Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 35. Spieltag | 3. Liga

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Auswertung strittiger Szenen – 35. Spieltag | 3. Liga

25. Juni 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Mit dem „so ein Beschiss“ und dem aberkannten Mannheimer Treffer +++ dem Abseitstor in Rostock +++ der Gelb/Roten Karte für Uerdingen und dem Elfmeter in der Nachspielzeit für Münster. Am 35. Spieltag der 3. Liga schauten wir uns vier Situationen nochmal genauer an.

FC Ingolstadt 2:0 SV Waldhof Mannheim (SR: Robert Kempter)
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Trares attackiert den Schiedsrichter und den DFB: „Das war parteiisch“! Trares weiter: „“Das hat das Spiel entschieden, ganz einfach“, sagte Trares mit Blick auf das nicht gegebene Tor. „Der Schiedsrichter hat es super erkannt. Aber dann scheißt er sich ein bisschen in die Hose“, spielte er auf Kempters Umschwenken kurz nach der betreffenden Szene an. „Wer das Spiel gesehen hat, weiß wer es entschieden hat“, fügte er an. „Die Leistung der Unparteiischen war parteiisch. Es ist brutal, wenn du sowas siehst und sowas akzeptieren musst.“

Unsere Einschätzungen:
FC Ingolstadt 2:0 SV Waldhof Mannheim 07 (SR: Robert Kempter) 

Ein schwer zu leitendes Spiel hatte Robert Kempter. Das Verfolgerduell Ingolstadt gegen Mannheim war sportlich von einiger Bedeutung. Das Gespann um Kempter war in einer hoch emotionalen ersten Halbzeit allerdings mit beteiligt, dass das Spiel sich hochschaukelte.

Nach einem Freistoß vor das Ingolstädter Tor stand Mannheims Kevin Koffi möglicherweise im Abseits. Ingolstadts Keeper Fabian Buntic fing den Ball ab, wurde dann aber von einem Verteidiger ausgehebelt. Der Ball gelang so von einem weiteren Verteidiger zu Koffi, der einschob. Zunächst zählte das Tor. Scheinbar lief wohl auch eine Kommunikation mit Assistent Marcel Schütz, der mehrere Sekunden später die Fahne hob. Die Entscheidung ist zum einen falsch, da lange schon eine neue Spielsituation vorlag und zum anderen durch die schlechte Außenwirkung nicht zu verkaufen. Bei Minute 1:10 ist ersichtlich, dass es niemals ein aktives Eingreifen von Koffi ist. Der Mannheimer steht weit genug von dem Torwart weg und behindert diesen nicht und er hüpft ganz leicht. Daher ist es auch eine neue Spielsituation.

Kempter hätte mindestens rausgehen und mit seinem Assistenten persönlich sprechen müssen, sodass man auch sieht, dass möglicherweise ein Vergehen vorlag. So allerdings ist es klar, dass die Emotionen noch mehr ausufern und in der Folge auch Mannheims Coach Trares mit der roten Karte auf die Tribüne geschickt werden musste.

Die zweite Entscheidung, die Feuer in die Partie brachte, war der Strafstoßpfiff für den FC Ingolstadt. Florian Flick agierte mit dem Bein auf Kopfhöhe im eigenen Strafraum gegen Fatih Kaya. Dieser ging zu Boden und Kempter entschied auf Strafstoß. Dass hier kein Treffer vorlag, ist in der Realgeschwindigkeit fast nicht zu erkennen und der Eindruck vom Kopftreffer wurde auch sicher noch von Kayas Flugeinlage bekräftigt. Trotzdem ist der Elfmeter eine Fehlentscheidung. Korrekt wäre hier ein indirekter Freistoß für Ingolstadt gewesen.

FC Hansa Rostock 1:1 1. FC Kaiserslautern (SR: Robert Schröder)
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Lucas Röser steckte auf Mohamed Morabet durch, der zur Führung für Kaiserslautern einschob. Allerdings stand der Torschütze im Abseits. Das Tor hätte nicht zählen dürfen.

Der Ausgleich fiel durch einen Elfmeter, als Daniel Hanslik in den Strafraum startete und von Alexander Nandzik ungeschickt durch ein Fußfoul gestoppt und angegangen wurde. Der Strafstoßpfiff von Schiedsrichter Robert Schröder war korrekt.

KFC Uerdingen 1:2 Würzburger Kickers (SR: Patrick Kessel)
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Die Würzburger Kickers durften die Schlussphase in Überzahl bestreiten, als der bereits verwarnte Uerdinger Jean-Manuel Mbom Fabio Kaufmann nahe der Torauslinie leicht checkte. Schiedsrichter Patrick Kessel zeigte an, dass Kaufmann auf dem Weg in den Strafraum war und das Foul somit gelbwürdig war. Betrachtet man aber die Uerdinger Überzahl im Strafraum, die Position und die fehlende Härte des Foulspiels, so ist diese gelb-rote Karte deutlich überzogen.

Preußen Münster 2:1 FSV Zwickau (SR: Patrick Schwengers)
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In der Nachspielzeit setzte sich Münster noch einmal robust durch und kombinierte sich in den Zwickauer Strafraum. Angreifer Joel Grodowski tauchte dann alleine vor Zwickaus Torwart Johannes Brinkies auf, wollte diesen umspielen und wurde vom Schlussmann von den Beinen geholt. Schiedsrichter Patrick Schwengers entschied auf Strafstoß. Eine richtige Entscheidung. Königs verlängerte den Ball mit dem Kopf in den Lauf von Grodowski, der den Ball gut sicherte und an Brinkies vorbeiging. Der Schlussmann ging etwas ungestüm in den Zweikampf und Grodowski nahm dies dankend an. Zuvor kam es zu zwei leichteren Zweikämpfen, diese wahren allerdings im Rahmen des Erlaubten. Beim zweiten und entscheidenden Zweikampf vor dem Strafraum, hatte der Angreifer zwar den Arm ein wenig am Körper des Verteidigers, doch dies ist unseres Dafürhaltens ein fußballtypischer Zweikampf. Körperkontakte sind im Fußball erlaubt und somit absolut sauber, auch wenn Spieler solche Kontakte zum Anlass nehmen zu fallen ist dies branchenüblich und stellt kein Foulspiel dar.

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