Schiedsrichter im Mittelpunkt: Analyse strittiger Szenen | 14. Spieltag – 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Analyse strittiger Szenen | 14. Spieltag – 2. Liga

28. November 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Unter anderen mit dem aberkannten Tor in Darmstadt +++ einem glücklichen Fabian Stenzel +++ der Roten Karte für Marc-Oliver Kämpf +++ dem Video-Assistenten im Dauereinsatz in Hamburg  +++  den Handelfmetern in Wiesbaden, Bochum und Aue.

SV SV Darmstadt 1:2 Hannover96 (SR: Dr. Martin Thomsen)

Videobeweis verhinderte Traumtor von Marc Stendera: In der 88. Minute erzielte Marc Stendera mit einem absoluten Welthuf einen Treffer. Doch das absolute Traumtor wurde nicht gegeben. Der Joker nagelte den Ball aus 23 Meter wunderschön in den Knick. Die Vorlage kam allerdings unfreiwillig von Dr. Martin Thomsen, der brauchte trotzdem die Fernsehbilder. Danach erkannte Thomsen den Treffer ab. Stendera bedauerte die Entscheidung meckerte heftig und wurde verwarnt. Der beinahe Torschütze trat wenig später aus Frust über einen versprungenen Ball die Eckfahne aus der Verankerung. Thomsen schickte ihn mit Gelb/Rot vom Platz. Was für ein Abend! (Zum Video).

Tor nicht zu geben, Gelb und Gelb/Rot waren die richtigen Entscheidungen. Der Schiedsrichter ist nach dem neuen Regelwerk keine Luft mehr. In der Szene ist entscheidend, dass Darmstadts Mathias Honsak die Flanke von Genki Haraguchi gegen den unteren Rü­cken von Schiedsrichter Thomsen lenkte und der Ball von dort zu Stendera sprang. Ein Ballbesitzwechsel hatte stattgefunden. Auch wenn der Darmstädter den Flankenball nicht abgefälscht hätte und er vom Po des Schiedsrichters zu Stendera gesprungen wäre, hätte der Treffer nicht gezählt, weil eine neue vielversprechende Situation entstanden ist. Es wäre ideal gewesen, die Szene sofort abzupfeifen.

Nachdem er gegen die Entscheidung heftig reklamierte und dies auch nach außen hin deutlich anzeigte, hatte der Schiedsrichter ein Autoritätsproblem. Gegen eine Entscheidung des Schiedsrichterteams darf nicht zu sehr, zu offen und zu laut gemeckert und wenn man sich dann noch persönlich angegriffen fühlt, ist das eben Gelb.

Und wenn ich schon Gelb habe, dann darf ich nicht so eine Dummheit begehen und die Eckfahne zertreten. Mehr dazu hier: (TV-Bilder).

VfB Stuttgart 3:0 Karlsruher SC (SR: Tobias Stieler)

Kur vor der Pause hatte Choi Glück, als er bei Stenzel einschlug. Der vorbestrafte Mittelfeldmann kam jedoch an der weiten Gelben Karte vorbei. Schiedsrichter Stieler machte deutlich, dass er keinerlei Verfehlungen mehr durchgehen lässt. Doch Gelb/Rot hätte er aus unserer Sicht schon geben müssen. Er zog rücksichtslos nach Ballverlust nochmal durch und traf Stenzel nur mit dem Spann, nicht mit Sohle. Somit sprechen wir hier von einem rücksichtslosen und kein grobes Foul.

Tobias Stieler leitete ein bis zur Schlussphase intensives aber faires Baden-Württemberg-Derby, doch dann Stuttgarts Kapitän Marc-Oliver Kämpf mit einem Brutalo-Foul. Der Stuttgarter könnte den rollenden Ball einfach wegspitzeln, sprang aber lieber aus vollem Lauf in die Beine von Kobald. An Unnötigkeit ist dieses Foul kaum zu überbieten (TV-Bilder).

Hamburger 2:1 SV Dynamo Dresden (SR: Marco Fritz) 

Nach einem torlosen Remis zur Pause, ging Dynamo nach nach dem Wechsel Dresdens Niklas Kreuzer in Führung. Und was für eine Bude! Heuer Fernandes konnte einen Fernschuss nur abklatschen lassen. Über Umwege landete die Kugel bei Jeremejeff, der ins linke Halbfeld auf Kreuer zurücklegte. Der Außenbahnspieler wollte eigentlich flanken, aber das Ding hatte soviel Schnitt, dass die Pille nochmal aufsetzt und im langen Eck einschlug.

Wie jedes Tor wurde auch dieses standardmäßig vom Video-Assistent überprüft. Und die Entscheidung auf ein mögliches Abseits bestätigte sich nicht. Eindeutig zu sehen, kein Abseits. Kreuzer war einfach den entscheidenden Schritt schneller und deswegen zählte der Treffer zurecht.

Das Tor von Martin Harnink wurde auf eine Abseitsstellung überprüft und der Treffer zählte nicht! Über links ging es beim HSV schnell und schön nach vorne. Dudziak auf Leibold. Der weiter auf Jairo und der Joker versuchte es aus zentraler Position direkt. Sein Schussversuch wurde jedoch zur Vorlage für Harnik, der dabei allerdings hauchdünn im Abseits stand.

In der 83. Minute zählte der nächste HSV-Treffer nicht. Leibold stand beim Zuspiel minimal im Abseits. Im Anschluss hatte der Linksverteidigier zwar perfekt auf den Kopf von Hunt geflankt und der gekonnt vollstreckt. Doch aufgrund der Abseitsstellung im Vorfeld wurde das Tor zurecht nicht anerkannt (TV-Bilder).

SV Wehen Wiesbaden 3:6 Holstein Kiel (SR: Thorben Siewer)

Eigentlich lag der Ball schon zur Ecke bereit, da schaute sich Schiri Siewer die Situation noch einmal an. Jakov Medic war mit der Hand am Ball. Nach Beratung korrigierte er seine Entscheidung und gab Elfmeter. Es ist mittlerweile die Regel das wenn der Arm draußen ist, es Strafstoß geben muss (TV-Bilder)

VfL Bochum 1:1 VfL Osnabrück (SR: Benedikt Kempkes)

Früh gab der Schiedsrichter Elfmeter für die Gäste! Ein Steilpass fand Köhler, der die Kugel im Sechzehner annahm und von Decarli völlig unnötig über den Haufen gerannt wurde. Das ist einfach kein cleveres Zweikampfverhalten und so ging der Strafstoß absolut in Ordnung.

Kur vor der Pause gab es wieder Elfmeter für Osnabrück! Ein langer Ball fand Agu, der in den Sechzehner zog und einen Haken schlug. Osei-Tutu liess das Bein stehen und legte den Außenverteidiger. Abermals klarer Fall, der Strafstoß die völlig richtige Entscheidung.

Nach einer Stunde gab es zur Abwechslung mal Elfmeter für Bochum: Die berühmt, berüchtigte Handspielregel durfte natürlich nicht fehlen. Ajdini hatte den Arm auf Schulterhöhe als ihm die Kugel unabsichtlich auf diesen fiel. Der Videoschiedsrichter war wieder mit dabei, da der Schiedsrichter keine Wahrnehmung hatte, und nach Absprache mit Kempkes gab es den Elfmeter. Und auch das ist regelentsprechend die richtige Entscheidung. Arm über Schulterhöhe bedeutet nach neuer Regel immer Elfmeter (TV-Bilder)

FC Ergebirge Aue 3:1 FC St. Pauli (SR: Markus Schmidt)

Aue mit der Führung im Rücken bekam einen Handelfmeter zugesprochen. Lawrence bekam das Leder innerhalb des eigenen Sechzehners nach Krügers Vorlagenversuch aus kurzer Distanz an den rechten Arm. Referee Schmidt ging zur Überprüfung in die Review-Area, nachdem er sich zunächst gegen einen Pfiff entschieden hatte und entschied regelgerecht auf Handelfmeter. Lawrence hatte den Arm draußen, bekam den Ball aus kurzer Distanz an den ausgefahrenen Arm. war guckt er zunächst weg, aber er ist am Ende wieder mit den Augen beim Ball und die kure Distanz ist nicht mehr so wichtig.

56. Minute Proteste bei Aue weil Veerman den Ball mit der Hand gespielt haben soll. In der einen Wiederholung konnte man denken, ja da war eine Berührung mit dem Arm, aber aus der Hintertorperspektive wurde der Irrtum ersichtlich. Alles korrekt beim 2:1 für St. Pauli. Der Ball berührte den Bauch, nicht den Arm. Das hatte auch der Video-Assistent so gesehen (TV-Bilder)

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