Schiedsrichter im Mittelpunkt: Analyse strittiger Szenen – 28. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Analyse strittiger Szenen – 28. Spieltag | 3. Liga

1. März 2022 0 Von Reiner Kuhn

[fs] Viele kleine, aber regeltechnisch interessante Szenen erklären wir in der Analyse zu 3. Liga. Außerdem geht es um Strafraumszenen und einen Platzverweis.

FSV Zwickau 1:3 TSV 1860 München (SR: Patrick Hanslbauer)

Davy Frick hatte die Hände im Zwickauer Strafraum auf dem Rücken von Stefan Lex, welcher dann zu Boden ging. Schiedsrichter Patrick Hanslbauer ließ weiterlaufen und lag damit absolut richtig. Man kann gut sehen, dass der Löwen-Stürmer mit Blickrichtung vom Tor weg bereitwillig fällt, um noch das bestmögliche herauszuholen. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 21:10 Minute]

Dominic Baumann wurde in Richtung des Münchener Tores geschickt und dann von Stephan Salger recht resolut im Laufweg gesperrt, ehe er dann im Duell mit Niklas Lang zu Boden ging. Letzterer, der damit eine klare Torchance verhindert hätte, verhielt sich komplett fair. Möglicherweise, aber auch nicht zwingend, hätte man den Einsatz von Salger pfeifen und diesen verwarnen können. [TV-Bilder – ab 27:50 Minute]

Lars Lokotsch sprang mit beiden Beinen ins Luftduell mit Niklas Lang und traf diesen dann mit der Sohle im Brustbereich. Hanslbauer zeigte dem Zwickauer für dieses wilde Einsteigen zu Recht die rote Karte. Bei einem intensiven Treffer in dieser Höhe hängt es nur vom Zufall ab, dass keine schwere Verletzung resultiert, sodass hier brutales Spiel vorliegt! [TV-Bilder – ab 02:00 Minute]

1.FC Kaiserslautern 2:1 SC Verl (SR: Marco Fritz)

Philipp Hercher lief in einen Fehlpass und blieb dann an Aaron Berzel hängen. Schiedsrichter Marco Fritz ließ weiterlaufen. Der Lauterer wäre sonst ziemlich frei auf das Tor zugelaufen, der Ball sprang aber weit weg, sodass wir nicht über eine klare Torchance reden. Ob man den Zweikampf an sich überhaupt pfeifen muss, ist auch fraglich, da sich der Verler nicht in Luft auflösen kann, aber sicher schnell wusste, was kommen wird. Ein Pfiff, sowie die Verwarnung wäre möglich, aber nicht zwingend. [TV-Bilder – ab 44:00 Minute]

Luca Stellwagen spielte den Pass zu seinem Torhüter zurück. Dabei misslang der Pass allerdings komplett, sodass Niclas Thiede diesen mit der Hand abwehren musste. Schiedsrichter Fritz ließ weiterlaufen. Damit lag er eher daneben, da der Verler den Ball schon bewusst mit der Innenseite spielte. Dass dies nicht richtig gelang, kann nicht wirklich sinnvoll zum Nachteil des Gegners berücksichtigt werden. Man muss aber auch sagen, dass die hohe Flugbahn des Balles für ein absichtliches Zuspiel nicht wirklich typisch ist, sodass dies für den Unparteiischen nicht leicht zu bewerten war. Im Übrigen ist es wichtig zu wissen, dass es für ein solches Vergehen trotz der Verhinderung eines Tores keinen Platzverweis geben kann, da es sich um ein spieltechnisches Vergehen handelt, für dass es niemals eine Karte geben kann! [TV-Bilder – ab 01:33:10 Minute]

Eintracht Braunschweig 2:1 MSV Duisburg (SR: Lasse Koslowski)

Eine hitzig diskutierte Szene stammte bereits aus den Anfangsminuten: Jomaine Consbruch stellte sich gegen Niko Bretschneider energisch in den Zweikampf und spielte unten den Ball raus. Eine saubere Balleroberung, wie auch Schiedsrichter Koslowski befand. Die daraus resultierende Verletzung des Duisburgers war sicher unglücklich, die Aktion an sich war aber fair. [TV-Bilder – ab 00:40 Minute]

Hallescher FC 1:2 SV Waldhof Mannheim (SR: Wolfgang Haslberger)

Hamza Saghiri und Elias Huth gerieten recht heftig aneinander, Schiedsrichter Wolfgang Haslberger und seine Assistenten lösten die Situation ohne Karten. Diese wären sehr gut möglich gewesen, betrachten man die Reaktionen, schien die sehr deutliche Ansprache aber ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Souverän wirkende Abhandlung der Szene! [TV-Bilder – ab 55:20 Minute]

Janek Sternberg räumte Joseph Boyamba auf den Seitenlinie ab und erhielt von Schiedsrichter Haslberger die gelbe Karte. Diese war ausreichend, da der Hallenser von der Seite kam und der Treffer nicht mit der Sohle erfolgte, sondern es nur ein Beinstellen war. [TV-Bilder – ab 02:07:40 Minute]

Würzburger Kickers 2:4 1.FC Magdeburg (SR: Patrick Schwengers)

Tobias Müller traf ins eigene Tor, Schiedsrichter Patrick Schwengers pfiff aber Abseits. Fanol Perdedaj stand tatsächlich in der verbotenen Zone und wurde dadurch, dass er sich mit dem Eigentorschützen im Zweikampf befand, auch aktiv. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 01:51:30 Minute]

Viktoria Berlin 0:2 SC Freiburg II (SR: Lukas Benen)

Robert Wagner stürzte im eigenen Strafraum und fasste beim Aufstehen auf den Ball. Schiedsrichter Lukas Benen ließ weiterlaufen, was auch völlig richtig war. Hier lag ganz klar kein strafbares Handspiel vor. [TV-Bilder – ab 46:30 Minute]

Jakob Lewald ließ gegen Robert Wagner das Bein stehen und brachte den Freiburger damit auf der Strafraumlinie zu Fall. Schiedsrichter Benen zeigte völlig zu Recht auf den Punkt. Klares Fußfoul, das nach den TV-Bildern auch auf der Linie stattfand, welche zum Strafraum gehört. [TV-Bilder – ab 01:30 Minute]

Türkgücü München 1:5 1.FC Saarbrücken (SR: Florian Exner)

Jalen Hawkins schoss aufs Tor und der abgefälschte Schuss prallte von der Latte knapp hinter die Linie. Assistent Tobias Severins signalisierte sofort „Tor“ und lag damit auch absolut richtig. Gut gesehen! [TV-Bilder – ab 42:00 Minute]

Alexander Sorge bekam den Ball an den Oberarm, Schiedsrichter Florian Exner pfiff aber nicht. Korrekte Entscheidung, da der Münchener alles dafür tat, sich passiv zu machen und den Arm wegzog. Ansonsten ist auch nichts erkennbar, was nicht einem natürlichen Bewegungsablauf entsprach. [TV-Bilder – ab 01:28:30 Minute]

Moritz Kuhn setzte seinen Körper ein und schob Minos Gouras weg. Auch hier pfiff Schiedsrichter Exner nicht, da auch alles in Ordnung war. Der Körpereinsatz war völlig im Rahmen und sogar der Angreifer interessierte sich nicht wirklich für den Kontakt [TV-Bilder – ab 01:28:40 Minute]

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