Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 10. Spieltag – 2. Bundesliga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen | 10. Spieltag – 2. Bundesliga

8. Dezember 2020 0 Von IG Schiedsrichter

 

Würzburger Kickers 2:3 SV Sandhausen (SR: Sören Storks) 

Leroy Kwadswo stieg robust im Zweikampf gegen Dennis Diekmeier ein. Er spielte zuvor zwar den Ball, rauschte aber dann frontal in den Sandhäuser hinein. Schiedsrichter Sören Storks entschied auf Freistoß, sowie Gelb für Kwadwo. Aufgrund der Intensität des Kontakts ist diese Entscheidung vertretbar und innerhalb der der Zweikampfbewertung zugrundeliegenden Linie in Ordnung. Doch müsste diese dann auch durchgezogen werden. Dazu später mehr..

Ewerton sprang mit hoher Intensität und offener Sohle in Diekmeier hinein und sah hierfür die Rote Karte. Diese Entscheidung ging völlig in Ordnung, die Intensität ist hier der niedrigen Trefferfläche als Kriterium vorzuziehen. Ein böses Frustfoul, nach dem sich die Proteste in Grenzen hielten.

Vor dem dritten Tor des SV Sandhausen kam es zu einem diskussionswürdigen Zweikampf. Nikolas Nartey eroberte den Ball im Mittelfeld mit recht hohem und gestreckten Bein. Auch hier ist es im Rahmen der Zweikampfbewertung möglich, laufen zu lassen. Doch in Anbetracht der ersten Szene wäre ein Foulpfiff besser gewesen. [TV-Bilder]

Holstein Kiel 3:1 VfL Bochum (SR: Robert Schröder)

Armel Bella Kotchap wollte im eigenen Strafraum mit dem Kopf zum Ball gehen, verfehlte diesen aber und berührte das Spielgerät mit dem abgespreizten Arm. Schiedsrichter Robert Schröder ließ zunächst weiterlaufen, aber VAR Deniz Aytekin meldete sich. Nach Ansicht der Bilder entschied Schröder auf Strafstoß für Kiel! Die Entscheidung war völlig korrekt, da die Verbreiterung der Körperfläche als mittlerweile wohl dominierendes Merkmal der Handspielbewertung deutlich vorlag. [TV-Bilder]

SC Paderborn 0:2 1.FC Nürnberg (SR: Robert Hartmann)

Der SC Paderborn erzielte den vermeintlichen Ausgleich, doch VAR Michael Bacher meldete sich. Dennis Srbeny bekam den Ball im Mittelfeld an die Hand, doch zwischen der Situation und dem Tor lagen ca. 20 Sekunden.
Die Entscheidung war auf den ersten Blick hart, doch lohnt sich hier der Blick auf die Handspielauslegung im Offensivbereich.
Eine Berührung mit der Hand, die unmittelbar zum Tor oder zu einer Torchance führt, ist immer strafbar, egal ob absichtlich oder nicht. Unmittelbarkeit liegt allerdings in der Regel erst im Bereich um den gegnerischen Strafraum vor, wo nur noch wenige Stationen zum Abschluss nötig sind. Das war hier nicht der Fall.
Hat der VAR dann überhaupt eingreifen dürfen? Ja durfte er! Denn das Handspiel von Srbeny war überall auf dem Platz strafbar und der Angriff der Paderborner war durchgängig und ohne Unterbrechung. Da es sich also um eine Angriffsphase handelte, war das Eingreifen und die Entscheidung, das Tor nicht zu geben, völlig korrekt! [TV-Bilder]

Eintracht Braunschweig 2:1 FC St. Pauli (SR: Timo Gerach)

Benjamin Kessel leistete sich ein böses Foul und verletzte sich selbst so schwer, dass er ausgewechselt werden musste. Ernkam gegen Maximilian Dittgen völlig zu spät und erwischte ihn am Fuß. Schiedsrichter Timo Gerach zeigte dem Braunschweiger die gelbe Karte, was auch vertretbar war. Kessel wollte deutlich in Richtung des Balles grätschen und erwischte den Gegner mehr unglücklich, als brutal. [TV-Bilder]

SpVgg Greuther Fürth 0:1 1.FC Heidenheim (SR: Thorben Siewer)

Dzenis Burnic legte Julian Green im Mittelfeld, blieb aber von einer weiteren Verwarnung durch Schiedsrichter Thorben Siewer verschont. Eine Fehlentscheidung, da es sich hier um ein klares taktisches Foul handelte. [TV-Bilder]

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