„Aus Liebe zum Schiedsrichter: Respekt zum Schiedsrichter“

„Aus Liebe zum Schiedsrichter: Respekt zum Schiedsrichter“

6. Dezember 2019 1 Von IG Schiedsrichter

Unter diesem Motto steht der Schiedsrichtertag  von Zweitligist Arminia Bielefeld. Der Zweitligist stellt sich vor die Amateurschiedsrichter des Kreises Bielefeld. Die Referees, einschliesslich der Kooperationskreise, werden zum Heimspiel gegen den Karlsruher SC am Freitagabend eingeladen, um mit den Arminia-Profis ein symbolisches Foto auf dem Spielfeld aufzunehmen. Laut Pressestelle werden die Schiedsrichter aber nicht mit Einlaufen.

„Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen für mehr Respekt, Fairness und Menschlichkeit für unsere Schiedsrichter, die ein unverzichtbarer und wichtiger Teil des Fußballsports sind. Besonders in den Amateurligen leisten sie wertvolle und schwierige Arbeit und sie sind leider viel zu oft Zielscheibe von Respektlosigkeit, Anfeindungen und Gewalt. Damit muss Schluss sein“,

erklären das Präsidium und die Geschäftsführung des DSC Arminia Bielefeld. Für diese Schiedsrichteraktion bewarben sich 150 Referees. Letztlich fiel die Wahl auf 30 bis 40.

Aus diesem Anlass haben wir Vorfeld Martin Petersen -dem Leiter der Partie- um ein kurzes Interview gebeten.

Hast du eine Zunahme von Meckern und reklamieren wahrgenommen und wie stehst du dazu?

Martin Petersen: Ich persönlich habe keine Zunahme wahrgenommen. Emotionen gehören natürlich zum Fußball dazu und sind ein zentrales und belebendes Element. Sie dürfen nur den sportlich fairen Rahmen nicht verlassen. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten verantwortungsbewusst und respektvoll miteinander umgehen.

Was hat dir die Schiedsrichterei persönlich gebracht? Wieso sollte man Schiedsrichter werden?

Petersen: Ich finde es vor allem spannend, so viele verschiedene Charaktere zu erleben und zu lernen, bei allen Emotionen ein Spiel unter Kontrolle zu behalten und es bestmöglich erfolgreich bis zum Schlusspfiff über die Bühne zu bringen. Die Fähigkeit, in hitzigen Momenten schnell und fundiert zu entscheiden, ist auch in anderen beruflichen und privaten Bereichen abseits des Fußballplatzes sehr nützlich.

Hast du einen Tipp wenn man nach einem schlechten Spiel abends zuhause sich denkt; wieso mach ich das?

Petersen: Man muss die Dinge richtig für sich einordnen. Es geht nie um dich als Person, sondern immer nur um die Funktion als Schiedsrichter, eine bestimmte Entscheidung oder Situation im Spiel. An deiner Schiedsrichterleistung kannst du arbeiten, z.B. die Entscheidungsqualität optimieren oder die Präsentation bzw. Kommunikation auf dem Platz verbessern.

Was ist für junge Schiedsrichter wichtig, damit diese nicht wieder abspringen?

Petersen: Ich kann jungen Schiedsrichter nur den Tipp mit an die Hand geben: Sucht euch einen erfahrenen Kollegen, der euch als Schiedsrichter begleitet und regelmäßig Tipps gibt. Es wäre schön, wenn er sich auch hin und wieder ein Spiel von euch als Coach anschaut, damit ihr ein Feedback habt, auf dem ihr aufbauen könnt.

Ausblick auf Freitag: Freust du dich, dass die Amateuschiris in Bielefeld (?), um ein Zeichen für mehr Respekt gegenüber Schiedsrichtern zu setzen?

Petersen: Ich habe von einer Aktion mit Amateur-Schiedsrichtern gehört und empfinde dies als eine gute Sache!

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Share This: