Augsburg rettet sich – Bremen hofft weiter – souveräner Gräfe

Augsburg rettet sich – Bremen hofft weiter – souveräner Gräfe

20. Juni 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Im Abstiegskampf fällt die Entscheidung am letzten Spieltag: Bremen hat nach dem 1:3 in Mainz zwei Punkte Rückstand auf Düsseldorf, das gegen Augsburg 1:1 spielte. Dortmund sicherte Platz 2 durch ein 2:0 in Leipzig, das trotzdem für die Champions League planen kann, weil Leverkusen bei Hertha verlor. Gladbach zog an der Werkself vorbei. Schalke kassierte beim 1:4 gegen Wolfsburg die nächste Pleite.

FSV Mainz 05 2:1 SV Werder Bremen (SR: Manuel Gräfe)

Das Spiel war von Beginn an sehr umkämpft. Schiedsrichter Manuel Gräfe war sofort gefordert und löste die Aufgabe sehr souverän. Mit einer Mischung aus seiner typischen Linie und der aufgrund der Brisanz des Spiels gebotenen Aufmerksamkeit gelang es ihm, Härte zuzulassen und die Zweikämpfe überwiegend korrekt zu bewerten.

In der ersten Halbzeit wählte er den korrekten Einstieg in die persönlichen Strafen bei einem absichtlichem Handspiel von Milos Veljkovic. Das 1:0 der Mainzer durch Robin Quaison wurde nach doppelter Prüfung mit Hilfe der Torlinientechnik und des VAR aberkannt. Nach einem taktischen Foulspiel wurde zudem Marco Friedl verwarnt.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Tritt von Bremens Osako auf den Fuß von Danny Latza. Hier hätte die Verwarnung folgen müssen! In der 54. Minute wurde ein mögliches Foulspiel an Füllkrug im Strafraum geprüft. Zu einem Strafstoß kam es aber nicht, da sich der Bremer den Ball zuvor mit der Hand vorgelegt hatte. Kurz darauf sicherte sich der Mainzer Boetius mit einer plumpen Schwalbe wegen einer Gelbsperre ein Saisonfinale auf der Couch. In der Nachspielzeit wollte Füllkrug erneut einen Strafstoß, doch auch hier war das zu gewollt!

Insgesamt war Manuel Gräfe ein guter Leiter und hatte das Spiel immer unter Kontrolle.

Fortuna Düsseldorf 1:1 FC Augsburg (SR: Daniel Siebert)

Traumstart für die Hausherren! Oder doch nicht? Erik Thommy flankte die Kugel aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum, wo zunächst Freund und Feind verpassten. Am zweiten Pfosten hat sich aber Rouwen Hennings davongestohlen und hämmerte die Kugel aus zwölf Metern mit links trocken ins lange Eck. Allerdings war Kaan Ayhan in der Mitte zuvor minimal mit der Hand am Ball. Der VAR griff ein und Siebert ging zum Monitor. Nach langer Überlegung nahm der Schiri den zunächst gegebenen Treffer zurück und entschied auf Freistoß für den FCA. Und tatsächlich: Bei der Freistoßflanke war der Arm über dem Kopf und berührte den Ball.

Nur vier Minuten später die bittere Pille für die Fortuna: Erst zählte der eigene Treffer nicht und dann klingelte es im Gegenzug auf der anderen Seite. Allerdings trugen da gleich zwei Düsseldorfer eine klare Mitschuld. Sowohl André Hoffmann als auch Kaan Ayhan ließen sich im eigenen Strafraum von Florian Niederlechner viel zu leicht ausspielen und gewährten dem Augsburger eine Schusschance. Aus spitzem Winkel schlenzte Niederlechner die Kugel an Kastenmeier vorbei ins lange Eck!

Das Zeitspiel von Augsburg hätte Siebert strenger ahnden müssen. Zudem hätten noch mindestens 2 Minuten Nachspielzeit obendrauf gemusst.

RB Leipzig 02 Borussia Dortmund (SR: Felix Zwayer)

Gelbe Karte für Leipzigs Patrick Schick und durchaus Glück für den Leipziger. Knapp in der RB-Hälfte trieb Witsel das Leder nach vorne. Schick rutschte von hinten an und erwischte den Belgier mit der offenen Sohle an der Wade. Schiedsrichter Zwayer überlegte kurz und hatte die Hand sogar an der Gesäßtasche. Am Ende entschied sich der Unparteiische dann aber doch für die Gelbe Karte und eine letzte Ermahnung. Da war nicht mehr so viel Spielraum und da spricht mehr für Rot als für Gelb. Der Ball war nicht spielbar, der Kontakt war da und ging Richtung Achillessehne. Ein klein wenig lag dies aber noch im Ermessen des Schiedsrichters, weshalb hier kein Eingriff erfolgte. Nur weil für einen kurzen Moment rotwürdig ist, muss es dafür schon einen deutlicheren Treffer geben. Aber das war eine ganz blöde Außenwirkung von Felix Zwayer, wenn er da mehrere Sekunden mit der Hand an der Gesäßtasche steht. Scheinbar hatte hier Zwayer zu lange Zeit zu Überlegen und war sich dann selbst nicht mehr sicher. Vielleicht wäre der Eingriff und die Rote Karte doch besser gewesen. Nach Betrachtung der Bilder wäre es sicherlich eine andere Farbe als Gelb geworden.
Wenn bei derartigen Einsteigen die Bundesliga-Schiedsrichter Rot ziehen würden, wäre es für uns Amateur-Schiedsrichter einfacher ein Spiel zu leiten. Dann kapieren die vielleicht, dass ein solches Einsteigen die Rote Karte nach sich zieht.

FC Bayern München 3:1 SC Freiburg (SR: Sören Storks)
Die Bayern wollten bei den Feierlichkeiten nichts anbrennen lassen. Gingen durch Robert Lewandowski in Führung. Der Pole legte nach 24 Minuten  auch gleich nach. Kurz drauf gelang Freiburgs Höler der Anschlusstreffer, doch wieder Robert Lewandowski stellte den alten Abstand wieder her.

SC Paderborn 1:3 Borussia Mönchengladbach (SR: Tobias Welz)

In der 54. Minute gab es Strafstoß für Mönchengladbach! Nach einem langen Schlag auf die rechte Sechzehnerseite kam Hünemeier einen Schritt zu spät gegen Stindl, erwischt den Gästekapitän mit einem Tritt in die Wade. Ein total unglücklicher unabsichtlicher Treffer am Bein, aber richtige Entscheidung. Hünemeier sah für sein Einsteigen noch die Gelbe Karte – eine mit Folgen, denn kurz später wurde der Innenverteidiger Gelb/Rot des Feldes verwiesen. Nach Hünemeiers versuchtem Foul an Embolo, in dessen Anschluss der Schweizer freistehend an Zingerle gescheitert war, zeigte Referee Welz dem Heimkapitän die Gelb-Rote Karte. Schwierige aber strittige Entscheidung. Zunächst ließ er schön laufen um nachträglich Gelb zu ziehen, aber es handelt sich eigentlich bei diesem Armeinsatz um kein rücksichtsloses Foulspiel. Hier machte es wohl die relativ kurze zur ersten Verwarnung, aber eigentlich ist Gelb/Rot eine harte bis falsche Entscheidung des Schiedsrichters, da er den Vorteil laufen ließ und es kein rücksichtsloses Foul war.

TSG Hoffenheim 4:0 1. FC Union Berlin (SR: Robert Hartmann)

Nach der Führung von Bebou und der Gelben Karte für Marvins Friedrich warf sich in der Folge Dabbur mit vollem Körpereinsatz in den Zweikampf mit Schlotterbeck und rammte den Berliner Verteidiger zu Boden. Das Achselzucken danach konnte er sich sparen. Das war ein klares Stürmerfoul. Dann zauberten Geiger und Dabbur im Mittelfeld bis es Andrich zu viel wurde und der Abräumer der Eisernen die Grätsche ausgepackt hat. Die Gelbe Karte gibt es zu Recht.

Hertha BSC 2:0 Bayer Leverkusen (SR: Dr. Felix Brych)

Tolles Tor Matheus Cunha. Lukebakio trieb die Kugel auf der rechten Seite nach vorne und spielte flach in den Rückraum des Sechzehners. Cunha legte sich die Kugel kurz in die Luft und drosch sie dann unhaltbar in den linken Torwinkel. Der Vorlagengeber sah vor der Pause nach taktischen Foul gegen Aranguiz berechtigt Gelb.

1.FC Köln 1:1 Eintracht Frankfurt (SR: Christian Dingert)

Elfmeter für Köln! Rode bekam einen Pass 17 Meter vor dem eigenen Tor und dribbelte nach hinten. Als ihm dabei Uth mit einem langen Bein vom Fuß spitzelte, versuchte Rode zu klären, traf aber nur das Bein. Florian Kainz setzte den Ball ins Netz.

Die Adler jubelten in der 65. Minute, doch es wurde auf Handspiel entschieden. Horn unterlief eine Ecke von links. Es gab ein Gestochere sieben Meter vor dem Tor. Dabei sprang das Leder einmal kurz an die Hand von Ilsanker, ehe er nach links ablegte. Hinteregger schob aus 2 Metern ein, wurde aber schnell beim Jubeln unterbrochen.

FC Schalke 04 1:4 VfL Wolfsburg (SR: Sascha Stegemann)

Die erste Verwarnung sah Wolfsburgs Renato Steffen: Steffen hielt gegen Juan Miranda zu hart dagegen und sah berechtigt die Karte; Oczipka foulte Ginczek in der Nähe der Eckfahne, auch diese Verwarnung ging in Ordnung; Gregoritsch checkte seinen Gegenspieler im Mittelfeld um und sah dafür auch die Gelbe Karte; Auch Kenny ging viel zu hart in den Zweikampf gegen Arnold und sah seine fünfte Gelbe Karte. Wmöglich war es heute seine letzte Schalke-Partie für den Rechtsverteidiger des FC Everton. Schiedsrichter Stegemann hatte in den ersten 45 Minuten viel zu tun.

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