Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 3. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 3. Spieltag | 3. Liga

6. Oktober 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Schiedsrichter haben es nicht leicht. Sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe oder verschiedene Kamera-Einstellungen. Wir nehmen einige Szenen vom Wochenende noch einmal unter die Lupe.

Mit den Gelb/Roten Karte für Lübecks Jansen und Dresdens Knipping +++ den nichtgegebenen Strafstößen in Magdeburg, Ingolstadt, Zwickau, Rostock und Wiesbaden +++ den Elfmetern in Mannheim, Wiesbaden sowie München und einer schlechten Teamkommunikation in Wiesbaden. Am 3. Spieltag der 3. Liga schauten wir uns elf Situationen nochmals an. 

VfB Lübeck 1:1 MSV Duisburg (SR: Eric Müller)

Lübecks Ramaj nahm auf der halblinken Seite richtig Tempo auf und zog in Richtung Strafraum. Jansen kam von der Seite und rutschte mit ganz viel Schwung in den Gegenspieler hinein. Schiedsrichter Müller gab Freistoß und zeigte die Gelbe Karte. Richtige Entscheidung. Das Trefferbild, sowie Intensität rechtfertigen eine gelbe Karte (TV-Bilder ab 0:20 Minute).

1. FC Magdeburg 0:2 FC Viktoria Köln (SR: Steven Greif)

Raphael Obermair wurde in den Sechzehner geschickt. Maximilian Rossmann verliess sich fälschlicherweise auf Sebastian Mielitz, der erst spät aus dem Kasten kam und Obermair über die Klinge springen liess. Dabei traf er aber überwiegend den Ball, die Elfmeterproteste der Hausherren bleiben daher unerhört. Eine knifflige, aber vertretbare Entscheidung. Beide sind nahezu zeitgleich im Zweikampf und prallen zusammen, wobei der Torwart noch den Ball traf (TV-Bilder ab 2:07 Minute).

FC Ingolstadt 0:1 SpVgg Unterhaching (SR: Wolfgang Haslberger)

In der 87. Minute forderten die Schanzer Elfmeter. Justin Butler nahm den Ball im Strafraum wunderbar an und ist dann mit dem Rücken zum Tor. Robert Müller kam hinzu, berührte Butler klar an der Hüfte und brachte ihn zu Fall. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb aber stumm. Eine Fehlentscheidung, hier lag ein klares Foulspiel vor. (TV-Bilder ab 3:33 Minute).

FSV Zwickau 1:2 TSV 1860 München (SR: Lars Erbst)

In der 57. Minute forderte Zwickau Elfmeter. Schiedsrichter Erbst in seinem ersten Drittligaspiel ließ weiterspielen. Ein langer Diagonalball erreichte den fleißigen Schröter. Der flankte das Ding von der rechten Seite in die Gefahrenzone. Dort brachte Salger den einschussbereiten Wolfram zu Fall, doch die Pfeife des jungen Unparteiischen verstummte. Beide Akteure gingen zu Boden und fälschen den Ball ab, aber Hiller ist zur Stelle. Da hätte der Schiedsrichter auf Strafstoß entscheiden müssen, Sauger fiel auf Wolfram drauf und brachte ihn so klar regelwidrig zu Fall. Im Bezug auf die persönliche Strafe wäre es wohl auch eine Rote Karte gewesen, da Wolfram zwar noch nicht in Ballbesitz war, dies aber ohne das Foulspiel unmittelbar danach gewesen wäre. Doppelt bitter für den jungen Unparteiischen (TV-Bilder ab 2:32 Minute).

SV Waldhof Mannheim 4:4 Türkgücü München (SR: Robin Braun)

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gab es Elfmeter für Mannheim. Martinovic kreuzte vor Berzel, der den Stürmer unfreiwillig mit dem Foul stoppen musste. Glück für den Defensivmann, dass er nicht mit Gelb-Rot vom Platz fliegt! Es lag zwar keine unmittelbare Ballkontrolle vor, doch Martinovic wäre recht sicher an den Ball gekommen, wurde aber von Berzel um die gute Angriffssituation mit einem nicht ballorientierten Vergehen gebracht. Der Strafstoß die richtige Entscheidung, eine Fehlentscheidung jedoch nicht auf Gelb/Rot zu entscheiden (TV-Bilder ab 1:58 Minute).

 FC Bayern München II 3:0 SG Dynamo Dresden (SR: Martin Speckner)

41. Minute, Elfmeter für die Bayern. Sebastian Mai ging im eigenen Strafraum ungestüm zu Werke und holte Nicolas Kühn von den Beinen. Schiedsrichter Speckner zeigte auf den Punkt. Klares Fußfoul, richtige Entscheidung! (TV-Bilder ab 1:35 Minute).

Kurz vor Schluss zeigte der Unparteiische in seinem ersten Drittliga-Spiel Dresdens Tim Knipping die Ampelkarte. Der Dresdner konnte es nicht fassen! Er ging im Getümmel im bayrischen Sechzehner zu Boden und wähnte einen Elfer. Stattdessen schickte der Referee aber den gelbvorbelasteten Innenverteidiger vom Platz. Und das vollkommen zurecht, denn da war kein Roter dran, höchstens sein Kollege Ehlers brachte ihn zu Fall. Gelb/Rot die richtige Entscheidung, denn am Ende fiel Knipping zwar über das Bein des Kollegen Evers, doch er ging zuvor schon Richtung Boden und versuchte, den Strafstoß zu schinden (TV-Bilder ab 3:17 Minute)

FC Hansa Rostock 0:0 KFC Uerdingen (SR: Nicolas Winter) 

In der 26. Minute nahm Bentley Bahn in der Zentrale Geschwindigkeit auf, bekam das Leder in den Lauf gelegt und überlief unterwegs Edvinas Girdvainis. Im Strafraum angekommen, bekam der Angreifer einen kleinen Rempler vom Verteidiger verpasst und gingt zu Boden. Die Hanseaten forderten Elfmeter, doch für Schiri Winter wohl zu wenig Kontakt. Nachvollziehbar, denn das Rempeln war schon sehr leicht und Bentley Bahn hatte sich den Ball bereits zu weit vorgelegt. Ein Strafstoß hätte hier nicht gepasst (TV-Bilder ab 0:30 Minuten).

SV Wehen Wiesbaden 2:2 1. FC Kaiserslautern (SR: Dr. Matthias Jölenbeck)

In der 27. Minute grätschte der rechte Verteidiger der Lauterer an der Außenbahn Wiesenbadens Marvin Ajani um. Ajani fiel bei der Grätsche über das Bein, der Lauterer spielte den Ball ins Seitenaus. Schiedsrichter Jöllenbeck entschied auf Freistoß für Wiesbaden und zog die Proteste auf sich. Der etwa ein Meter entfernt stehende Assistent 2 Jonas Brombacher stand daneben, signalisierte kein Foul und war förmlich über den Pfiff des Schiedsrichters verwundert. Das ist eine schlechte Kommunikation im Gespann. Brombacher muss hier Jöllenbeck rechtzeitig durch Headset klar darauf hinweisen, dass kein Foul vorliegt. So könnte man die Reklamationen in der Außenwirkung vermeiden. Der Freistoß eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters (TV-Bilder ab 41:22 Minute).

In der 33. Minute gab es Elfmeter für Wiesbaden. Hainault fiel im Zweikampf mit Tietz und erwischte im Fallen den Ball mit der linken Hand vom Fuß des Angreifers. Der Elfmeter die richtige Entscheidung, da dass Handspiel des am Boden liegenden Lauterer mit dem ausgefahrenen bewusst erfolgte. Für sein Handspiel sah Hainault natürlich auch noch Gelb (TV-Bilder ab 1:33 Minute).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit beschwerte sich Lucas Röser beim Unparteiischen, nachdem dieser nach einem Zusammenprall von Tim Boss und Kraus im Strafraum nicht auf Elfmeter für den FCK entschied. Dr. Jöllenbeck ließ sich nicht beirren und zeigte Gelb. Ein handelsüblicher Zweikampf und längst nicht klar gegnerorientiert, sodass weiterspielen korrekt ist (TV-Bilder ab 1:30:04 Minute). Zum Vergleich gab er kurz vorher bei einer ähnlichen Situation im Mittelfeldkreis Freistoß für Lautern. Solche Kontakte im Mittelfeld werden häufiger gepfiffen als im Strafraum, denn der Strafstoß ist die schärfste Spielstrafe.

Der Überblick über die gesammelten Ergebnisse des 4. Spieltags der 3. Liga: Insgesamt fielen 29 Treffer an diesem…

Gepostet von Der Drittligist – Alles über die 3.Liga am Montag, 5. Oktober 2020

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