiedsrichter Tim-Julian Skorczyk richtig ist.

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