Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 2. Bundesliga – 8. Spieltag

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 2. Bundesliga – 8. Spieltag

24. November 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Nach Strafstoßfluten der vergangenen Wochen blieb es am vergangenen Spieltag vom Punkt recht ruhig – abgesehen von der 2. Liga. Häufig erst nach Videobeweis, der dort recht gut funktionierte.

Holstein Kiel 2:2 1.FC Heidenheim (SR: Arne Aarnink)

Norman Theuerkauf lief Finn Bartels in die Hacken, nachdem dieser seinen Weg unabsichtlich kreuzte. Schiedsrichter Aarnink gab zunächst Strafstoß, entschied aber nach Signal von Assistent Andreas Steffens zunächst auf Abseits. Video-Assistent Benjamin Cortus schaltete sich aber ein und korrigierte, da keine Abseitsposition vorlag. So gab Aarnink den Strafstoß für Kiel, der hart anmutete. Anders gesehen stellte sich Theuerkauf mehr als unklug an, weshalb der Strafstoß regelkonform war. [TV-Bilder ab 1:38 Minute]

Hauke Wahl bekam den Ball nach einer Ecke an den Arm – nach Videostudium entschied Aarnink auf Strafstoß für Heidenheim. Hier lag eine deutliche Bewegung des Kielers in Richtung des Balles vor, die dem Schiedsrichter im Gedränge verborgen blieb. Der Eingriff von VAR Cortus war also gut und berechtigt und führte zum korrekten Strafstoß. [TV-Bilder ab 2:09 Minute]

Johannes van den Bergh grätschte mit offener Sohle und hoher Intensität gegen Christian Kühlwetter und traf diesen am Knöchel. Arne Aarnink schickte den Kieler daraufhin mit der Roten Karte vom Feld. Absolut nachvollziehbar bei diesem harten Einsteigen, bei dem der Ball bereits einige Meter entfernt war. [TV-Bilder ab 2:27 Minute]

Fortuna Düsseldorf 1:0 SV Sandhausen (SR: Daniel Schlager)

Aleksandr Zhirov rempelte den einschussbereiten Kevin Danso von hinten um und erhielt umgehend die Quittung von Schiedsrichter Schlager in Form des Strafstoßes für die Fortuna, sowie einer Verwarnung. Es lag ein klares Foulspiel vor, doch hätte Zhirov auch die Rote Karte für die Verhinderung einer klaren Torchance erhalten müssen? Wohl eher nicht, da der Torwart weit in Richtung des Gefoulten gelaufen war und sich schon fast im Zweikampf mit diesem befand. Deshalb wäre der Weg des Balles in Richtung Tor erst nach erfolgreichem Zweikampf mit dem Torwart möglich gewesen. Korrekte Entscheidung also, lediglich die Verwarnung zu zeigen. [TV-Bilder ab 1:31 Minute]

SC Paderborn 2:0 FC St. Pauli (SR: Christian Dingert)

Ein lauter Knall ertönte in der Benteler-Arena. Antwi-Adjei leitete per Kopf für Führich weiter, der aus 14 Metern sofort abzog und den rechten Pfosten erwischte. Dann allerdings ertönte auch der späte Abseitspfiff. Zu einer Überprüfung der Situation kam es wegen des Fehlschusses aber nicht. Wäre der Ball im Tor gewesen, hätte Video-Assistent Johann Pfeifer diesen Treffer nachträglich anerkannt, da Abseits eine Fehlentscheidung darstellte. [TV-Bilder ab 0:21 Minute]

Nachdem Svante Ingelsson den Ball im eigenen Strafraum klar mit der Hand spielte, ließ Schiedsrichter Dingert zunächst weiterlaufen, doch entschied sich nach Signal von VAR Johann Pfeifer schnell, auf Strafstoß zu entscheiden. Ingelsson spielte den Ball klar und deutlich strafbar mit der Hand, was das Gespann auch schon im laufenden Spiel erkennen hätte müssen. [TV-Bilder ab 0:45 Minute]

Rodrigo Zalazar traf im Duell mit Ingelsson zunächst leicht den Ball, doch erwischte mit dem Nachziehen den Paderborner deutlich. Dieses Mal traf Dingert sofort die Entscheidung, den korrekten Strafstoß zu geben. Hier ist die Unterscheidung zwischen dem Bein, mit der die eigentliche Aktion durchgeführt wurde und dem Nachziehbein entscheidend. Während ein Treffer mit dem Aktionsbein nach dem Spielen des Balles regelkonform ist, so ist ein Treffer mit dem Nachziehbein strafbar. [TV-Bilder ab 1:27 Minute]

Später wurde noch einmal VAR Pfeifer gebraucht, als Borys Taschy einen vermeintlichen Treffer für St. Pauli erzielte, Vorlagengeber Luca-Milan Zander aber aus strafbarer Abseitsposition startete. Nach kurzer Überprüfung gab Dingert den Treffer zu Recht nicht. [TV-Bilder ab 2:41 Minute]

FC Erzgebirge Aue 3:0 SV Darmstadt 98 (SR: Dr. Martin Thomsen)

Lars Lukas Mai wehrte einen Auer Torschuss klar und deutlich mit einem strafbaren Handspiel ab. Während das Handspiel an sich nicht schwer zu erkennen war, stellte sich der Freistoßpfiff von Schiedsrichter Thomsen als falsch heraus. Der am Vortag unglücklich agierende VAR Robert Hartmann informierte Thomsen, dass der Kontakt im Strafraum erfolgte, worauf dieser zu Recht auf Strafstoß für Aue entschied. [TV-Bilder ab 1:55 Minute]

Hamburger SV 1:3 VfL Bochum (SR: Tobias Reichel)

Ganz ohne VAR kam Tobias Reichel aus. Zunächst bot HSV-Torwart Sven Ulreich nach einem ungeschickten Ausflug dem Bochumer Robert Tesche eine Möglichkeit an, über dessen Körper zu fallen. Dieser nahm an und es folgte der korrekte Pfiff. [TV-Bilder ab 0:59 Minute]

Nicht weniger ungeschickt verhielt sich Mixim Leitsch auf der anderen Seite, als er gegen Aaron Hunt das Bein rausstellte und der Hamburger nur zu fallen brauchte. Auch hier war der Strafstoß absolut korrekt. [TV-Bilder 2:10 Minute]

VfL Osnabrück 1:4 1. FC Nürnberg (SR: Felix Zwayer)

Ausführlichen Bericht hier:

Nürnberg überrascht an der Bremer Brücke

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