Analyse | Abschied nach 11 Jahren FIFA

Analyse | Abschied nach 11 Jahren FIFA

22. Dezember 2018 0 Von IG Schiedsrichter

Der FC Bayern revanchierte sich für das verlorene Pokalfinale und siegte gegen Eintracht Frankfurt verdient mit 3:0.

Eintracht Frankfurt begann die Partie direkt im sechsten Gang und überrante die Bayern. Nach 10 Minuten standen schon drei 100 %-ige Chancen auf dem Konto der Eintracht, doch am Ende stand entweder Manuel Neuer oder Niklas Süle im Weg.

Die erste Chance der Bayern kam dann durch David Alabas Freistoß. (13.) Die anschließende Ecke brachte ebenfalls keinen Erfolg, denn Kevin Trapp parierte zweimal Weltklasse auf der Linie.

Nach 22 Minuten die erste schmerzhafte Szene. Salcedo ging im Mittelfeld mit offener Sohle auf Robert Lewandowskis Fuß. Zwar ging die Aktion hier klar zum Ball, jedoch hätte man hier auch gut und gerne Gelb geben können. Doch wer Gräfe kennt weiß, dass er gerne mal die Karten stecken lässt und es mit Kommunikation regelt. Gut gemacht, sich nicht zu früh unter Druck setzen. Einige wunderten sich warum Lewandowski dann nach erfolgter Behandlung außerhalb des Spielfeldes selbiges wieder betreten durfte ohne das offensichtlich nicht die Zustimmung  des Schiedsrichters erfolgte. Doch das kann ausgeschlossen werden. Würde er das Feld ohne Zustimmung betreten haben, hätte es Gelb gegeben. Hier wurde mit Sicherheit via Headset kommuniziert und die Freigabe des Schiedsrichters erteilt.

Nach 35 Minuten dann die Führung für die Bayern. Ein langer Ball auf Thomas Müller steckte er durch auf Robert Lewandowski. Der Pole dann uneigennützig mit der Ablage auf Franck Ribery, welcher den Ball nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Gelson Fernandez rauschte nach 37 Minuten dem Torschützen von hinten in die Füße und sah vollkommen zurecht die erste Gelbe Karte. In der Nachspielzeit ein taktisches Foul im Mittelfeld an Ribery. Jeder rechnete mit einem Pfiff, doch Gräfe sah den von hinten herstellenden Lewandowski und lässt den Vorteil laufen. Klasse gesehen.

Als Robert Lewandowski nach 53 Minuten das 2:0 auf dem Fuß hat, versprang ihm der Ball bei der Annahme. Kurz darauf wollte der Pole einen Strafstoß. Anstatt, dass er weiterläuft, fiel er. Doch Gräfe machte keinerlei Anzeichen da zu pfeifen. Korrekte Entscheidung des Berliners.

Der einzige kleine Fehler unterlief Gräfe, als Thiago einen Münchner Konter per Grätsche einleitete. Zwar spielte der Spanier auch den Ball, doch da war auch sehr viel Gegnerkontakt im Spiel. Keine Verwarnung auch okay, da der Frankfurter in der ersten Halbzeit gegen Lewandowski auch kein Gelb bekommen hat. Aus dem Konter wurde nichts, weshalb darüber am Ende nicht großartig geredet wird.

De Guzmán war dann der zweite Spieler der verwarnt wurde. Von hinten kam er viel zu spät gegen Kimmich. Klare Sache (66.). Auch das leidige Thema Handspiel durfte natürlich nicht fehlen. Falette bekam den Ball von Thiago an die Hand. Doch hier ist lediglich die Armhaltung strafbar. Absicht kann hier jedoch nicht unterstellt werden, da er den Ball aus einem halben Meter an den Arm bekam. Es ist ein wenig ein Grenzfall, aber weiterspielen ist da völlig vertretbar. Franck Ribery hat heute einen Sahnetag erwischt. Nach 79 Minuten erzielt der Franzose das 2:0. Zwar traf er den Ball nicht sauber, aber genau das war am Ende das entscheidende.

Der Höhepunkt am Ende kam von Rafinha. Der Brasilianer wollte eigentlich eine Flanke schlagen doch irgendwie drehte der Ball sich ins Tor.

Fazit: Manuel Gräfe bewies einmal mehr seine Klasse. Einzig die Aktion von Thiago im Mittelfeld bewertete er falsch. Die Spieler kennen ihn und seine Linie. Gute Leistung.

Abschied nach 11 Jahren

Seit Jahresbeginn 2007 leitete er auch auf FIFA-Ebene. Seine erste internationale Partie war die Begegnung RC Lens gegen Tschornomorez Odessa am 28. Juli 2007. Seither pfiff er bei WM- und EM-Qualifikationsspielen, Jugendländerspielen und Partien in Champions- und Europa League insgesamt 57 Einsätzen stehen zu abschließend zu Buche. Sein Assistent Guido Kleve, der zur Jahresende ebenso auf internationalen Terrain aufhört, kommt auf 76 Partien.

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