Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 2. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 2. Spieltag | 3. Liga

3. August 2021 1 Von Felix Stark

Am zweiten Spieltag der 3. Liga hatten die Schiedsrichter wieder einiges zu tun. Wir beschäftigen uns mit einigen Platzverweisen und Strafstoßszenen, bei denen die Unparteiischen das ganze Programm, von goldrichtig bis viel zu milde zeigten.

1.FC Magdeburg 0:0 SC Freiburg II (SR: Tom Bauer)

Niklas Sauter lief unnötig aus seinem Tor heraus und grätschte Sirlord Conteh ab. Schiedsrichter Tom Bauer entschied sofort auf Strafstoß für Magdeburg. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 00:35 Minute]

Lars Kehl lief auf das Magdeburger Tor und legte auf Philip Fahrner ab, der zum vermeintlichen Freiburger Luckypunch traf. Allerdings hob Assistent Fabian Knoll die Fahne, sodass das Tor wegen einer Abseitsposition nicht zählte. Tatsächlich stand Fahrner im Moment des Abspiels wohl knapp vor dem Ball. Pech für Freiburg! [TV-Bilder – ab 03:45 Minute]

1.FC Saarbrücken 1:2 VfL Osnabrück (SR: Lars Erbst)

Ein enorm schweres Spiel hatte Lars Erbst in Osnabrück zu leiten. Dabei zog der Unparteiische seine anfänglich äußerst konsequente Linie leider nicht durch.

Omar Haktab Traore verfolgte Minos Gouras und rannte diesen ungestüm um. Schiedsrichter Lars Erbst wertete Die Aktion als Verhinderung einer klaren Torchance und schickte den Osnabrücker mit der roten Karte vom Feld. Diese Meinung kann man allerdings nicht wirklich teilen! Zur Verhinderung einer klaren Torchance darf es keinem weiteren Verteidiger mehr möglich sein, einzugreifen und der Angreifer muss mit Zug zum Tor agieren. Letzteres war nicht der Fall, da der Saarbrücker sich nach außen bewegte. Hier wäre eine gelbe Karte für Traore die angemessene Entscheidung gewesen. [TV-Bilder – ab 00:25 Minute]

Felix Higl überlief Dennis Erdmann, der sich nur noch mit einem Haltegriff am Trikot helfen konnte. Assistent Felix Prigan zeigte das Vergehen sofort an und wurde, genau wie Schiedsrichter Erbst, höchst aggressiv angegangen. Der Saarbrücker sah am Ende die gelbe Karte, die der Gesamtsituation eigentlich nicht mehr gerecht wurde. Den Haltegriff kann man sehr gut als Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffs sehen und das respektlose Verhalten im Anschluss muss zwingend eine weitere gelbe Karte zur Folge haben. Mit nur einer Verwarnung statt der eigentlich fälligen gelb-roten Karte kam Erdmann hier zu gut weg. [TV-Bilder – ab 01:04:20 Minute]

Ulrich Taffertshofer sprang mit gestreckten Bein auf Hüfthöhe in den Zweikampf mit Dave Gnaase und erhielt hierfür die gelbe Karte. Diese Karte war maximal dunkel angefärbt und für uns wäre die rote Karte hier besser gewesen. Klar war ein wenig Ball dabei und der Osnabrücker traf auch nicht mit der Sohle. Aber zum einen hing es bei einem solchen Absprung nur vom Zufall ab, dass hier nicht mehr passierte und zum andern schlägt Intensität die Trefferfläche, weshalb der Platzverweis am Ende nötig gewesen wäre. [TV-Bilder – ab 02:45 Minute]

SV Meppen 1:0 1.FC Kaiserslautern (SR: Patrick Schwengers)

Was ist wirklich eine aussichtsreiche Angriffssituation? Dieser Frage musste Patrick Schwengers in Meppen gleich zweimal nachgehen.

Der bereits verwarnte Meppener Morgan Faßbender verlor tief in der gegnerischen Hälfte den Ball und hielt dann seinen Gegenspieler kurz am Arm fest. Die Aktion hatte Argumente für eine zweite Verwarnung in sich, jedoch muss man sich die Frage stellen, was Faßbender mit seiner Aktion verhinderte. Eigentlich nicht wirklich viel! Aufgrund der Offensichtlichkeit kann man noch an ein unsportliches Halten denken, das wäre aber eher bei einem Reissen der Fall. [TV-Bilder – ab 01:32:30 Minute]

Auch Meppen forderte den Platzverweis, als der bereits verwarnte Felix Götze mit dem Fuß bei Luka Tankulic einhakte. Auch hier ließ Schwengers den fehlbaren Spieler auf dem Platz und wieder stellte sich die Frage, ob ein aussichtsreicher Angriff verhindert wurde. Der Meinung kann man hier eher sein, als bei der ersten Situation. Der Unparteiische ließ aber den Vorteil laufen und nach einem solchen wird eine Verwarnung für ein taktisches Foulspiel nicht nachgezogen. Abstriche sind in dieser Szene allerdings bei der Spielkontrolle zu machen, da Schwengers die Situation sehr lange laufen ließ und danach nicht wirklich präsent war. [TV-Bilder – ab 01:45:30 Minute]

Borussia Dortmund II – Waldhof Mannheim (SR: Dr. Riem Hussein)

Franz Pfanne wollte im eigenen Strafraum gegen Joseph Boyamba klären, verfehlte allerdings den Ball und traf nur den Gegner. Schiedsrichterin Dr. Riem Hussein ließ das Spiel jedoch weiterlaufen. Hier lag ein eindeutiges Foulspiel vor, weshalb es hier Strafstoß für Mannheim hätte geben müssen. [TV-Bilder – ab 03:20 Minute]

Türkgücü München 2:2 Hallescher FC (SR: Benjamin Cortus)

Leroy-Jacques Mickels nahm Tempo auf und ging dann im gegnerischen Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Benjamin Cortus ließ das Spiel weiterlaufen und hatte damit absolut Recht, denn Jonas Niedtfeld stellte nur den Körper rein und blieb ansonsten passiv. In der Entstehung des Angriffs hätte das Gespann aber reagieren müssen, denn ein offensichtlich störender zweiter Ball lag im Spielfeld. [TV-Bilder – ab 55:45 Minute]

Tim Schreiber lief ungestüm aus seinem Tor und räumte Albion Vrenezi ab. Schiedsrichter Cortus bleib keine andere Wahl, als auf den Strafstoßpunkt zu zeigen. Korrekte Entscheidung! [TV-Bilder – ab 02:15 Minute]

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