Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 6. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 6. Spieltag | 3. Liga

22. Oktober 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Schiedsrichter haben es nicht leicht. Sie müssen 22 Spieler im Auge behalten und haben keine Zeitlupe oder verschiedene Kamera-Einstellungen. Wir nehmen einige Szenen vom Wochenende noch einmal unter die Lupe.

Mit den nicht gegebenen Strafstößen in Düsseldorf, Dresden und Mannheim +++  der Gelben Karte für Zwickaus Julius Reinhardt +++ den Elfmetern in München und Mannheim +++ dem aberkannten Treffer in Kaiserslautern +++ der Roten Karten für Ingolstadt Elva +++ und einem ungeahndeten Tritt beim Handshake von Ingolstadts Henke, der noch den DFB auf den Plan rufen könnte. Am 6. Spieltag schauten wir uns 10 Situationen genauer an.

KFC Uerdingen 0:4 SV Wehen Wiesbaden (SR: Michael Bacher)

Nach der Wiesbadener Führung wurde Osawe angespielt, wurde von Medic per Grätsche gestärt, kam aber zum Abschluss und verfehlte den Kasten um Zentimeter. Bei genaueren Hinsehen traf der Wiesbadener den Uerdinger mit dem Nachziehbein am Fuß, weshalb es einen einen Strafstoß hätte geben müssen. Aber schwer für Bacher zu sehen, da ein Wiesbadener ihm die Sicht auf die Situation nahm. Dennoch eine Fehlentscheidung nicht auf Strafstoß zu entscheiden. Doppelt bitter: Osawae musste wenig später ausgewechselt werden (TV-Bilder ab 0:52 Minute).

SG Dynamo Dresden 1:2 FSV Zwickau (SR: Alexander Sather)

Julius Reinhardt rauschte mit dem Knie voran in das Schienbein von Chris Löwe, welcher sich dabei schwerer verletzte und ausgewechselt werden musste. Schiedsrichter Sather zeigte ihm dafür die gelbe Karte. Eine Fehlentscheidung! Wäre der Zwickauer mit dem Fuß eingestiegen, wäre die Rote Karte wohl klarer, doch dem Knie von Reinhardt kam hier aufgrund der Intensität die gleiche Wirkung zu, wie einem Fuß! Gute Besserung. (TV-Bilder ab 1:24 Minute)

Kevin Broll möchte mit den Fäusten voran ins Luftduell mit Julius Reinhardt gehen, kam aber zu spät und räumte diesen ab! Schiedsrichter Sather ließ weiterspielen. Eine Fehlentscheidung! Der Torwart kam schlicht und einfach zu spät und foulte Reinhardt, weshalb es den Strafstoß hätte geben müssen! (TV-Bilder ab 2:32 Minute)

Türkgücü München 4:3 VfB Lübeck (SR: Nicolas Winter)

Kurz vor Schluss zeigte Schiedsrichter Nicolas Winter zum dritten Mal in dieser Begegnung auf den Elfmeterpunkt! Während die ersten beiden Strafstöße völlig unstrittig waren, ist diese Situation schwerer aufzulösen: Florian Riedel blockte einen Schuss, wobei es für uns nicht zweifelsfrei aufzulösen ist, mit welchem Körperteil. Es war wohl eher (aus kürzerer Distanz) der Schulter/Rückenbereich. Riedel zog allerdings auch seine Arme nach oben, was einen Pfiff bei der richtigen Trefferfläche vertretbar erscheinen lassen würde. Insgesamt sind wir eher der Meinung, dass dieser Pfiff eine Fehlentscheidung war (TV-Bilder ab 3:36 Minute).

SV Waldhof Mannheim 1:2 FC Hansa Rostock (SR: Sven Waschitzki)

Sven Sonnenberg verlor ein Laufduell mit Dominik Martinovic und trat diesem in die Hacken. Schiedsrichter Waschitzki entschied auf Strafstoß für Mannheim und Gelb für den Rostocker. Allerdings war der Kontakt wohl vor dem Strafraum, weshalb es Freistoß und die Rote Karte für Sonnenberg wegen der Verhinderung einer klaren Torchance hätte geben müssen Der Strafstoß und Gelb für Rostocks Sonnenberg eine Fehlentscheidung! (TV-Bilder ab 1:01 Minute)

Gillian Jurcher wurde in den Rostocker Strafraum geschickt und von Sven Sonnenberg mit einem Schubsen zu Fall gebracht. Waschitzki ließ weiterspielen. Eine Fehlentscheidung! Es hätte den Strafstoß und spätestens hier die Gelb-Rote Karte für Sonnenberg geben müssen! (TV-Bilder ab 3:50 Minute)

1.FC Kaiserslautern 1:1 FC Ingolstadt (SR: Asmir Osmanagic)

Nach einer Hereingabe köpfte Thomas Keller zur vermeintlichen Führung für Ingolstadt ein. Doch Schiedsrichter Osmanagic entschied auf Foulspiel an Torhüter Saphir. Eine Fehlentscheidung, da Saphir den Ball weder in den Händen hatte, noch anderweitig regelwidrig attackiert wurde (TV-Bilder ab 0:19 Minuten).

Cannigia Elva geriet mit Marlon Ritter aneinander und schlug diesem dann ins Gesicht. Osmanagic zeigte völlig zu Recht die Rote Karte, hielt diese aber schon einige Sekunden in der Hand und wurde so schon von einigen Ingolstädter Spielern belagert. Unkluges Verhalten, so lange mit der Roten Karte in der Hand auf dem Platz zu stehen (TV-Bilder ab 2:23 Minute).

Kurz vor Schluss setzte sich Marvin Pourie robust gegen Björn Paulsen durch, wurde aber alleine auf dem Weg zum Tor zurückgepfiffen. Osmanagic bewertete den Armeinsatz des Stürmers als Foulspiel, was durchaus nachvollziehbar ist, da Lauterns Pourie den Ingolstädter bei der Ballannahme mit dem Arm leicht wegdrückte. Kann man pfeifen, muss man nicht (TV-Bilder ab 3:37 Minute).

Beim Handshake nach Schlusspfiff ließ sich Ingolstadts Sportdirektor Michael Henke zu einer widerlichen Unsportlichkeit hinreißen. Er trat dem nichts ahnenden Coach der Lauterer, Jeff Saibene, in die Beine und suchte dann schnell das Weite. Kein Vorwurf an das Gespann in dieser Situation, so etwas muss zweifelsfrei erkannt werden. Das Sportgericht des DFB könnte sich die Szene allerdings noch einmal genauer ansehen (TV-Bilder ab 2:27:11 Minute).

 

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