Abseits darf bei groben Fouls nicht als Erklärung gelten

Abseits darf bei groben Fouls nicht als Erklärung gelten

18. Oktober 2020 1 Von IG Schiedsrichter

Umstrittene Szene in der Premiere League.

Beim Spiel gegen Liverpool tritt Evertons Torwart Pickford seinen Gegner van Dijk um. Mit beiden Beinen auf Kniehöhe, für dieses grobe Foul hätte es glatt Rot geben müssen (TV-Bilder).

Aber der Schiedsrichter gab gar keine Karte, entschied nur auf Abseits und somit indirekten Freistoß.

Abseits darf dabei aber nicht als Erklärung gelten. Nur wenn ein Torwart oder Feldspieler durch ein Foul  eine glasklare Torchance verhindert und vom Platz fliegt, wird der Platzverweis zurückgenommen, wenn im Nachhinein klar wird, dass der Stürmer im Abseits stand. Eine klare Torchance lag im Liverpool-Derby nicht vor, weil van Dijk den Ball nicht komplett unter Kontrolle hatte.
Bei groben Fouls oder Tätlichkeiten muss es Rot geben. Da spielt das Abseits keine Rolle. Sonst dürfte ja jeder Spieler im Umkehrschluss treten oder schlagen, wie er will, wenn das Spiel unterbrochen ist.

Besonders bitter: Liverpools Abwehrstar musste nach der Aktion verletzt ausgewechselt werden.

Kurz vor Schluss brannten dann noch Richarlison dann noch die Sicherungen durch und Michael Oliver zeigte ihm die Rote Karte. Das Spiel war nach einem Foul von Mina bereits unterbrochen, während Richarlison mit offener Sohle in Thiago reinrauschte. Der Spanier wurde am rechten Schienbein überhart getroffen und sank schreiend zu Boden.

Mané soll sich im Abseits befunden haben. Eine knappe Angelegenheit…

Kurz vor Schluss der Wahnsinn nach Videobeweis und was für ein Pech für Liverpool! Mané flankte das Leder von der linken Seite flach nach innen, wo Henderson mit dem linken Schlappen abdrückte. Pickford ist zwar dran, ließ die Kugel allerdings ins Tor trudeln. In der Wiederholung wurde klar, dass Mané Milimeter mit der Schulter im Abseits stand.

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