Warum nicht jeder Kontakt Elfmeter einen bedeuten muss

Warum nicht jeder Kontakt Elfmeter einen bedeuten muss

26. November 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Am vergangenen Spieltag der Europa League wurden die Schiedsrichter von ihren Videoassistenten auf teilweise klar verpasste Strafstöße hingewiesen. Allerdings ist bei den sogenannten ‚cheap penalties‘ eine solche Rettung nicht möglich. Unsere Auswertung strittiger Szenen:

Bayer 04 Leverkusen 3:2 Celtic Glasgow (SR: Anastasios Sidiropoulos)

Lukas Hradecky legte bei einer Flanke in seinen Strafraum eine unnötige Flugeinlage hin und räumte mit den Fäusten Kyogo Furuhashi ab. Nachdem der Ball zuvor von Jonathan Sah geklärt wurde, erkannte Schiedsrichter Anastasios Sidiropoulos das deutliche Foulspiel nicht, wurde aber von VAR Massimilano Irrati an den Bildschirm gebeten. Dort entschied er schnell und korrekt auf Strafstoß für Glasgow, sowie Verwarnung für Hradecky. [TV-Bilder]

Lokomotive Moskau 0:3 Lazio Rom (SR: Artur Soares Dias)

Aleksandr Silyanov grätschte ohne Rücksicht auf Verluste Mattia Zaccagni um. Schiedsrichter Artur Soares Dias ließ das Spiel zunächst weiterlaufen, was eine klare Fehlwahrnehmung war. VAR Joao Pinheiro schritt aber ein und nach Sichtung der Bilder gab es den berechtigten Strafstoß für Rom. [TV-Bilder]

Dimitri Barinov ging im eigenen Strafraum in den Zweikampf mit Ciro Immobile, welcher dann die Berührung des Gegners spürte und zu Boden ging. Schiedsrichter Soares Dias gab erneut Strafstoß und damit sind wir schon bei den ‚cheap penalties‘. Gemeint sind vorhandene Berührungen, die vom Angreifer zum Sturz genützt werden. Das wirklich gemeine dabei ist, dass der Vorgang in Echtzeit meist sehr natürlich aussieht und der VAR im Video die Berührung feststellt, die der Feldschiedsrichter auch schon wahrgenommen hat. Da es in die eine, wie in die andere Richtung absolute Klarheit bedarf, war der VAR hier raus und der geschundene Strafstoß blieb bestehen. [TV-Bilder]

Galatasaray Istanbul 4:2 Olympique Marseille (SR: Tobias Stieler)

Bamba Dieng drang in den Istanbul Strafraum ein und spürte eine Berührung von Kerem Atürkoglu. Schiedsrichter Tobias Stieler ereilte hier das selbe Schicksal, wie dem Kollegen in der vorherigen Szene, denn er erkannte die Berührung und gab Strafstoß. Dieser war freilich nicht ursächlich für den Sturz, aber aufgrund von Mutmaßungen und ohne entgegenstehendes Bildmaterial konnte auch VAR Sascha Stegemann nicht eingreifen. So blieb auch dieser Strafstoß bestehen. [TV-Bilder]

Im Zweifel müssen die Referees eben von solchen Entscheidungen die Finger lassen.

https://twitter.com/IgSchiri/status/1464188812159074325

Nicht jede Berührung ist ein Foul

Und das ist, was Lutz-Michael Fröhlich immer „impft“, auf Kontakte mutmaßliche Kontakte, die zwar ursächlich für den Fall sind, aber durch Bilder nicht belegbar sein könnten zu verzichten, um eine solche Diskussion zu entgehen.

Nicht ganz sauber nicht ganz rein, es muss ja nicht gleich ein Strafstoß sein

Denn was einmal gepfiffen wurde, kann bei vorhandener Wahrnehmung und hoher Eingriffsschwelle (die bei der UEFA nochmal ein Stück höher liegt, als beim DFB) nicht korrigiert werden.

AS Monaco 2:1 Real Sociedad (SR Ivan Kruzliak)

Youssouf Fofana trat Benat Turrientes mit voller Absicht und ohne den geringsten Willen, in irgendeiner Form fair zu spielen, von hinten in die Beine. Schiedsrichter Ivan Kruzliak zeigte ihm hierfür die offensichtliche rote Karte. Allerdings wäre die Szene proaktiv vermeidbar gewesen, da der Monegasse zuvor klar regelwidrig gehalten wurde. [TV-Bilder]

[FS]

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