Forsbergs Last Minute-Treffer entscheidet Halbfinale

Forsbergs Last Minute-Treffer entscheidet Halbfinale

21. April 2022 0 Von Reiner Kuhn

RB Leipzig steht im DFB-Pokalfinale! Mit einem 2:1-Heimsieg gegen den 1. FC Union Berlin zogen die Sachsen zum zweiten Mal in Folge ins Endspiel ein. Zunächst lag Leipzig durch den Treffer von Becker zurück. In der zweiten Halbzeit drehte RB aber die Partie durch ein Strafstoßtor von Silva  und einen späten Kopfballtreffer von Forsberg in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Dr. Felix Brych wurde für den Elfmeter einmal in die Review-Area gebeten, lieferte sonst aber eine gute Leistung ab.

Die Partie begann relativ schwungvoll auf beiden Seiten. Leipzig versuchet sich auf die eigenen Angriffe zu konzentrieren, während Union die Fehler der Gäste erzwingen wollten durch sehr hohes Pressing. So ging der ein oder andere Ball der Leipziger schnell leichtsinnig verloren. Die erste gute Möglichkeit gab es nach 11 Minuten für RB. Rechtsverteidiger Mohamed Simakan spielte einen perfekten Pass durch das Mittelfeld auf Andre Silva. Mit einem Chippass spielte dieser den Ball an die linke Strafraumkante zu Dominik Szoboszlai. Aus spitzen Winkel verzog der RB-Angreifer den Abschluss dann doch um einige Meter.
Doch auch die Gäste aus Berlin kamen schnell zu ihrer Chance. Eine flach hereingespielte Ecke fand seine Abnahme bei Sheraldo Becker. Sein Schuss der ins Aus gegangen wäre lenkte Peter Gulacsi ungewollt vor die Füße von Grischa Prömel. Dieser zog sofort ab, der Schuss ging aber nur ans Außennetz.

Dann wurde es knifflig. Benjamin Henrichs erhielt in Minute 19 den Ball nach hervorragender Vorlage. Auf rechts war der deutsche Nationalspieler vorbei und zog in den Strafraum ein. Dort wurde Henrichs von Bastian Oczipka zu Fall gebracht. Eigentlich ein klarer Strafstoß, jedoch stand Henrichs zuvor hauchzart im Abseits, was Assistent Mark Borsch sehr gut erkannt hatte. Somit gab es zurecht statt Strafstoß Leipzig den indirekten Freistoß für Union.

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Plötzlich ging Union in Führung! Awoniyi lässt 30 Meter vor dem Tor zur rechten Seite abklatschen und fand dort Christopher Trimmel, dieser schlug den Ball mit dem ersten Kontakt, perfekt getimt, messerscharf und flach einmal quer über den Platz zum zweiten Pfosten auf Becker. Auch der nutzt den ersten Kontakt – und setzte den Ball mit der Innenseite präzise ins lange Eck, keine Chance für Gulasci. Ein absolutes Traumtor der Gäste!

Die erste gelb Karte gab es nach 35 Minuten für Konrad Leimer. Immer wieder wurde die letzten Minuten gepresst und gegengepresst, der Ball sprang von einem Bein ans andere. Dann beging Laimer das Foul gegen Oczipka, mit offener Sohle rauschte er an und traf den Berliner an der Wade. Dafür gab es zwingend notwendig die erste gelbe Karte. Kurz vor der Pause folgte noch eine zweite gelbe Karte. Szoboszlai verspielte die Umschaltgelegenheit mit einem schlampigen Pass, doch Robin Knoche versprang der Ball und im Nachsetzen rannte der Berliner im Mittelfeld in Szoboszlai rein.

André Silva gleicht vom Punkt aus

Über die rechte Seite gab es bis dato von den Leipzigern die meiste Gefahr. So auch in Minute 60, als Christopher Nkunku den Ball bekam und in den Berliner Strafraum einzog. Dann der Aufschrei als Nkunku zu Fall ging! (Fast) das ganze Stadion wollte den Elfmeter, doch Brych lies zunächst weiterspielen.

Was war passiert?

Timo Baumgartl trat dem Leipziger an den rechten Knöchel, daraufhin sank Nkunku zu Boden und wurde im Fall nochmals am linken Fuß getroffen. Was durch schlechte Aussagen des eigentlich sehr souveränen MDR-Kommentators Eik Galleys im Fernsehen seltsam aussah, war letztendlich glasklar. Der erste Kontakt am rechten Fuß war entscheidend. Dieser reicht in Kombination mit dem Körperkontakt dafür aus, dass Brych den Elfmeter nach dem Review gab. Als Verteidiger muss man hier einfach vorsichtiger agieren, viel zu ungestüm von Baumgartl. Andre Silva versenkte sicher zum 1:1.

 

Das Spiel verlief nun wesentlich ruhiger. Keine der beiden Teams wollte den entscheidenden Fehler machen. Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit holte sich Rani Khedira die dritte gelbe Karte der Partie ab. Von hinten trat der Unioner Emil Forsberg auf die Ferse, was Brych korrekt als rücksichtslos einstufte und die gelbe Karte zückte.

Forsberg köpft Leipzig nach Berlin

Was für ein unglaubliches Finish der Partie! Emil Forsberg köpft RB in der zweiten Minute der Nachspielzeit ins Finale des DFB-Pokals. Wie kam der Treffer zustande? Angelino scheiterte nach feiner Kombination mit seinem Schuss von links im Strafraum noch, weil Baumgartl den Ball völlig unvorhersehbar von der Linie kratzte. Im Nachgang spielte RB weiter über Laimer und Nkunku Henrichs frei. Der kam aus dem rechten Halbfeld frei und mit Zug zum Tor flanken. Forsberg stieg hoch – und köpfte zum 2:1-Endstand ein. Wahnsinn!

RB Leipzig trifft somit am 21. Mai im Berliner Olympiastadion im DFB-Pokalfinale auf den SC Freiburg.

Fazit: Dr. Felix Brych lieferte eine gute Spielleitung ab. Insgesamt gab es bis auf den Elfmeter, den Brych nach VAR Eingriff korrekt bewertete hatte, wenige entscheidende Situation für das Gespann.


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