Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 11. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 11. Spieltag | 2. Liga

26. Oktober 2021 2 Von IG Schiedsrichter

Am vergangenen Spieltag der zweiten Liga sorgte das Kellerduell in Aue für Aufregung. Außerdem beschäftigen wir uns mit drei Strafstößen und einem korrekten Tor.

Erzgebirge Aue 1:0 FC Ingolstadt 04 (SR: Nicolas Winter)

Sören Gonther berührte Dennis Eckert-Ayensa mit dem Bein am Oberschenkel, worauf der Ingolstädter zu Boden ging. Schiedsrichter Nicolas Winter entschied sich gegen einen Strafstoß und auch VAR Patrick Hanslbauer griff nicht ein. Das war auch komplett nachvollziehbar, da ein Kontakt unbestritten vorlag, dieser für einen Strafstoß aber schlicht und einfach nicht klar genug war. [TV-Bilder – ab 1:05 Minute]

Clemens Fandrich protestierte gegen eine Entscheidung von Assistent Roman Potemkin und griff dabei offenbar so daneben, dass ihn Schiedsrichter Winter mit der roten Karte vom Feld schickte. [TV-Bilder – ab 3:04 Minute]

Vorab: Diese Ansetzung war sehr unglücklich! Potemkin gehört zwar zum Stammteam von Schiedsrichter Winter, war aber vor einigen Wochen bereits beim Platzverweis von Aue’s Messeguem als vierter Offizieller entscheidend beteiligt. Das förderte die Legendenbildung um die aktuelle Situation nur noch mehr, da zu allem Überfluss auch keine wirklich aussagekräftige Kameraperspektive vorliegt.

Spucken? Der DFB muss durchgreifen

Allerdings muss man auch sagen, dass die Kopfbewegung von Fandrich und das Wischen des Assistenten ein Spucken nahelegen. Zumindest aber schrie der Auer Spieler den Assistenten mit recht feuchter Aussprache an, was den Platzverweis im Paket mit dem sich vor den Assistenten sich aufbrausenden Fandrich auch rechtfertigte. Da eine Spuckattacke aber ein deutlich höheres Niveau an Unsportlichkeit hat, gilt es, den tatsächlichen Vorgang nun aufzuklären.

SC Paderborn 1:2 Hamburger SV (SR: Daniel Schlager)

Jamilu Collins grätschte Dawid Kinsombi im eigenen Strafraum um, worauf Schiedsrichter Daniel Schlager auf Strafstoß für den HSV entschied. VAR Michael Bacher griff allerdings ein und holte Schlager vor den Bildschirm, da der Paderborner eindeutig den Ball spielte. So wurde der Strafstoß völlig zu Recht zurückgenommen. [TV-Bilder – ab 4:07 Minute]

Holstein Kiel 1:1 SV Darmstadt 98 (SR: Patrick Alt)

Matthias Bader grätschte in eine Hereingabe und bekam den Ball an die Hand. Schiedsrichter Patrick Alt entschied auf Strafstoß für Kiel, da der Darmstädter den Ball mit dem oberen Arm berührte und damit seine Körperfläche vergrößerte. Trotzdem mutete die Entscheidung hart an und so prüfte VAR Markus Schmidt nochmal. Da die Intention einer Grätsche aber regelmäßig die Abwehr des Balles ist, gab es damit gute Argumente für den Strafstoß. Dieser blieb damit auch zu Recht bestehen. [TV-Bilder – ab 1:22 Minute]

SSV Jahn Regensburg 3:1 Hannover 96 (SR: Sven Waschitzki)

Carlo Boukhalfa berührte Hannover-Keeper Martin Hansen und traf daraufhin zum 2:0. Schiedsrichter Sven Waschitzki gab das Tor trotz großer Proteste und auch VAR Sascha Stegemann hatte keine Einwände. Zunächst ist festzuhalten, dass dem Torhüter keine Sonderbehandlung im Fünfmeterraum zusteht. Vielmehr ist das Luftduell genauso zu bewerten, als würde es im Mittelfeld stattfinden. Dort hätte aufgrund der leichten Berührung des Regensburgers sicher keiner protestiert und so zählte der Treffer dann auch absolut zu Recht. [TV-Bilder – ab 1:03 Minute]

SV Sandhausen 2:2 Werder Bremen (SR: Patrick Ittrich)

Michael Zetterer kam gegen Bashkim Ajdini zu spät und holte den Sandhäuser Angreifer von den Beinen. Schiedsrichter Patrick Ittrich wartete kurz ab, ob ein zweiter Angreifer den Ball verwerten könnte und gab dann den Strafstoß für Sandhausen. Der Keeper der Bremer erhielt zudem die gelbe Karte, da er eine klare Torchance durch ein ballorientiertes Vergehen verhinderte. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 1:54 Minute]

[Autor: Felix Stark]

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