Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 4. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 4. Spieltag | 3. Liga

5. August 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Der nichtgegebene Elfmeter für Halle, einer eines Weltmeisters nicht würdigen Aktion, dem 2:1 für Magdeburg, dem Handspiel in Ingolstadt, dem Freistoß und Elfmeter für Zwickau, der Roten Karte für Jenas Grösch und einem nichtausgegebenen Fairplay des Schiedsrichters. Am 4. Spieltag schauten wir uns 10 Situationen nochmal genauer an.

Hallescher FC 3:1 Chemnizer FC (SR: Jonas Weickenmeier)

Guttau düpierte Reddemann mit einem Beinschuss, ehe er in den Strafraum einziehen konnte. Dafür wurde Hoheneder umspielt, der blockte den Ballführenden ohne an das Leder zu kommen. Die Pfeife des Referees blieb stumm. Ärgerlich für den HFC, da hätte es durchaus Elfmeter geben können (Videobilder ab 37:19 Minute).

IG-Schiedsrichter: Schwierige aber durchaus vertretbare Entscheidung. Das ist wieder so eine Sache. Im Mittelfeld pfeift man so ein Ding sicher ab. Er stellt sich in den Laufweg rein und ließ Halles Stürmer auflaufen. Für mich aber ehrlich gesagt, im Strafraum zu wenig. Man hätte hier aber auch durchaus auf Strafstoß entscheiden können. Das ist noch im Ermessensspielraum des Schiedsrichters.

SG Sonnenhof Großaspach 2:2 KFC Uerdingen (SR: Robert Hartmann)

Dimitry Imbongo Boele hatte sich in einer undurchsichtigen Szene mit Kevin Großkreutz verletzt und musste noch auf dem Spielfeld behandelt werden. In der Wiederholung sah es nach einem rotwürdigen Tritt vom früheren Dortmunders aus. Der Ball war nicht mal in der Nähe (Videobilder ab 57:45 Minute).

IG-Schiedsrichter: Ein ganz übles Foulspiel. Der Ball war gerade dabei nach einem Einwurf per Flanke von der linken Seite in den Strafraum geschlagen zu werden, als plötzlich Kevin Großkreutz -der Weltmeister im Diensten des KFC- auf die Idee kam seinem vor ihm stehenden Gegenspieler die Stollen auf den Fuß/Bein zu treten. Der Ball war dabei 15 Meter entfernt und Großkreutz wusste ganz genau was er da machte. Entgegen dem von Joshua Kimmich im Supercupfinale ist das hier eine ganz klar Rote Karte wegen rohen Spiels. Er sieht seinen Gegner vor sich und der Ball ist ganz weit weg. Von einem so erfahrenen Fußball-Weltmeister finde ich so eine Aktion maximal enttäuschend so etwas zu machen. Der Mann mit diesem Status hat eine Verantwortung für Kinder und Jugendliche. Ein ganz schlechtes Vorbild für den Amateurfussball.

SV Meppen 1:3 1. FC Magdeburg (SR: Wolfgang Haslberger)

In der 62. Minute wurde es hitzig und strittig. Zunächst Magdeburg Christian Beck rempelt außerhalb des Strafraums des Strafraums einen Meppener um. Das Spiel lief weiter. Wenig später lag ein Meppener im Strafraum. Schiri Haslberger gab den Freistoß rauszu für Magdeburg (Videobilder ab 1:36:35 Minute).

IG-Schiedsrichter: Die erste Szene ein robuster Einsatz mit Blick nur auf den Ball und nicht den Gegner. Dort würde ich sagen, pfeif das Ding ab und du lebst ruhiger. In der zweiten Aktion spielt er zwar auch robust aber klar den Ball. Also gerade wenn das Spiel so aufgeladen ist, dann halte ich es an der kurzen Leine und pfeif das erste Ding weg, dann kommt es auch gar nicht zu der zweiten Aktion.

Knapp Abseits auf dem rechten Flügel

Ein dicker Patzer von Erik Domaschke brachte den 1. FC Magdeburg in Führung. Ernst trieb Ball nach vorne, er spielte nach rechts auf Manfred Osei-Kwadwo. Aus spitzem Winkel zog ohne Anspielstation einfach ab. Der Ball flutschte dem Meppener Schlussmann durch die Hosenträger. Doch lag beim Zuspiel eine Abseitsposition vor? (Videobilder ab 78:54 Minute).

IG-Schiedsrichter: Tendenziell für mich Abseits. Das ist eine hauchdünne Entscheidung ob Abseits oder nicht. Der Assistent ist eigentlich sehr gut positioniert. Im Standbild schaut es so aus, als ob der Magdeburger einen Schritt weiter vorne steht.

FC Ingolstadt 3:0 Würzburger Kickers (Mitja Stegemann)

Schuppan bekam das Spielgerät aus gut 5 Metern gegen die Hand geschossen (Videobilder ab 1:50 Minute).

IG-Schiedsrichter: Kein Strafstoß: Analyse. Wenn er den allerdings pfeift, dann ist die Gelbe Karte verpflichtend , weil durch das Handspiel ein Torschuss unterbunden wurde. Letztlich den Strafstoß zu geben, aber definitiv eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters da er den angelegten und nicht den abgestreckten Arm getroffen hat.

FSV Zwickau FC Carl Zeiss Jena (SR: Michael Bacher)

Vor der Pause ein strittiger Freistoß aus dem linken Halbfeld. Jenas Rohr rauschte von der Seite mit dem langen Bein in Zwickaus Robert Huth hinein. Der Zwickauer blieb mit schmerverzerrten Gesicht liegen, der Jenaer bekam Gelb (Videobilder ab 54:35 Minute).

IG-Schiedsrichter: Auch wenn er da mit seiner Grätsche klar den Ball spielt, trifft er doch auch sehr viel Gegnerbein. Da dies den rücksichtslosen Charakter erfüllte, wurde Rohr korrekterweise mit der Gelben Karte bedacht.

Der fällige Freistoß landete zentral vor dem Tor im Sechzehner, Ronny König ging zu Boden und Schiedsrichter Bacher ging zu Boden (Videobilder ab 55:24)

IG-Schiedsrichter: Diese Entscheidung ist absolut korrekt. Grösch hielt den startenden König klar erkennbar im Sechzehner fest und hinderte ihn somit am weiterlaufen. Das ist ein Elfmeter den du auf alle Fälle so pfeifen kannst. Er hält ihn fest, hat den Moment verpasst als König schon startete, als Marius Grösch das merkte, blieb ihm nur noch der Griff um ihn da noch am weiterlaufen zu hindern und der nahm das gerne an. Aus unserer Sicht eine richtige Entscheidung des Referees.

In der 74. Minute Jenas Neuzugang Zejnullahu mit einer klasse Vorarbeit auf rechts in die Mitte auf Ole Käuper, doch der scheiterte am grätschenden Innenverteidiger und FSV-Brinkies (Videobilder ab 3:47 Minute).

IG-Schiedsrichter: Einige wollte da ein Handspiel von Innenverteidiger Hehne gesehen haben, doch das war maximal die Stützhand, welche mit neuer Regel ohnehin nicht mehr strafbar ist.

Sieben Minuten vor Schluss dezimierten sich die Jener noch selbst. Fabio Viteritti war nach einem Ballverlust von Grösch auf und davon. Rohr konnte ihn nur noch mit einem Foul stoppen. Viteritti scheitert im Anschluss an Coppens, danach zeigt Bacher die Rote Karte. Zudem gibt es Freistoß ganz nah am Strafraum!

IG-Schiedsrichter: Viteritti lief frei auf den Torwart von Jena zu, Kurz vor der Strafraumgrenze wurde er von Maximilian Rohr zu Fall gebracht. Doch anstatt liegen zu bleiben, stand er wieder auf und suchte den Torabschluss. Doch der Torwart konnte den Ball parieren und so pfiff Schiedsrichter Michael Bacher und gab den Freistoß. Die Wahl der Personalstrafe ist knifflig. Jedoch auch nach neuer Regel weiterhin Rot, da der Abschluss nicht im Tor landete. Wäre diese der Fall gewesen, reden wir da nur von Gelb.

Laut Jenas Günther-Schmidt „kindisches Verhalten“ bei Schiedsrichter Bacher

Mit sechs Gelben (3/3) und einer einer Roten Karten war das ein ziemliches Kartenfestival und da muss sich der Schiedsrichter die Frage stellen, ob er den richtigen Einstieg der Personalstrafen geschafft hat. Wenn Jenas Gütner-Schmidt für die Aussage „was du gepfiffen hast“ die Gelbe Karte bekommen hat, dann wirkt das schon extrem dünnhäutig. Es kommt sehr wohl darauf an, wie du deine Entscheidung verkaufst. Machst du das gut und entsteht keine Hektik, kannst du jederzeit großzügig pfeifen. Das wirkt auch viel besser auf dich als wenn du am Ende mit 10 Gelben Karten da stehst. „Karten zeigen kann jeder, Karten verhindern muss man können.“ Der Spruch ist von Lutz-Michael Fröhlich und ich finde den super.

Aber was aus unserer Sicht viel schwerer wiegt, ist das niveau- und anstandslose Verhalten von Bacher. Egal was in 90 Minuten gewesen, soviel Größe muss man haben, den Fairplay-Handshake nach der Partie auszugeben.

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