Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 9. Spieltags | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 9. Spieltags | 3. Liga

21. September 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Ein sehr fairer Drittligaspieltag liegt hinter uns. In der Analyse beschäftigen wir uns mit einigen Strafraumszenen und Torsituationen.

TSV Havelse 1:0 Viktoria Köln (SR: Nicolas Winter)

Julius Düker stellte im Kölner Strafraum seinen Körper zwischen Ball und Gegner und ließ sich von Kai Klefisch zu Boden rempeln. Schiedsrichter Nicolas Winter entschied zu Recht auf Strafstoß für Havelse. Clever gemacht von Düker, der den Kölner durch gutes Zweikampfverhalten in die schlechtere Position zum Ball brachte. So konnte Klefisch nicht mehr viel anderes tun, als ihn zu foulen. [TV-Bilder – ab 01:50 Minute]

1.FC Saarbrücken 3:1 Türkgücü München (SR: Florian Exner)

Alexander Groß störte Tim Rieder früh beim Spielaufbau, wobei der Münchener zu Fall kam. Dann lief der Ball weiter zu Minos Gouras, welcher zum 3:1 traf. Schiedsrichter Florian Exner ließ die robuste Balleroberung zu Recht weiterlaufen, da der Saarbrücker den Ball spielte. [TV-Bilder – ab 02:35 Minute]

Alexander Sorge bekam den Ball im eigenen Strafraum zuerst an den Oberkörper und dann an den Arm. Schiedsrichter Florian Exner ließ das Spiel weiterlaufen. Da der Münchener eine leichte Balancebewegung mit dem Arm machte, sah das recht aktiv aus, aber genau hier kann man erkennen, was nicht mehr strafbar sein soll: Ein Handspiel, das seine Ursache in der Körperbewegung hat, soll nicht mehr strafbar sein! Korrekte Entscheidung, hier keinen Strafstoß zu verhängen! [TV-Bilder – ab 44:15 Minute]

VfL Osnabrück 1:0 SV Meppen (SR: Mitja Stegemann)

Ole Käuper bekam im eigenen Strafraum einen Ball an den abgestreckten Arm, Schiedsrichter Mitja Stegemann entschied aber nicht auf Strafstoß für Osnabrück, sondern auf Freistoß für Meppen, da Aron Opoku zuvor Markus Ballmert gefoult haben sollte. Man erkennt am späten Pfiff des Referees, dass dieser Pfiff eher taktischer Natur war. Ein Foulspiel ist hier aber absolut nicht erkennbar! Es hätte also Strafstoß für Osnabrück geben müssen, da Käuper beide Arme reflexartig zum Ball bewegte. [TV-Bilder – ab 34:40 Minute]

1.FC Magdeburg 1:2 Würzburger Kickers (SR: Patrick Alt)

David Kopacz traf zur frühen Führung für Würzburg. Allerdings ließ Robert Herrmann auf der anderen Seite im Duell mit Jason Ceka das Bein stehen, sodass dieser zu Fall kam. Hier hätte es bereits Freistoß für Magdeburg geben müssen. [TV-Bilder – ab 00:50 Minute]

Louis Breuning stieg Jason Ceka auf den Fuß und erhielt dafür die gelbe Karte. Was Schiedsrichter Patrick Alt allerdings verborgen blieb war, dass sich das Foulspiel auf der Strafraumlinie ereignete. Da die Linie zu dem Raum gehört, den sie begrenzt, hätte es also Strafstoß für Magdeburg geben müssen. Alt selbst kann das nicht sehen, er hätte aber Unterstützung von Assistent Nikolai Kimmeyer erhalten müssen. [TV-Bilder – ab 01:30 Minute]

SC Freiburg II 2:0 FC Viktoria Berlin (SR: Lukas Benen)

Lukas Pinckert verfolgte Nach Weißhaupt bis in den Berliner Strafraum und verfehlte dort den Ball. Stattdessen erwischte er den Freiburger am Knöchel, wodurch dieser zu Fall kam. Korrekte Strafstoßentscheidung von Lukas Benen aufgrund eines klaren Fußfouls. [TV-Bilder – ab 00:30 Minute]

SV Wehen Wiesbaden 0:1 Borussia Dortmund II (SR: Tobias Reichel)

Benedict Hollerbach zog seinen Arm aus der Schusslinie und bekam den Ball dann doch noch an selbigen, nachdem er von einem Mitspieler aus kürzester Distanz zurückprallte. Der Arm des Wiesbadeners befand sich dabei auf Kopfhöhe, diese Position war allerdings Folge der vorherigen Ausweichbewegung. Korrekte Entscheidung von Schiedsrichter Tobias Reichel, das Spiel weiterlaufen zu lassen. [TV-Bilder – ab 24:20 Minute]

Ted Tattermusch lag im Dortmunder Strafraum und rollte sich in Richtung des Balles ab. Dort zog er dann, nachdem er des Spielgerät berührte, seinen Arm wieder weg. Schiedsrichter Reichel hatte schlechte Sicht und ließ weiterlaufen. Zu Unrecht, denn der Dortmunder bewegte sich gezielt zum Ball und berührte diesen. Dies stellte ein strafbares Handspiel dar. Dem SV Wehen wurde also in der Nachspielzeit eine spielentscheidende Ausgleichsmöglichkeit durch Strafstoß genommen. [TV-Bilder – ab 3:33 Minute]

[fs]

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