Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 30. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 30. Spieltag | 3. Liga

7. Juni 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Mit dem Elfmetern für Magdeburg, Braunschweig und Ingolstadt +++ einer möglichen Abseitsstellung in Mannheim +++ dem verweigerten Elfmeter für Chemnitz und Zwickau sowie dem zurückgenommen Handelfmeter für Unteraching. Am 30. Spieltag der 3. Liga schauten wir uns sieben Situationen nochmal an:

1.FC Magdeburg 1:1 KFC Uerdingen (SR: Dr. Riem Hussein)

Christian Beck wurde ins 1-gegen-1-Duell mit Vollath geschickt, aber Lukimya räumte ihn vorher unbeholfen von hinen ab. Der Ball war für Beck in Spielnähe und daher gab es den Elfmeter für Magdeburg und Gelb für Lukimya vollkommen zurecht (TV-Bilder ab 2:31 Minute).

SV Waldhof Mannheim 2:1 FC Viktoria Köln (SR: Patrick Alt)

Beim klasse Pass von Ferati auf Bouziane reklamierte die Hintermannschaft auf Abseits. Die Fahne des Assistenten ging nicht hoch und auch Schiedsrichter Patrick Alt ließ weiterlaufen. Und das ist auch die richtige Entscheidung, denn beim Paßsteht der Bouziane auf gleicher Höhe mit dem Abwehrspieler. Gut erkennbar an der Rasenmarkierung. Super gesehen von Assistent Marcel Schütz (TV-Bilder ab 1:08 Minute).

Eintracht Braunschweig 1:1 FC Bayern München II (SR: Patrick Ittrich)

Die Braunschweiger Löwen zeigten sich im eigenen Stadion nach der Führung durch Jan-Fiete Arp nicht geschockt und kreierten direkt einen wütenden Angriff. Bürger drang links in den Strafraum ein und kam zu Fall, da Stanisisc ihm scheinbar leicht in die Hacken gelaufen war. Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied auf Elfmeter und Gelb gegen den Bayern-Akteur, der sich anschließend zu sehr beschwerte und von Ittrich die Ampelkarte sah. Den fälligen Elfmeter verwandelte Kobylanski sicher.
In den Zeitlupenbildern ist zwar ein Kontakt erkennbar, aber die Bewegung des Verteidigers ist nicht da. Der Verteidiger steht nur am Mann. Somit ist nicht nur der Strafstoß und die Gelbe Karte für Stanisisc eine Fehlentscheidung, auch Gelb/Rot wäre dann in der Folge nicht gekommen. Sowas macht normalerweise Ittrich nicht, da er ein kommunikativer Schiedsrichter ist und auch Gespräche ist. Ob es eine übertriebene Aktion ist, wissen wir nicht, aber auf alle kein Elfmeter (TV-Bilder ab 1:07 Minute).

MSV Duisburg 2:1 Chemnitzer FC (SR: Johann Pfeifer)

In der 5. Minute Glück für den MSV: Tuma forderte nach einem Kopfball an Schmelings Oberarm vergeblich Elfmeter. Doch die Pfeife vom Schiedsrichter blieb stumm. Der Arm des Duisburger ging reflexartig fast in Torwartmanier raus und blockte so die Eingabe des Chemnitzers ab. Eine Fehlentscheidung nicht auf Elfmeter zu entscheiden (TV-Bilder ab 0:54 Minute).

FSV Zwickau 5:1 Hallescher FC (SR: Wolfgang Haslberger)

Eine schwierige Elfmeterszene hatte der Schiedsrichter hier zu entscheiden, als Zwickaus Ronny König im Strafraum seinen wegcheckte. Hier liegt definitiv kein strafbares Foulspiel vor. Der Stürmer tritt sogar dem Verteidiger in die Hacke (TV-Bilder ab 0:30 Minuten).

SC Preußen Münster 2:1 SpVgg Unterhaching (SR: Lukas Benen)

Nach der Pause entschied der Schiedsrichter zu Unrecht auf Handelfmeter für Unterhaching, denn Max Dombrowka schoß Oliver Steurer nicht gegen die Hand, sondern schmerzlich gegen den Kopf. Es gab auf Münsterer Seite wilde Proteste wegen die klaren Fehlentscheidung. Benen beriet sich Assistent Daniel Fleddemann und er nahm die Entscheidung zurück. Zwar zum Unmut der Gäste, aber vollkommen zu Recht die Rücknahme des Elfmeters mit Hilfe des Assistenten entschieden. Das war eine mega Team-Entscheidung im Sinne des Sport. Ohne Videobeweis nahm er den Elfmeterpfiff wieder zurück. Respekt! (TV-Bilder ab 2:13 Minute)

In der Schlussphase warfen die Hachinger nochmal alles nach vorne und versuchten mehrfach Strafstöße herauszuholen. Da dort lag Benen jeweils richtig, da kein nennenswertes Foulspiel vorgelegen hat. In der 87. Minute war die Art und Weise wie sie auf den Schiedsrichter zugingen und ihn anrempelten zu viel. Hier hätte er dem Sünder zwingend Gelb zeigen müssen. Sonst war es eine mehr als ordentliche Leistung des jungen Unparteiischen!

FC Ingolstadt 1:1 SG Sonnenhof Großaspach (SR: Tobias Schultes)

Bei einer Freistoß-Hereingabe ging Kutschke zu Boden. Gehring hatte ihn kurz gehalten, wurde dann aber auch selbst am Trikot gezerrt hat. Trotzdem zeigte Schiedsrichter Schultes auf den Punkt. Sehr harte, strittige aber für uns eine vertretbare Entscheidung. Hier ist Stefan Kutschke ein gierig und der Aspacher unclever, wie der ihn da am Trikot gezogen. Es ist gewiss kein zwingender Strafstoß, aber auch keine Fehlentscheidung, da ein Kontakt stattfand.
Ansgar Volz würde sagen: „Das müsste viel öfters gepfiffen werden, dann würden die Spieler vielleicht mal ihre Griffel weglassen.
Aber das ist halt wieder die Frage nach der Linie des Schiedsrichters. Und da musste er sich halt entscheiden, pfeife ich das relativ kleinliche Ding oder lasse ich es laufen. Tatsächlich hat Schultes in dem Spiel sehr viel gepfiffen, weshalb er da auch etwas kleinlicher wurde.

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