Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 21. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 21. Spieltag | 2. Liga

8. Februar 2022 2 Von Reiner Kuhn

[fs] Ein eher ruhiges Wochenende verlebten die Schiedsrichter in der 2. Bundesliga. Zwei Strafstöße und drei mögliche rote Karten sind Bestandteil unserer Analyse.

SV Sandhausen 2:0 Erzgebirge Aue (SR: Michael Bacher)

Bashkim Ajdini holte Ben Zolinski mit einer Grätsche von den Beinen und erhielt von Schiedsrichter Michael Bacher die gelbe Karte. Es kamen einige Forderungen nach einer roten Karte wegen der Verhinderung einer klaren Torchance auf, welche aber unbegründet waren, da Dario Dumic noch eingriffsbereit war. [TV-Bilder – ab 0:38 Minute]

Anthony Barylla bekam einen Torschuss an den Ellenbogen, Schiedsrichter Bacher ließ die Partie aber zunächst weiterlaufen. VAR Johann Pfeifer meldete sich aber und empfahl eine Kontrolle am Bildschirm, worauf sich der Unparteiische korrigierte und Strafstoß für Sandhausen gab. Barylla befand sich hier in der Drehung und platzierte den Arm vor dem Körper. Damit vergrößerte er seine Körperfläche auf strafbare Art und Weise, da er die Arme in der Drehung eben nicht mitnahm, sondern in Erwartung des Schusses zum Schutz platzierte. Damit lag ein strafbares Handspiel vor und die Entscheidung war korrekt! [TV-Bilder – ab 3:22 Minute]

1.FC Nürnberg 0:5 FC Ingolstadt 04 (SR: Bastian Dankert)

Manuel Schäffler verlor den Ball und setzte dann mit einer völlig unkontrollierten Grätsche gegen Hans Nuno Sarpei nach. Glücklicherweise hatte der Ingolstädter noch kein Tempo aufgenommen und erhielt auch keinen Sohlentreffer. Dennoch war die gelbe Karte von Schiedsrichter Bastian Dankert eigentlich eine zu milde Sanktion, denn bei einer Grätsche, bei der beide Füße in der Luft sind und ein harter Einschlag nur vom Zufall abhängt, kann man sehr gut von brutaler Spielweise sprechen. VAR Christof Günsch griff trotzdem nicht ein, da am Video eben nur Trefferbilder vernünftig nachprüfbar sind und auch keine Überdehnung von Gelenken vorlag, durch die in der Vergangenheit schon öfter eine Korrektur durch den VAR stattfand. Am Ende wäre hier aber die rote Karte die deutlich bessere Entscheidung gewesen! [TV-Bilder – ab 5:37 Minute]

SV Darmstadt 98 0:5 Hamburger SV (SR: Dr. Matthias Jöllenbeck)

Marcel Schuhen wollte im eigenen Strafraum zum Ball, griff aber in die Beine von Faride Alidou, welcher dadurch zu Fall kam. Schiedsrichter Dr. Matthias Jöllenbeck entschied zu Recht auf Strafstoß für den HSV. [TV-Bilder – ab 0:07 Minute]

1.FC Heidenheim 3:1 Hannover 96 (SR: Dr. Robin Braun)

Der bereits verwarnte Mark Diemers versuchte von hinten an den Ball zu gelangen, traf aber nur die Beine von Tim Kleindienst. Als Einzelszene bewertet muss man hier nicht unbedingt die gelb-rote Karte zeigen, da die Grätsche aus dem Stand erfolgte und kein sonderlich intensiver Treffer erfolgte. Vertretbar, es bei der letzten Ermahnung zu belassen. [TV-Bilder – ab 0:43 Minute]

Linton Maina versuchte vor einem Einwurf, den Ball von Tim Kleindienst zu bekommen und schubste dabei und griff dabei am Oberkörper leicht zu. Ein kleines Rudel bildete sich, Schiedsrichter Dr. Robin Braun löste die Situation mit einer gelben Karte für den Hannoveraner aber schnell auf. Ein „Würgegriff“, wie es vom Kommentator dargestellt wurde, lag hier trotz einer Berührung am Hals nicht vor, sodass die gelbe Karte auch die korrekte Sanktion war. [TV-Bilder – ab 04:43 Minute]


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