Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 22. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 22. Spieltag | 3. Liga

23. Januar 2022 0 Von Reiner Kuhn

[FS] Die 3. Liga hielt wieder einmal einige interessante Szenen bereit. Wir sprechen über aberkannte Tore, verweigerte Strafstöße und mögliche Platzverweise.

Eintracht Braunschweig 1:0 Hallescher FC (SR: Franz Bokop)

Elias Huth traf zum vermeintlichen Hallenser Ausgleich, nach eingehender Beratung mit Schiedsrichter Franz Bokop signalisierte Assistent Felix Bickel jedoch eine Abseitsposition, sodass das Tor nicht zählte. Allerdings kam der Ball vom Braunschweiger Jannis Nikolaou, sodass eine Abseitsposition gar nicht möglich war. Dies nahm Schiedsrichter Bokop ärgerlicherweise falsch wahr! [TV-Bilder – ab 03:20 Minute]

Janek Sternberg versuchte im eigenen Strafraum an den Ball zu kommen, traf aber nur den Fuß von Sebastian Müller. Schiedsrichter Bokop entschied auf Eckball und lag damit völlig daneben! Dabei muss man auch Assistent Timo Daniel in die Pflicht nehmen, der freie Sicht hatte. Ob es die gelb-rote Karte für den bereits verwarnten Hallenser geben müsste, bleibt strittig. Aufgrund der Verhinderung des aussichtsreichen Angriffs kann es im Strafraum keine gelbe Karte geben, aufgrund des doch recht harten Trittes auf den Fuß den Braunschweigers wäre diese aber gut möglich gewesen. [TV-Bilder – ab 02:05:50 Minute]

1.FC Kaiserslautern 2:0 Viktoria Berlin (SR: Dr. Robin Braun)

Lukas Pinckert grätschte im eigenen Strafraum vor dem heranstürmenden Daniel Hanslik. Dieser sah seinen Gegner und fädelte dann ein. Schiedsrichter Dr. Robin Braun entschied zum Ärger der Lauterer nicht auf Strafstoß. Das Timing des Berliners war hier schlecht, man muss sich aber auch fragen, wie viel ein Angreifer zum Strafstoß beitragen darf. Man kann die Entscheidung des Unparteiischen hier ganz gut nachvollziehen, da hier von Seiten des Angreifers zu viel zum Erreichen des Kontakts getan wurde. [TV-Bilder – ab 01:00 Minute]

Shinji Yamada agierte gegen Julian Niehues, welcher zu diesem Zeitpunkt eine klare Torchance inne hatte, nicht ganz sauber. der Berliner war gerade im Begriff, den Körper vor den Gegner zu schieben, als dieser über dessen Bein fiel. Aus Sicht von Schiedsrichter Braun, der Die Aktion von hinten sah, kann man ein Stück weit die fehlende Klarheit verstehen. Nach Sichtung der Zeitlupen lag hier aber eher ein Foulspiel vor. Somit hätt es den Freistoß für Kaiserslautern, sowie die rote Karte für Yamada geben müssen. [TV-Bilder – ab 01:41:20 Minute]

Würzburger Kickers 1:2 SV Waldhof Mannheim (SR: Patrick Schwengers)

Dominik Martinovic spielte einen Ball zu Pascal Sohm, der ihn zur vermeintlichen Mannheimer Führung ins Tor schoss. Allerdings hob Assistent Lothar Ostheimer die Fahne und signalisierte eine Abseitsposition. Anhand der nicht ganz günstigen TV-Bilder kann man das nicht abschließend klären, wir meinen jedoch, dass Sohm mindestens auf gleicher Höhe mit dem Ball stand. [TV-Bilder – ab 00:50 Minute]

Fridolin Wagner zog Tobias Kraulich an der Hand, sodass der Würzburger zu Boden ging. Im Mannheimer Strafraum wollte er Schiedsrichter Patrick Schwengers das Foulspiel wohl etwas zu deutlich vor Augen führen, erreichte damit aber nur, dass das Spiel weiterlief. Solch ein offensichtliches Ziehen an der Hand sollte allerdings einen Strafstoß nach sich ziehen. [TV-Bilder – ab 01:00 Minute]

Viktoria Köln 5:2 SC Verl (SR: Marc-Ph. Eckermann)

Oliver Schmitt drang in den Kölner Strafraum ein und wurde von Kai Klefisch abgegrätscht. Den Wunsch nach einem Strafstoß erfüllte Schiedsrichter Marc-Phillipp Eckermann den Verlern allerdings nicht. Knifflige Szene, denn die Richtung der Füße beider Spieler stand in die selbe Richtung. Ob der Klefisch schneller war und Eckermann Recht behielt, oder ob Verl einen Strafstoß bekommen müsste, kann man anhand der vorliegenden Perspektiven nicht auflösen! [TV-Bilder – ab 02:01:00 Minute]

MSV Duisburg 3:4 1.FC Saarbrücken (SR: Martin Speckner)

Steven Zellner räumte John Yeboah kompromisslos und komplett ohne Chance auf den Ball ab. Schiedsrichter Martin Speckner zeigte die gelbe Karte und war damit zu gnädig. Aufgrund der hohen Dynamik, der fehlenden Chance auf den Ball und der komplett unkontrollierten Aktion wäre die rote Karte die bessere Entscheidung gewesen! [TV-Bilder – ab 35:50 Minute]

Borussia Dortmund II 1:1 SC Freiburg II (SR: Patrick Alt)

Soumaila Coulibaly verfehlte im eigenen Strafraum den Ball und brachte stattdessen Robert Wagner mit einem ungeschickten Tritt in die Beine zu Fall. Schiedsrichter Patrick Alt entschied sofort auf Strafstoß für Freiburg. Eindeutig eine korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 02:15 Minute]

Lennard Maloney flog in der letzten Minute mit der glatt roten Karte vom Platz. Schiedsrichter Alt stand hier in unmittelbarer Nähe und zögerte keine Sekunde. Natürlich kamen nach dem Spiel wieder Forderungen nach „Fingerspitzengefühl“, aber wenn sich jemand offenbar grob im Ton vergreift, hat er auch im Profibereich auf dem Feld nichts mehr verloren. [TV-Bilder – ab 03:10 Minute]


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