Analyse | Spektakel in Dortmund +++ Rot und Videobeweis

Analyse | Spektakel in Dortmund +++ Rot und Videobeweis

9. Februar 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Borussia Dortmund verspielt eine 3:0-Führung und muss sich sich Ende gegen Hoffenheim mit einem 3:3-Unentschieden begnügen. Die Chance für die Bayern (ab 18:30 Uhr im Topspiel gegen S04 in der Tabelle zu verkürzen. Unsere Analyse u.a. mit einer frühen Roten Karte und einem wegen Abseits aberkannten Treffer in Dortmund.

Platzverweis in Hannover (2:0-Niederlage für Nürnberg)! Früh musste der Club nur mit zehn Mann auskommen. Rhein kam zu spät in den Zweikampf mit Korb und erwischte diesen mit der offenen Sohle und gestreckten Bein voll am Knieund nahm die Verletzung billigend in Kauf. Nach kurzer Diskussion mit seinem Assistenten entschied Welz auf Rot! Natürlich war das Foul keine Absicht, dennoch kann und muss man diese Rote Karte geben und der Videobeweis schreitet auch nicht ein.

Aberkannter Treffer in Dortmund! Sancho zog von rechts nach innen und zog auf dem Weg die halbe Dortmunder Offensive ins Zusammenspiel mit ein. Am Ende bekam er den Ball von Guerreiro von links zurück und marschierte in den Sechzehner. Dort blieb Götze nach einem Abpraller weg und Snacho blockte den Ball ins Tor ab. Schiri Marco Fritz sah sich die strittige Szene nochmal in der Review-Area an und entschied sich dann gegen einen Treffer. Götze blieb zwar vom Ball weg und sorgte für keine Abseitsentscheidung, stellte sich jedoch Posch in den Weg und behinderte diesen bei der Klärung, die letztlich zum Tor führte. Das geht in Ordnung und der Treffer wurde nach Videobeweis zurecht aberkannt.

Vor Dortmunds 2:0 durch Götze reklamierte die TSG im eigenen Strafraum ein vermeintliches Handspiel. Doch dies konnten die Bilder nicht belegen, Absicht lag nicht vor. Kurze Zeit wollte der BVB einen Elfmeter haben, als Demirbay mit dem Arm leicht seinen Gegner schiebt. Doch Referee Welz tat ihnen den Gefallen nicht. Dieser Kontakt reicht sicher nicht für einen Foulstrafstoß aus. Das ist aus meiner Sicht ein handelsüblicher Zweikampf den es in jedem Spiel zu hauf gibt. Kein Elfmeter ist richtig. Sicher wurde es außerhalb des Sechszehners auch schon gepfiffen, aber nicht im Strafraum. Der Strafstoß ist immer eine 100%ige Torchance, da werden keine solchen „Foulspiele“ gegeben.

Zehn Minuten nach der Pause zog Marco Fritz die Kritik der Dortmunder Fans auf sich. Posch ließ Sancho auf rechts an der Seitenlinie gekonnt auflaufen. Fritz ließ zu Recht weiterlaufen.

Früh im Spiel Gladbach gegen Hertha (0:3) sah Marko Grujic die Verwarnung, als er Jonas Hofmann im Mittelkreis auf das rechte Sprunggelenk trat. Der bereits früh verwarnte Grujić wandelte nach 27 Minuten auf schmalem Grat: Der Serbe stieg Hazard im Mittelfeld bei erhöhtem Tempo seitlich in die Beine. Korrekterweise zeigte ihm Referee Martin Petersen hier nicht die Ampelkarte, doch viel kann sich der Leihspieler aus Liverpool ab sofort nicht mehr erlauben. Zwei Minuten später kam auch Strobl ohne Verwarnung davon, als er Kalou mit einer Grätsche niederstreckte, um einen schnellen Gegenstoß der Hauptstädter im Keim zu ersticken. Dieses taktische Vergehen hätte eigentlich eine persönliche Strafe nach sich ziehen müssen.

Beim 3:0 für Hertha blickte Hecking ungläubig drein, doch dieses Tor hat sich Herthas Duda verdient. Der Herthaner brachte den Freistoß von rechts an den zweiten Pfosten, wo der ehemalige Bremer ins linke Eck einköpfte. Zuvor hatte er sich seines Gegenspielers – in diesem Fall Stindl – entledigt, was die Gladbacher monieren. Petersen winkt ab. Auch hier ein Kontakt, doch fiel er auch viel zu leicht. Die Berührung ist nicht Ursache für den Fall. Weiterspielen ist völlig richtig.

Kurz vor der Halbzeit der Partie Freiburg gegen Wolfsburg (3:3) wollte der VfL einen Strafstoß, der Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Weghorst war durch, aus halblinker Position zog der Stürmer nach innen. Er legte quer für Steffen, das Tor ist leer. Doch der Wolfsburger wurde von Günter noch am Arm touchiert, fiel daraufhin am Pass vorbei. War das genug für einen Elfmeter? Brych und die Videoassistenten meinen: Nein! Ich erkenne da auch einen Kontakt am Arm, erachte es aber nicht als ausschlaggebend für das Hinfallen des Angreifers. Für mich persönlich zu uneindeutig um auf Elfmeter zu entscheiden. Der Kontakt ist offensichtlich, aber ist es auch der Grund für den Sturz? Genügt es für sich genommen, um auf Strafstoß zu entscheiden? Ich finde: eher nein.

Elfmeter für Wolfsburg! Koch klammerte gegen Weghorst ohne den Ball spielen zu können . Hier bleib Brych keine andere Wahl um auf den Punkt zu zeigen.Die Gelbe Karte für Freiburgs Robin Koch gab es zurecht, da Wegharst am zweiten Pfosten hätte einnicken können. Weil Koch sich an den Schulter hängte hat er dem Angreifer eine gute Tormöglichkeit (keine Notbremse) verhindert. Daher ist Gelb für das Ziehen im Strafraum die richtige Entscheidung. Kurze Zeit später wollte Wolfsburg den nächsten Strafstoß: Gerhardt lief bis zur Torauslinie durch, passte dann flach in die Mitte. Weghorst erreichte die Kugel und drehte sich ein, seine Annahme sprang in die Zone vor Schwolow. Daraufhin fiel der Stürmer, diesmal blieb die Pfeife aber zurecht stumm.

In der Nachspielzeit erzielte Freiburg die 4:3-Führung doch es zählte nicht!
Lienhart nickte eine Ecke von Günter in die Maschen, Casteels beschwerte sich sofort. Der Torhüter wurde von Heintz geschubst, Brych nahm den Treffer zurück.

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