Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 5. Spieltag | 2. Bundesliga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 5. Spieltag | 2. Bundesliga

4. September 2019 0 Von Reiner Kuhn

Mit einem möglichen Foulelfmeter für Bochum, den Strafstößen für Aue, Osnabrück und Bielefeld, der Rote Karte für Dresdens Nikolaou und dem wegen Abseits aberkannten Tor in Nürnberg. Am 5. Spieltag der 2. Bundesliga schauten wir uns sechs Situationen nochmal genauer an.

VfB Stuttgart 2:1 VfL Bochum (SR: Manuel Gräfe)

In der Schlussphase wurde es nochmal knifflig und strittig. Karasan gegen Eisfeld gerieten im Laufduell im Strafraum aneinander. Die Pfeife von Manuel Gräfe blieb auch nach Videoanalyse stumm (Videobilder ab 2.42).

IG-Schiedsrichter: Stuttgart Karazor ging im Laufduell gegen Bochums Eisfeld im Strafraum, kurz vor der Torauslinie, per Grätsche zu Boden und der Bochumer kam zu Fall. Nicht ganz aufzulösen ob tatsächlich ein strafbarer Kontakt vorliegt. Tendenziell tendiere ich zu Strafstoß, da das Bein des Bochumers entscheidend wegknickte. Das wäre wohl der Ausgleich für Bochum vom Punkt gewesen. Aber alles in allem ist das nicht gerade viel Kontakt. Im Strafraum muss es eindeutig von daher liegt weiterspielen noch im Ermessen.

Holstein Kiel 1:1 Ergebirge Aue (SR: Lasse Koslowski)

Nach eine Ecke wurde Kalig am kurzen Pfosten von van den Bergh am Fuß getroffen. Gefährlich wäre es nicht geworden, es gab aber den Einsatz des Video-Assistenten. Schiri Koslowski brauchte nicht lange, um auf den Punkt zu zeigen. Kalig wurde klar am Fuß erwischt. Ein dummes Vergehen (Videobilder ab 1:55).

IG-Schiedsrichter: Nach einer Hereingabe kam van den Bergh gegen Kalig zu spät. Er traf ihn am Fuß und der Kontakt genügte, damit er nicht mehr an den Ball kommen konnte. Nach dem Review entschied Koslowski zurecht auf Strafstoß.

In der Schlussphase traf Pascal Testroet zur vermeintlichen Führung. Doch dieser zählte wegen einer Abseitsstellung nicht.

IG-Schiedsrichter: Testroet traf, aber er stand zentimeter im Abseits! Den ruhenden Ball nickte der Angreifer kurz vor Reimann aus kurzer Distanz ins linke Eck, allerdings wurde er zurückgepiffen. Es wurde nochmal auf den Videoschiedsrichter gehört. Sehr knapp, aber korrekt.

Das Handspiel des Kielers bewerte ich als nicht strafbar. Da keine Absicht, keine Orientierung, kurze Distanz und er sich wegdrehte.

VfL Osnabrück 3:0 Karlsruher SC (SR: Michael Bacher)

Der zweite Durchgang begann mit der Vorentscheidung. Es gab Strafstoß für Osnabrück! Nach Agus Ballverlust im Sechzehner stellte Roßbach das Bein raus, um die Kugel vor Taffertshofer zu erreichen. Damit traf aber aber nur den Gegenspieler – Referee Bacher zeigte direkt auf den Punkt (Videobilder ab 1:23 Minute).

IG-Schiedsrichter: Karlsruhes Roßbach stellte sich im eigenen Strafraum etwas dämlich an, als er ohne großen Grund das Bein rausfuhr. Osnabrücks Taffertshofer nahm das dankend an und ließ sich fallen, als er den Kontakt gefunden hat. Der Pfiff von Michael Bacher ist absolut okay.

Dynamo Dresden 3:3 FC St. Pauli (SR: Bejamin Cortus)

Der Videobeweis griff richtigerweise ein. Nikolaou trat Conteh von hinten brutal um, der Ball ist nicht mehr zu erreichen. Erst zückte Schiedsrichter Cortus Gelb, nachdem er sich die Szene selbst nochmal ansah, bekam er Rot (Videobilder ab 2:29).

IG-Schiedsrichter: Nikolaou von Dynamo Dresden ging viel zu hart gegen seinen Gegenspieler Conteh rein. Der Ball war schon weit weg und dann kam er von hinten angerauscht und traf den Paulianer mit der offenen Sohle auf Höhe der Wade. Der Treffer ist weit über ,,rücksichtslos“ und somit ist der Eingriff des Video-Assistenten hier absolut nachvollziehbar und die anschließende Rote Karte berechtigt. In der Höhe kann man nicht gestreckt mit dem Bein in Richtung Gegner gehen. Da nimmt man das Foul und eine Verletzung billig in kauf.

Update: Der Dresdner wurde vom Sportgericht drei Meisterschaftsspiele gesperrt.

Arminia Bielefeld 2:2 Greuther Fürth (SR: Tobias Reichel)

Elfmeter für Bielefeld! Edmundsson pflückte einen hohen Ball per Brust runter, dann rauschte Sarpei in ihn hinein. Beide prallen dabei mit den Köpfen zusammen und mussten behandelt werden. Sarpei räumte Edmundsson ungestüm ab, den fälligen Elfmeter verwandelte Klos zum 1:2-Anschlusstreffer (Videobilder ab 1:10 Minute).

IG-Schiedsrichter: Fürths Sarpai und Edmundsson sprangen im Strafraum der Gäste hoch um den Ball in der Luft zu klären. Der Gästeakteur ist deutlich zuerst am Ball und wurde danach unglücklich von Sarpei in der Luft zu Fall gebracht. Er hat das Pech, dass sein Gegenspieler eher am Ball ist, kann jedoch in der Luft auch nicht mehr groß die Richtung und somit den Aufprall verhindern. Der Strafstoßpfiff von Tobias Reichel geht in Ordnung, hätte aber wohl nicht zwingend sein müssen.

FC Nürnberg 2:2 1. FC Heidenheim (SR: Florian Heft)

Der Club traf, doch es zählte nicht! Ein langer Pass aus der eigenen Hälfte landet bei Frey, der dabei wohl knapp im Abseits stand. Der Angreifer drehte sich einmal um die eigene Achse und donnerte den Ball halblinks auf die Kiste. Müller ließ den Schuss nach vorne abprallen, sodass Hack das Leder in die rechte Ecke jagen konnte (Videobilder ab 0:45 Minute).

IG-Schiedsrichter: Zurecht wurde der Treffer von Florian Heft nach Ansicht der Videobilder zurückgenommen, da Frey beim Anspiel im Abseits stand und Dovedan die Kugel nicht berührte. Das Leder kam also ungehindert zu Frey. Zwar wird der Ball hier vom Nürnberger aus der eigenen Hälfte gespielt und Dovedan berührte das Leder nicht mehr. Das ist jedoch nur kein Abseits, wenn der Angreifer aus der eigenen Hälfte losläuft. Hier steht der Nürnberger schon beim Abspiel weit in der gegnerischen Hälfte und dadurch war die Entscheidung von Schieds- und Video-Schiedsrichter korrekt.

Die Ergebnisse nach dem 5. Spieltag:

Alle Ergebnisse des 5. Spieltags und die Tabelle der 2. Bundesliga vor der Länderspielpause:Wo steht euer Verein? 🤷‍♂️

Gepostet von Der Zweitligist – Alles über die 2.Bundesliga am Montag, 2. September 2019

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