Analyse strittiger Entscheidungen vom 38. Spieltag in Liga 3

Analyse strittiger Entscheidungen vom 38. Spieltag in Liga 3

19. Mai 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Oben war schon alles klar, doch im Abstiegskampf brachte erst der 38. Spieltag die finalen Entscheidungen in der 3. Liga. Eintracht Braunschweig rettete sich durch ein 1:1 gegen Cottbus mit hauchdünnem Vorsprung ins Ziel, der FC Energie muss hingegen wieder absteigen. Ebenso wie Lotte nach dem 1:2 gegen Würzburg. Großaspach und Jena schafften den Ligaverbleib aus eigener Kraft.

Der Handelfmeter in Braunschweig, den Handelfmeter für Cottbus, Gelb/Rot für Matuwila, der glattroten Karte für Braunschweigs Menz, dem Elfmeter für Wiesbaden, dem Ausgleich zum 2:2 für Uerdingen, dem 1:0 für Kaiserslautern und den Strafstoß für Karlsruhe. Am 38. Spieltag schauten wir uns acht Szenen nochmal genauer an.

Nach einer knappen halben Stunde rief es Schiedsrichter Daniel Schlager auf den Plan, als er einen Schuss von Bär aus kurzer Distanz an die Hand von Kruse mit einem Elfmeterpfiff ahndete. Eine äußerst harte Entscheidung. Pfitzner ließ sich davon aber nicht beirren und versenkte den Ball zum 1:0 in den Maschen (im Video ab 0:30 Minuten)

Das Handspiel war eher von Braunschweigs Marcel Bär. Denn im Getümmel hatte er den Ball mit der Schulter berührt und ist allenfalls leicht vom Gegner touchiert worden. Für einen Strafstoß ist das zu wenig. Kruse wurde vom fallenden Bär noch angeschossen, hatte die Kugel aber maximal mit der Fingerspitze touchiert.

Absicht macht ein Handspiel strafbar. Alle anderen Parameter sind Hilfsmittel um zu erkennen, ob es Absicht war.

  • Arm zum Ball
  • Arm über Schulter
  • Arm weit weit weg
  • Arm unter Spannung
  • Entfernung der Hand zum Ball

Alles nur Hilfsmittel für die Absicht. Also auch Zeit zum reagieren für den Verteidiger ist ein Paramater. Von daher ist der Handelfmeter gegen Cottbus für uns eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters, auch wenn es in Realgeschwindigkeit eine für den Schiedsrichter nachvollziehbare Entscheidung war. Daher von uns kein Vorwurf an Schlager.

Beim Handelfmeter für Cottbus entschied der Referee völlig richtig. Lasse Schlüter flankte vom linken Strafraumeck und traf Christoph Menz, der in zweieinhalb Metern Entfernung den Arm nicht wirklich angelegt und eher seine Körperfläche vergrößert hatte (ab 1:30 Minute im Video).

Gelb/Rot für José-Junior Matuwila: Yari Otto ging über rechts und wurde rüde von José-Junior Matuwila umgehauen. Diese Karte ist schon dunkelgelb und eigentlich Matuwila, der erst kurz zuvor verwarnt wurde, an dieser Stelle vom Platz geschickt gehen müssen. Die Gelb/Rote Karte ist aber letztlich korrekt, hätte aber auch glatt Rot sein können. Er geht zwar mit gestreckten Bein von hinten rein, aber Matuwila versucht letztlich den Ball zu spielen und der Fuß ist am Boden. Das spricht gegen die glatte Rote Karte, die Intensität, das gestreckten Bein und von hinten eingestiegen dafür. Allerdings wenn jemand schon Gelb hat, gibt man eigentlich keine glatt Rote Karte. Das ist wie ein Geschenk für den Schiedsrichter. Der Platzverweis die vertretbare Entscheidung des Schiedsrichters.

Rot für Braunschweigs Menz: In der Nachspielzeit gab es noch einen unübersichtlichen Tumult an der Cottbusser Bank und Christoph Menz ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. Menz schubste einen Auswechselspieler der Cottbusser, der den Ball für einen Einwurf schnell hat ins Spiel zurückbringen wollen. Der Cottbuser hat den Einwurf jedoch schon ausgeführt und der Angreifer lief auf halblinks, als Schlager abpfiff, aufs Tor zu. Bei einer Roten Karte gibt man normal keinen Vorteil, es sei denn, er läuft alleine auf das Tor zu. Da geht die Spielkontrolle vor.

Fazit: Das war eine bittere Fehlentscheidung die für den FC Energie den Abstieg bedeut hat. Aber man steigt nicht an einem Spieltag ab, obwohl Cottbus in der gesamten Saison schon viel Pech gehabt hat. Wenn der letzte Absatz des Cottbuser-Protests nicht gewesen wäre, hätte man vielleicht darüber nachgedacht. Aber erpressen lassen wird der DFB sich sicherlich nicht. Insgesamt trotzdem eine unglückliche Ansetzung und fragwürdiger Elfmeter.

Elfmeter für Wiesbaden: Wachs spazierte durch den Strafraum und wurde von Erb von den Beinen geholt. Geschickt eingehakt von Wachs, der auch den Kontakt suchte. Aber den konnte man vertreten. Zwar nimmt Marc Wachs den Kontakt gerne an, doch muss er das Bein nicht so ungeschickt stehen lassen. Könnte auch sein, dass er dem auf den Fuß tritt, was man aus den Bildmaterial schlecht sieht. Auf jeden Fall eine für mich richtige Entscheidung (im Video ab 30:42 Minute).

Ausgleich zum 2:2 für Uerdingen: Feiner Treffer von Osayaman Osawe. Der Nigerianer leitete das Ding selbst ein, nahm Rodriguez auf der linken Seite mit und dieser spielte die Kugel wieder rüber in die Mitte, so Osawe aus sieben Metern nur noch in die lange Ecke einschieben musste. Das hier keine Abseitsposition vorlag, konnte man gut an der Rasenmarkierung sehen (im Video ab 1:42:30).

Tor durch Christian Kühlwetter für Kaiserslautern zum 1:0: Völlig verdient gingen die roten Teufel in Front! Dominik Schad eroberte das Leder auf der rechten Seite und lief dann allen davon. Seine Flanke fand am Elfmeterpunkt Timmy Thiele, der die Murmel nicht richtig unter Kontrolle brachte, aber sich erfolgreich gegen Janik Jesgarzewski durchrang. in „Teamarbeit“ stochern der Meppener Verteidiger und Thiele die Kirsche zu Christian Kühlwetter, der aus wenigen Metern nur noch einschieben muss. Doch die Meppener reklamierten bei Schiedsrichter Bastian Börner, in seinem 38. Drittligaspiel, dass eine Abseitsposition vorgelegen habe. Doch dies war nicht der Fall. Der Ball kam von Jesgarzewski, dem Meppener Verteidiger. Folglich wurde der Treffer korrekt anerkannt (im Video ab 0:30 Minute).

Elfmeter für den KSC: Nach einer Flanke von Damian Roßbach wurde Burak Çamoğlu von Bentley Bahn durch einen Armeinsatz zu Boden gebracht. Der Piff ist eine harte Entscheidung von Schiedsrichterin Katrin Rafalski, geht aber in Ordnung (im Video ab 0:55 Minute).

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