Der verhängnisvolle folgenreiche Pfiff

Der verhängnisvolle folgenreiche Pfiff

3. März 2022 1 Von Reiner Kuhn

[fs] Die gestrigen DFB-Pokalspiele hatten ein paar umstrittene Szenen zu bieten. Wir analysieren zwei Strafraumszenen und eine verpasste rote Karte.

Hamburger SV 3:2 Karlsruher SC (SR: Felix Zwayer)

Christoph Kobald und Robert Glatzel behakten sich im Karlsruher Strafraum in Erwartung einer Flanke und gingen dann beide zu Boden. Schiedsrichter Felix Zwayer entschied auf Strafstoß für Hamburg, erhielt aber ein Signal von VAR Benjamin Brand. Nach Sichtung der Bilder entschied sich Zwayer zudem für die gelb-rote Karte gegen den Karlsruher. Bei diesem Zweikampf hatten beide Spieler nicht wirklich einen Blick für den Ball, während der Karlsruher aber eigentlich die bessere Position zum Spielgerät hatte. Es ist eigentlich von keinem der beiden Spieler ein wirklich eindeutiges Foulspiel zu erkennen. Damit hätte Zwayer hier einfach weiterlaufen lassen sollen!
VAR Brand konnte hier nicht mehr wirklich behilflich sein, da der Karlsruher eben auch nichts für den Ball tat, sondern nur gegen den Gegner arbeitete, machte es für ihn den Elfmeter nicht so klar und offensichtlich falsch, dass er da reingehen kann. Ein Strafstoß muss einhuntertprozent richtig sein und wenn beide Spiele „arbeiten“ kann man von völliger Klarkeit nicht sprechen und demzufolge blieb die Entscheidung durch den vertretbar anscheindenden Pfiff bestehen, auch wenn dieser sehr hart ist.

Der Ablauf des Eingriffs kann von uns wieder nur rekonstruiert werden, da wir, wie jeder andere auch, keinen Einblick in den Funkverkehr haben. Mindestens wird aber die unpassende Disziplinarstrafe Thema gewesen sein, denn wenn Zwayer hier ein Foulspiel sieht, war es die Verhinderung eines aussichtsreichen Angriffs durch ein nicht-ballorientiertes Vergehen. Damit war die gelb-rote Karte obligatorisch!
Warum sich Zwayer aber erst die unnötige „Grube grub“, um dann inkonsequent zu sein, bleibt fraglich und lässt den Auftritt des Unparteiischen wieder unglücklich wirken! [TV-Bilder – ab 3:41 Minute]

VfL Bochum 1:2 SC Freiburg (SR: Robert Schröder)

Auf einem schmalen Grad wandelte kurz vor der Halbzeit Jürgen Locadia! Bei einem Zweikampf mit Philipp Lienhart fasste er diesem an den Hals und schubste den Freiburger so weg. Schiedsrichter Robert Schröder konnte diesen Vorgang nicht erkennen, da er dem Spiel folgte. VAR Sören Storks hätte hier aber eingreifen müssen! Zumindest ein Review wäre hier meiner Meinung nach obligatorisch gewesen und die Frage, ob zwingend eine rote Karte notwendig gewesen wäre, oder ob gelb ausgereicht hätte, hätte man dann am Bildschirm klären können. Wenn man die Gesamtsituation betrachtet und ein Positionskampf diese Intensität überhaupt nicht nötig war, kann man hier aber sehr gut zu dem Schluss kommen, dass hier Absicht im Spiel war und es sich um eine Tätlichkeit handelte! Vorallem weil es Schiedsrichter Schröder im Rücken nicht sehen und wahrnehmen konnte, hätte es hier zwingend einen On-Field-Review geben müssen. [TV-Bilder – ab 3:12 Minute]

In der letzten Sekunde der regulären Spielzeit forderte Bochum Handelfmeter. Zuerst bekam Lucas Kübler den Ball im Bewegungsablauf an den Ellenbogen und dann flog das Spielgerät auch noch Nico Schlotterbeck sehr weit hoch an den Oberarm und damit in einen Bereich, der schon eher nicht mehr im strafbaren Bereich liegt. VAR Storks checkte die Szene, teilte Schiedsrichter Schröder aber zu Recht mit, dass nichts korrekturwürdiges vorlag. [TV-Bilder – ab 6:00 Minute]

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