Analyse strittiger Entscheidungen des 37. Spieltags

Analyse strittiger Entscheidungen des 37. Spieltags

11. Mai 2019 0 Von Domenique

Der Drittliga-Spieltag hielt für die Fans einige Höhe- und Tiefpunkte bereit. So stieg der Karlsruher SC nach Osnabrück als zweite Mannschaft in 2. Bundesliga auf, Fortuna Köln hingegen muss nach Aalen den schweren Gang in die Regionaliga antreten. Auch die Unparteiischen hatten an diesem Spieltag einiges zu tun und mehrere strittige Entscheidungen treffen, welche wir noch einmal unter die Lupe nehmen.

Halle – Braunschweig 1:0 (SR: Christian Dingert, Lebecksmühle)


Burmeister tritt seinen Gegenspieler entscheidend auf den Fuß

Christian Dingert hatte eine Strafstoß-Entscheidung am Samstagnachmittag zu treffen, die von Braunschweig-Anhängern als sehr strittig angesehen wurde. Marvin Ajani (Halle) drang in den Strafraum ein und lief aus spitzem Winkel Richtung Tor. Burmeister (Braunschweig) tat dem Angreifer den gefallen stellte sich diesem bewusst in den Weg, trat ihm unten entscheidend auf den Fuß und stoppte so den Angreifer regelwidrig. Völlig zurecht zeigte der erfahrene Bundesliga-Referee Dingert in dieser Szene auf den Punkt (im Video ab 0:35).

Energie Cottbus – VfR Aalen 2:1 (SR: Sören Storks, Velen)

Schlüter tritt Fennel im Strafraum gegen das Bein

Auch mit Sören Storks hatte ein anderer Bundesliga-Referee eine entscheidende Straufraumszene zu bewerten. Die Stadionuhr schrieb die 31. Minute, Fennell (Aalen) bekam einen Tritt von Schlüter (Cottbus) im Sechzehner gegen das linke Bein – das ist ein klarer Strafstoß, den man so geben muss. Storks zögerte auch keine Sekunde und traf die folgerichtige Entscheidung (im Video ab 1:0

SpVgg Unterhaching – Sportfreunde Lotte 3:0 (SR: Benedikt Kempkes, Thür)

Rahn grätscht mit hoher Geschwindigkeit und gestreckten Bein

Benedikt Kempkes hatte wohl eine der kniffligsten Entscheidungen des Spieltags zu treffen. In der 42. Minute grätschte Matthias Rahn (Lotte) seinen Gegenspieler mit hoher Geschwindigkeit und gestrecktem Bein von der Seite ab. Der Gegenspieler sprang noch in die Höhe weswegen Rahn den Fuß seines Gegenspielers nur streifte (im Video ab 1:12)

Eine sehr fair Aussage von Lottes-Trainer Atalan: „Wer keine Tore schießt, kann nicht gewinnen. Die Rote Karte für Matthias Rahn wegen groben Fouls sei keine Fehlentscheidung gewesen. Die kann man auch so geben“, sagte der Trainer. Ein Tor zu erzielen , sei danach schwerer gewesen.

Dieser Meinung schließt sich IG-Schiedsrichter grundsätzlich auch an. In dieser Situation hätte es aber aus unserer Sicht eine Verwarnung letztlich genügt. Der Treffer rechtfertigt keine Rote Karte. Live und in Farbe sah es aber für den Schiedsrichter nach einem unkontrollierten Tackling mit hoher Dynamik aus, bei dem nur mit viel Glück er ihn nicht voll traf. Daher ist der Feldverweis noch zu vertreten, nach den TV-Bildern leider nur Gelb. Zwar war es eine eingesprungene Grätsche. Aber er kommt von der Seite und nicht von hinten. Er versucht natürlich den Gegenspieler zu stoppen und kommt nur zu spät. Zum Schutz des Unparteiischen ist anzutragen, dass solch ein Einsteigen mit diesem Charakter durch leicht veränderte Perspektive die Wahrnehmung eklatant verändern kann und sie dann durchaus härter aussieht als sie in realer Geschwindigkeit wiedergegeben werden. Ein vertretbarer Feldverweis (ab 1:12 im Video).

1860 München – Fortuna Köln 3:2 (SR: Oliver Lossius, Sondershausen)

Belkahia bringt Hartmann durch einen Tritt zu Fall


Das Gespann um Oliver Lossius hatte ebenfalls eine Elfmetersituationen in München zu beurteilen, diese ist allerdings ziemlich deutlich. Es liegt ein klarer Tritt gegen Hartmann vor, welcher diesen im Strafraum zu Fall bringt und worauf zurecht ein Elfmeterpfiff folgt (im Video ab 1:38)

Sonnenhof Großaspach – FSV Zwickau 5:2 (SR: Steffen Brütting, Effeltrich)

Gaul tritt Röttger

Gleich zwei Elfmetersituationen und eine strittiges Einsteigen von Gaul hatte Brütting in Großaspach zu beurteilen. In der ersten Situation ist der Tritt gegen Röttger noch klar zu erkennen, weswegen der Strafstoßpfiff durch den Unparteiischen unumgänglich ist (ab 1:33 im Video).

Gaul trifft bei seiner Grätsche einzigst seinen Gegenspieler

In der 37. Minute steigt Gaul erneut im Mittelfeld von hinten in die Beine von Röttger. Ein klassisches „Revanchefoul“, welches die Rote Karte hätte nach sich ziehen können, wenn nicht sogar müssen, da Gaul keine Chance hat den Ball zu spielen und mit hoher Intensität von hinten kommt und nur das Bein seines Gegenspieler trifft. Der Referee entschied sich leider für die schlechtere Variante und beließ es bei der Gelben Karte. (im Video ab 2:08).

Wachsmuth prallt der Ball an den Stützarm

In der zweiten Halbzeit wurde es dann ganz knifflig für Steffen Brütting. Baku (Aspach) schießt den Ball in die Strafraummitte und dem grätschenden schon liegenden Toni Wachsmuth (Zwickau) an den Arm. Der Referee entschied auf Handelfmeter. Hier liegt allerdings eine Fehlentscheidung vor. Handspiel bei einer Stützhand ist regeltechnisch nicht strafbar. Hier benötigt der Spieler die Hand für die Körperhaltung wie auf folgenden Bild, welches den Ansatz der Grätsche zeigt, klar erkennbar ist (im Video ab 2:54).

Klar erkennbare Stützhand von Wachsmuth

Fazit: An diesem Spieltag kamen einige, teilweise spielentscheidende Elfmetersituation zusammen die zumeist korrekt beurteilt wurden, der Platzverweis in Lotte wirkt auf den Fernsehbildern etwas zu hart.

Wie sind eure Meinungen?

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