Analyse | Spielerverwechslung und  Adlerauge in Augsburg ++ Videobeweis in der Schlussphase

Analyse | Spielerverwechslung und Adlerauge in Augsburg ++ Videobeweis in der Schlussphase

19. Januar 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Ein torreicher und extrem spannender Samstagnachmittag ging zu Ende. Wir haben sehr gute Spiele und durch die Bank weg sehr gute Schiedsrichterleistungen gesehen bei dem zweimal der Videobeweis völlig zurecht eingesetzt und letztlich richtig entschieden wurde.

In unserer kurzen Samstags Bundesliga-Konferenz-Analyse warfen wir einen Blick auf einzelne kleine Aufreger. So zum Beispiel warum bei Spielerverwechslung der Video-Assistent nur unter ganz bestimmten Vorraussetzungen eingreift.

Der erste Treffer der Bundesliga-Konferenz fiel bei der Partie des VfB Stuttgart gegen Mainz 05 (2:3). Jean-Paul Boetius erzielte mit dem ersten Schuss aufs Tor der Gäste nach 22 Minuten den Treffer für die 05er. Gbamin setzte sich auf der linken Seite durch und konnte von Ascacíbar nicht am Abschluss aufs kurze Eck gehindert werden. Zieler parierte in den Rückraum, wo Boëtius blank stand und aus 16 Metern durch alle hindurch links unten in die Maschen traf. Kurz wurde an der Berechtigung des Treffers gezweifelt, ob hier eine Abseitsstellung vorgelegen hat. Da jedoch der Ball vom eigenen Mann kam, erkannte der gut leitende Schiedsrichter Tobias Stieler den Treffer letztlich zurecht. Völlig richtig entschieden hat er auch zwei Minuten vor dem Ende als ein Handspiel im Strafraum der Gäste passierte. Stieler guckte sich danach das angebliche Handspiel von Aarón im Sechzehner der Mainzer in der Review-Area an und entschied auf kein strafbares Handspiel. Hier kann keine Absicht unterstellt werden. Wo soll der Arm denn hin.

Im Spiel von Bayer Leverkusen gegen Borussia Mönchengladbach (0:1) bewarb sich Wendell nach 34 Minuten mit einem ballfernen Schubser gegen Pléa für eine erste Gelbe Karte, da er damit einen schnellen Gegenstoß der Fohlen stoppte. Weil Referee Siebert bisher ein äußerst faires Match leitete, verzichtete er noch auf eine Verwarnung.

In der 56. Minute erhitzte eine Szene die Gemüter! Havertz wurde im letzten Augenblick von Yann Sommer gestoppt. Der Youngster wurde aus dem offensiven Zentrum von Volland steil geschickt. Er wurde eng von Wendt bewacht, legte sich das Leder am Elfmeterpunkt aber trotzdem rechts am herauslaufenden Torhüter vorbei. Der fuhr die linke Hand aus und wehrte die Kugel zur Seite ab. Völlig richtig entschied Siebert auf weiterspielen. Der Keeper war mit der Hand am Ball.

Das erste Highlight aus Schiedsrichtersicht gab es für Sven Jablonski bei der Partie Eintracht Frankfurt und SC Freiburg (3:1) nach 31 Minuten. Fernandes langte vor dem eigenen Sechzehner rustikal gegen Niederlechner zu und sah seine fünfte Gelbe Karte. Damit fehlt er am nächsten Spieltag in Bremen. Drei Minuten später sorgte Referee Jablonski wieder für den Ausgleich der persönlichen Strafen. Gondorf trat Rode an der Mittellinie vermutlich auf den Spann. Jablonski stand gut und betrachtete das Vergehen als gelbwürdig. Tor, doch es zählte nicht! Willems besorgte die Entscheidung – denkste! Haller gewann in der gegnerischen Hälfte ein Kopfballduell, verlängerte damit zu Rebić. Der Stürmer legte mit dem Rücken zum Strafraum ab für Willems. Aus halblinken 24 Metern drosch der Niederländer die Kugel auf das Tor, Koch fälschte unhaltbar für Schwolow ins rechte Eck ab. Sven Jablonski entschied jedoch mithilfe des Videobeweises, dass Rebić‘ Armeinsatz bei der Vorlage irregulär war. Absolut korrekt, so soll es sein.

Beim Spiel des FC Augsburg gegen Fortuna Düsseldorf (1:2) zeigte Schiedsrichter Christian Dingert nach 25 Minuten Jan Moravec die erste Gelbe Karte. Der Tscheche hatte ein bisschen Pech und erhielt fälschlicherweise den Karton gezeigt. Schmit war es eigentlich, der Lukebakio foulte und Morávek gab lediglich Begleitschutz. Wer sich gefragt hatte, warum hier der Video-Assistent nicht eingriff, dem sei gesagt, dass dieser bei Spielerverwechslung nur bei glatt roter Karte eingreift. Anders als bei der Gelben Karte für Moravec schaute beim 1:1-Ausgleich für den FCA jemand nochmal drauf. Gemeint ist die Torlinientechnik.

Schmid ballerte den Ball direkt rein. Jonathan Schmid ging volles Risiko und erwischte Michael Rensing auf dem falschen Fuß. Der Keeper war zwar da, bekam aber die Finger erst an den Ball, als er schon hinter der Linie ist. Das „Adlerauge“ sah es korrekt. Der Ball war im Tor!

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