Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 26. Spieltag | 2. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 26. Spieltag | 2. Liga

15. März 2022 0 Von Reiner Kuhn

[fs] In der 2. Bundesliga fiel eine falsche Spielfortsetzung, sowie ein zu Unrecht aberkannter Siegtreffer auf. Außerdem analysieren wir zwei Strafraumszenen, zwei Torerfolge und Handspiele im Strafraum.

SC Paderborn 1:1 Fortuna Düsseldorf (SR: Michael Bacher)

Florian Hartherz ging ins Kopfballduell mit Felix Platte und berührte den Ball dann mit den Armen, die in der Sprungbewegung mit nach oben gingen. Schiedsrichter Michael Bacher ließ das Spiel hier völlig zu Recht weiterlaufen, da dieses Handspiel in Folge der Sprungbewegung und des Kopfballduells nicht strafbar war. [TV-Bilder – ab 00:50 Minute]

Jakub Piotrowski stieg im eigenen Strafraum Ron Schallenberg deutlich auf den Fuß. Schiedsrichter Bacher entschied sofort auf Strafstoß. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 01:05 Minute]

Denis Srbeny traf zum vermeintlichen Siegtreffer für Paderborn. Allerdings bekam Bacher ein Signal von VAR Günter Perl, der einen Zweikampf zwischen Kemal Ademi und Ron Schallenberg checkte. Hier handelte es sich um einen Eingriff, der komplett falsch war. Der Paderborner spielte den Ball und hatte dabei zwar ein gestricktes Bein, war dabei aber so deutlich schneller, als sein Gegner, dass das nicht mehr ins Gewicht fallen sollte. Es mag sein, dass Bacher der ganze Vorgang verborgen blieb und so kann VAR Perl ruhig checken. Was an verborgenen Vorgängen allerdings relevant ist, sollte der VAR zunächst rausfiltern, ehe er den Referee in der letzten Minute einer knappen Begegnung in eine solche Situation bringt. Dieses Tor hätte zählen müssen! [TV-Bilder – ab 03:30 Minute]

SV Darmstadt 98 1:1 SV Sandhausen (SR: Dr. Robin Braun)

Dennis Diekmeier drehte sich mit abgespreiztem Arm in einen Schuss und berührte so den Ball. Schiedsrichter Dr. Robin Braun ließ weiterlaufen und auch nach einem Check von VAR Tobias Stieler gab es keinen Strafstoß für Darmstadt. Den hätte man schon geben können, da aber der Arm nicht wirklich unter Spannung stand, griff der VAR hier zu Recht nicht ein. Eine am Ende vertretbare Entscheidung, auch wenn man den Fan verstehen muss, der sich hier nicht mehr wirklich auskennt. [TV-Bilder – ab 02:10 Minute]

Hansa Rostock 3:2 Holstein Kiel (SR: Lasse Koslowski)

Alexander Mühling schoss auf das Rostocker Tor, wo Damian Roßbach noch alles versuchte, den Torerfolg zu verhindern. Schiedsrichter Lasse Koslowski, dem in der 2.Liga keine Torlinientechnik zur Verfügung steht, ließ weiterlaufen, bis VAR Guido Winkmann das Signal gab, dass der Ball die Linie komplett überschritten hatte. Aufgrund der Position des Rostocker Abwehrspieler kann man erahnen, dass er den Ball nicht mehr vor der Linie erreichen konnte, beweisen können wir es anhand der TV-Bilder aber nicht. Für die Außenwirkung bei den Zuschauern sind solche Entscheidungen dann natürlich nicht förderlich. [TV-Bilder – ab 05:30 Minute]

1.FC Heidenheim 2:1 SV Werder Bremen (SR: Benjamin Cortus)

Marlon Busch grätschte Nick Woltemade ab, worauf Schiedsrichter Benjamin Cortus den Angriff weiterlaufen ließ und den Vorteil abwartete. Allerdings griff dann VAR Sören Storks ein und schickte den Referee vor den Bildschirm. Dort sah er das Einsteigen nochmal und entschied aufgrund des Trittes mit der offenen Sohle gegen die Wade völlig zu Recht auf Platzverweis für Busch! Was allerdings verwunderte, war die Spielfortsetzung Freistoß am Ort des Foulspiels, zumal Cortus den Vorteil laufen ließ, der Ball ins Seitenaus flog und der Einwurf korrekt gewesen wäre. Doppelt ärgerlich, dass aus diesem Freistoß auch noch der Bremer Anschlusstreffer fiel. Aus Heidenheimer Sicht wird das nicht mehr besonders interessant sein, man möge sich aber einmal vorstellen, das wäre der Siegtreffer gewesen. [TV-Bilder – ab 06:10 Minute]

Karlsruher SC 1:1 SSV Jahn Regensburg (SR: Christian Dingert)

Daniel Gordon berührte den Ball nach einer Ecke gleich zweimal mit dem Arm, ehe der Ball zu Marvin Wanitzek sprang, der ins Regensburger Tor traf. Schiedsrichter Christian Dingert gab den Treffer allerdings wegen dem Handspiel von Gordon zu Recht nicht, da dieser den Ball so besser annehmen konnte und damit strafbar handelte. [TV-Bilder – ab 03:40 Minute]

[fs]

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