Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 3. Liga – 17. Spieltag

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 3. Liga – 17. Spieltag

2. Dezember 2019 3 Von IG Schiedsrichter

Mit dem 1:0 für Magdeburg +++ einem vermeintlichen Strafstoß in Münster +++ einer verpassten Roten Karte für Halles Sebastian Mai +++ der Gelb/Roten-Karte für Kevin Großkreutz +++ sowie einem unglücklich agierenden Schiedsrichter in Chemnitz.

SG Sonnenhof Großaspach 1:2 1. FC Magdeburg (SR: Florian Badstübner)

1:0 für Magdeburg: Bertram sorgte für die Magdeburger Erlösung und stellte den Spielstand mit einem kuriosen Treffer auf 1:0 (32.). Bei der Ballannahme im Zentrum wurde der 28-Jährige grob von hinten angegangen, weshalb der Torschütze einen Elfmeter forderte. Der Mittelfeldmann bemerkte allerdings nicht, dass der Ball in der Zwischenzeit über die Torauslinie rollte, weshalb die Reklamation gar nicht nötig gewesen wäre.Der größtmögliche Vorteil ist das Tor. Schiedsrichter Badstübner wendete den verzögerten Pfiff an, weil er bemerkte, dass daraus ein Tor entstehen könnte. Somit war es korrekt das Tor und keinen Strafstoß zu geben. Angenommen, der Strafstoß würde verschossen werden, dann wäre der Pfiff ein Nachteil gewesen. Alles korrekt (TV-Bilder ab 1:39 Minute).

SC Preußen Münster 1:3 SV Waldhof Mannheim (SR: Mitja Stegemann)

In der 18. Minute wurde eine Unaufmerksamkeit von Simon Scherder beinahe bestraft. Der Verteidiger verlor an der Mittellinie die Kugel und hatte dann freie Bahn in Richtung Preußen-Tor. Mit einer unfassbar starken Grätsche konnte schließlich Fridolin Wagner den Fehler von Scherder noch ausbügeln. Koffi forderte noch Elfmeter, aber den bekam er zu Recht nicht. Wagner spielte klar den Ball (TV-Bilder ab 1:07 Minute).

Hallescher FC 1:0 MSV Duisburg (SR: Daniel Siebert)

Kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es dann hitzig: Halles Verteidiger Sebastian Mai war nach einem Foulspiel von Vermeij wutentbrannt und wollte seinen Gegenspieler mit dem Ball abschießen. Nur traf der HFC-Kapitän den Ball nicht und stattdessen den MSV-Stürmer am Knie (45.+1). Der Unparteiische Daniel Siebert ahndete diese Szene nur mit Freistoß, eine persönliche Strafe und Rot wegen Tätlichkeit gab es nicht – Glück für die Hausherren.

Die Wiederholung zeigte deutlich: Mai trat dem Niederländer ganz klar gegen das Bein und müsste eigentlich mit glatt Rot vom Platz gestellt werden! Auch wenn es Mai ihn nicht mit dem Schuh wollte. Selbst wenn der Hallenser ihn mit dem Ball abgeschossen hätte, hätte es Rot geben müssen. Der Versuch ist bei einer Tätlichkeit strafbar (TV-Bilder ab 1:08 Minute)

Chemnitzer FC 1:1 KFC Uerdingen (SR: Jonas Weickenmeier)

Eine knifflige Szene dann vor der Pause: Bonga wurde im Strafraum von KFC-Torwart Königshofer von den Beinen geholt, doch die Pfeife von Schiedsrichter Jonas Weickenmeier blieb sehr zum Ärger der Chemnitzer stumm (TV-Bilder ab 1:01 Minute)

Königshofer hatte da Kopf und Kragen riskiert, als er gegen Bonga aus dem Tor heraussprintete. Rechts im Strafraum spielten sowohl Torwart als auch Stürmer den Ball, weshalb der Schiedsrichter hier wohl nur auf Abstoß entschied. Aber Königshofer ist da mit ordentlich Tempo in Bonga hineingerauscht und traf dann doch mit Glück noch den Ball. Das hatte nichts mit Ballspielen zu tun. Er ist weit aus seinem Kasten herausgeteilt und hat es wahrlich nicht nötig das zu machen. Das ist ein klarer Elfmeter. Hier hätte es Elfmeter für Chemnitz geben müssen!

Dann läutete Kevin Großkreutz mit seiner Gelb/Roten Karte eine turbulente Schlussphase ein.

Großkreutz zog und zerrte an Bonga. Es ist einerseits eine großartige Freude das der Weltmeister noch mit soviel Engagement in der 3. Liga Fußball spielt, aber er hat da auch ordentlich in Richtung Unparteiischengespann provoziert. Ihm passte es da offensichtlich nicht, dass er dieses Duell gegen Bonga verlor und da wusste er sich nur mit unfairen Mitteln zu behelfen. Der Platzverweis die korrekte Entscheidung. Da liegen bei ihm Genie und Wahnsinn sehr weit beieinander (TV-Bilder ab 1:32 Minute).

Nach dem Platzverweis versenkte Boere einen umstrittenen Foulelfmeter zur Führung für den KFC, drei Minuten später glich die Heimelf wieder aus.

Elfmeter für Uerdingen: Kinsombi ging mit Tempo in den Strafraum und ging durch einen leichten Kontakt zu Boden. In der ersten Hälfte ließ er bei einem rustikalen Foul weiterlaufen und da gab er den Strafstoß. Äußerst umstritten, für mich eine zu harte Entscheidung. Ein Elfmeter, gerade in der Phase des Spiels, muss glasklar sein und nach der Vorgeschichte „wo alle 50/50-Entscheidungen für Uerdingen ausgelegt wurden, bekam Chemnitz einen lächerlichen Elfmeter“, resümiert Chemnitz‘ Rafael Garcia, muss man auch hier von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters sprechen (TV-Bilder ab 2:00 Minute).

Aber ich kann als Schiedsrichter nicht die Zweikampfbewertung von großzügig auf auf kleinlicher umstellen, wenn ich dadurch eine Mannschaft klar benachteilige. Da passte die Verhältnismäßigkeit null.

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