Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 10. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 10. Spieltag | 2. Liga

19. Oktober 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Der Spieltag der 2. Liga verlief sehr fair, hatte aber trotzdem eine sehr unschöne Szene zu bieten. Wir beschäftigen uns in der Analyse mit zwei Platzverweisen, einer schwer zu entscheidenden Szene, sowie leider einem Wurf auf einen Schiedsrichter-Assistenten.

Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf (SR: Christian Dingert)

Edgar Prib grätschte an der Seitenlinie Tim Leibold ab und sah von Schiedsrichter Christian Dingert hierfür die gelbe Karte. VAR Pascal Müller meldete sich aber und empfahl, sich die Szene nochmal anzuschauen. Dabei brauchte Dingert nicht lange und entschied sich völlig zu Recht für den Platzverweis. Prix traf seinen Gegner mit der Sohle oberhalb des Knöchels, sodass das Gelenk gefährlich umknickte. Eindeutig rotwürdige Aktion! [TV-Bilder – ab 01:50 Minute)

Sehr unschön war außerdem, dass Assistent Richard Hempel von einem Kugelschreiber aus dem Publikum getroffen wurde. Bei einem ähnlich gelagerten Fall brach Martin Petersen vor einigen Jahren das Pokalspiel zwischen Osnabrück und Leipzig ab, nachdem er von einem Feuerzeug getroffen wurde. Im vorliegenden Fall wurde die Szene etwas knapp abgehandelt, ein Abbruch ist aber wohl nicht mehr allzu gern gesehen. Die Unparteiischen kennen die Durchführungsbestimmungen schon sehr genau und wissen, wie viele Befugnisse ihnen auch praktisch noch zustehen.

Dies mag aus Sicht eines Amateurschiedsrichters äußerst bedauerlich sein. Denn dort wäre ein Spiel nach einer solchen Szene zwingend abzubrechen, denn dann ist die Sicherheit des Gespannes nicht mehr gewährleistet.

Im Profifußball ticken die Uhren mittlerweile anders, es bleibt aber doch zu hoffen, dass eine deftige Geldstrafe folgen wird!  [TV-Bilder – ab 02:30 Minute]

Dynamo Dresden – 1.FC Nürnberg (SR: Marco Fritz)

Christopher Schindler hielt Ransford-Yeboah Königsdörffer kurz vor dem eigenen Strafraum klar am Trikot fest. Die Frage war nur, ob er dabei eine klare Torchance verhinderte, oder ob Enrico Valentini noch eingreifen konnte. Schiedsrichter Marco Fritz entschied sich dafür, dass keine klare Torchance vorlag und zeigte Schindler die gelbe Karte. VAR Felix Zwayer korrigierte hier nicht, was auch völlig richtig war, denn die Szene war extrem eng. Hält man den Moment des Foulspiels an, so würde das Bild deutlich für einen Platzverweis sprechen. Allerdings versprang dem Dresdener Angreifer der Ball, was auch nicht die Folge des Foulspiels war. Da der Ball in Richtung von Valentini rollte, sprach das wieder eher für eine Eingriffsmöglichkeit. Am Ende muss man sagen, dass die Szene sehr grau ist und die Entscheidung von Schiedsrichter Fritz vertretbar war. [TV-Bilder – ab 04:00 Minute]

Karlsruher SC – Erzgebirge Aue (SR: Florian Badstübner)

Marius Gersbeck lief weit aus seinem Tor heraus und verfehlte den Ball, traf stattdessen aber den Fuß von Omar Sijaric. Da der Auer den Ball bereits am Schlussmann vorbeigefegt hatte, wertete Schiedsrichter Florian Badstübner das Foulspiel als Verhinderung einer klaren Torchance und schickte den Karlsruher mit der roten Karte vom Feld. Richtige Entscheidung, da Sijaric das unbewachte Tor vor sich hätte und nur einschieben müsste [TV-Bilder – ab 03:10 Minute]

[fs]

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