Torlinientechnik für die Katz? Schiri-Uhr zeigt falschen Treffer an

Torlinientechnik für die Katz? Schiri-Uhr zeigt falschen Treffer an

19. März 2022 1 Von Reiner Kuhn

Tor oder kein Tor? Ein letztlich nichtgegebenes Tor in der Bundesliga-Partie des 1. FSV Mainz 05 gegen Arminia Bielefeld hat am Samstag Zweifel an der Torlinientechnik aufkommen lassen. Erst nach eigener Betrachtung der Videobilder war die Sache klar: Kein Tor, die Uhr wurde zu Recht überstimmt. Zudem stand der Berliner bei drei Strafstößen im Brennpunkt – lag da aber richtig. 

1.FSV Mainz 05 4:0 DSC Arminia Bielefeld (SR: Felix Zwayer)

Schiedsrichter Zwayer schaute sich das fälschlicherweise gegebene Tor für Mainz 05 gegen Arminia Bielefeld nochmal am Monitor an und gab den Treffer dann doch nicht.

In der 15. Minute dann der Aufreger der ersten Halbzeit und eine äußerst kuriose Szene. Nach einer Ecke von Aarón Martín von der linken Seite köpfte Niakhaté am Fünfer auf das Tor. Ortega kratzte den Ball im letzten Moment von der Linie und sicherte die Kugel. Zunächst bekam Schiedsrichter Zwayer den Bildern zufolge ein Signal der Torlinientechnik, dass der Ball die Linie in vollem Umfang überschritten hatte. Bielefeld Keeper Ortega hatte den Ball noch vor der Linie gerettet. In der folgenden Diskussion mit den Mainzer Spielern zeigte der 40-Jährige immer wieder auf seine Schiri-Uhr.

Das war aber ganz eindeutig nicht der Fall. Deshalb schaltete sich VAR Dr. Martin Thomsen ein und verweigerte dem Tor völlig zu Recht die Anerkennung. Der Video-Assistent darf in einem solchen Fall auch eingreifen, da es hier um eine Torerzielung handelte, ist der VAR eingriffsberechtigt.  Er änderte dann zu Recht seine Entscheidung und gab das Tor nicht.

Schiedsrichter Zwayer im Sky-Interview: „Mein Assistent und ich haben große Zweifel an der Tormeldung gehabt. Letztlich habe ich zunächst der Technik vertraut um dies im Anschluss überprüfen zu lassen und habe auch expizit um eine genauere Überprüfung gebeten. Die gewohnte Animation der GLT (Goal Line Technology) in der ARD-Zusammenfassung zeigte auch, dass der Ball nicht hinter der Torlinie war.

Drei Elfmeter für Mainz 

In der 65. Minute gab es Elfmeter für Mainz. Barreiro wurde rechts im Strafraum angespielt, legte sich die Kugel zur Grundlinie und ging dann nach einem Kontakt mit Wimmer zu Boden. Zwayer zeigte sofort auf den Punkt ud traf hier die richtige Entscheidung. Hier ist der strafwürdige Körperkontakt unübersehbar. Der Bodycheck war ursächlich für den Fall. Der Kapitän übernahm die Verantwortung und verwandelte ganz sicher! Niakhaté haute den Ball halbhoch in die rechte Ecke, Ortega streckte sich vergeblich.

Zehn Minuten später gab es wieder Elfmeter für Mainz. Onisiwo leitete den Ball auf Barreiro weiter, der von Andrade durch Beinstellen klar gelegt wurde. Wieder blieb Felix Zwayer keine andere Wahl als auf den Punkt zu zeigen.

Kurz drauf gab es zum Mal Elfmeter für die Mainzer: Nach einem langen Einwurf von der rechten Seite erwischte Prietl Gegenspieler Ingvartsen am Fuß. Elfmeter ist die eindeutige richtige Entscheidung.

Fazit: Bis auf den Goalline-Fehler, der durch den VAR zum Glück aufgedeckt wurde, hatte Felix Zwayer keine Probleme mit der dann doch fordernden Partie.

SpVgg Greuther 0:0 Fürth SC Freiburg (SR. Tobias Reichel)

In der 23. Minute forderte Freiburg Elfmeter. Ein Eckball wurde auf den zweiten Pfosten verlängert, wo Schlotterbeck aus zehn Metern gehalten wurde. Hrgota erkannte, dass er von hinten nicht mehr rankommen konnte und zog mit dem um den Freiburger gelegten Arm sehr deutlich. Mit viel Glück bewertet Schiedsrichter Reichel das als gerade noch im Rahmen, weil Freiburgs Schlotterbeck zu theatralisch im Strafraum zu Boden sank.

VfB Stuttgart 3:2 FC Augsburg (SR: Patrick Ittrich)

Nur Sekunden nach dem 0:1 löste sich beim VfB Marmoush und dribbelte sich mit einer engen Ballführung bis vor Gikiewicz. Im Duell mit dem FCA-Keeper ging der Stuttgarter daraufhin ohne gegnerische Einwirkung zu Boden und wollte so den Elfmeterpfiff herausholen. Schiri Itrrich passte auf und winkte sofort ab. Die gelbe Karte wegen der „Schwalbe“ hätte er gut geben können, denn hier lag kein Kontakt vor.

 

 

 

 

 

Hertha BSC 3:0 TSG Hoffenheim (SR: Daniel Schlager)

Niklas Stark ließ das Netz mit einem Kopfballaufsetzer infolge einer Freistoßflanke Plattenhardts von links zappeln, soll aber im Abseits gestanden haben. Der VAR schaute auf die Szene und Hertha durfte nachträglich jubeln! Lediglich der unbeteiligte Belfodil hatte auf der falschen Seite der Abseitsslinie gestanden, so dass Starks erfolgreicher Abschluss mit der Stirn aus sechs Metern in die obere linke Ecke zählt.

 

 


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