Champions League Late-Night: Arturo Vidal wie er leibt und lebt

Champions League Late-Night: Arturo Vidal wie er leibt und lebt

26. November 2020 0 Von IG Schiedsrichter

Vier Spiele, vier Siege: Mit einer makellosen Bilanz zieht der FC Bayern vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League ein. Im Heimspiel gegen RB Salzburg am Mittwochabend stand nach schwierigem Start und trotz Gelb-Roter Karte für Roca ein 3:1-Sieg. Auch Borussia Mönchengladbach nach 4:0-Gala gegen Donezk auf dem Weg ins Achtelfinale.

Der heutige Spieltag der Championsleague bedeutete eine Menge Arbeit für die Schiedsrichter. Es war erneut eine Menge in den Strafräumen zu bewerten, doch die „Soft-Penalties“ blieben zum Glück weitgehend aus. Einige Spieler mussten zudem früher den Platz verlassen – allen voran Arturo Vidal.

FK Krasnodar 1:2 FC Sevilla (SR: Marco Guida)

Zwei äußerst knifflige Handspielszenen hatte der italienische Schiedsrichter Marco Guida zu bewerten. Beide Male griff der VAR nicht ein.

Zunächst bekam Marcus Berg den Ball nach einer Klärungsaktion an die Hand. Zwar scheint hier die Hand zum Ball zu gehen, doch geschieht das innerhalb eines normalen Bewegungsablaufes. Dies soll nicht strafbar sein, sodass die Entscheidung, das Spiel laufen zu lassen, richtig war. [TV-Bilder]

Etwas anders sehen wir das bei der folgenden Situation. Kaio hält die Arme mehr oder weniger hinter dem Körper und ging in der Folge mit dem angelegten und dennoch deutlich verbreiternden Arm zum Ball. Ausschlaggebend ist für uns der deutliche Vorteil durch die größere Körperfläche, weshalb für uns hier der Strafstoß folgen müsste. [TV-Bilder]

Inter Mailand 0:2 Real Madrid (SR: Anthony Taylor)

Einiges zu tun hatte der englische Schiedsrichter Anthony Taylor: Nach wenigen Minuten gab es bereits einen unstrittigen Strafstoß, als Nicolo Barella Nacho klar und deutlich zu Boden brachte.

Dann wurde es hitzig, als Aturo Vidal gegen Raphael Varane zu Boden ging und vehement protestierte! Zunächst zeigte Taylor Gelb, doch als Vidal weiter in Richtung Schiedsrichter schrie und extrem aggressiv auftrat, zog der Referee gleich gelb-rot hinterher. Eine Entscheidung, die wir deutlich unterstützen! Ein solches Benehmen kann nicht erlaubt sein! Auch die eigentliche Szene wurde korrekt bewertet, da Varane den Ball spielte!

In der zweiten Halbzeit forderte Inter erneut Gelb, als Roberto Gagliardini und Lucas Vazquez im griechisch-römischen Stil zu Werke gingen und der Mailänder spektakulär zu Boden ging. Nach Check von VAR Stuart Attwell gab es auch hier keinen Strafstoß, da beide Spieler im Ringergriff in den Zweikampf gingen.

FC Liverpool 0:2 Atalanta Bergamo (Carlos del Cerro Grande)

Einen plumpen Versuch unternahm auch Josip Ilicic bei seinem Faller gegen Georginio Wijnaldum. Referee Carlos del Cerro Grande zuckte allerdings nicht einmal. So soll das sein! Solche Elfmeter will keiner.

Ajax Amsterdam 3:1 FC Midtyland (SR: Sergey Karasev)

Wenig überzeugend war für uns der Auftritt des russischen Schiedsrichters Sergey Karasev. Er gab nach einer Aktion von Noussair Mazraoui gegen Awer Mabil einen der „Soft-Penalties“ für die Dänen. Mazraoui spielte den Ball und traf dann auch noch Mabil, der zu Boden sank. Im weitesten Sinne ist das okay, weshalb der VAR raus war. Pfeifen sollte man sowas aber nicht.

Rot gab es kurz vor Schluss noch gegen Erik Sviatchenko, als er den durchstartenden David Neres klar zu Fall brachte. Allerdings in einer Graubereich-Position. Eine gelbe Karte wäre wohl durch den VAR auch nicht korrigiert worden.

FC Bayern München 3:1 RB Salzburg (SR: Orel Grinfeld)

Der bereits verwarnte Marc Roca trat Zlatko Junuzovic klar auf den Fuß. Dieses Einsteigen bedeutete Unterzahl für die Bayern, da Schiedsrichter Orel Grinfeld korrekterweise die gelb-rote Karte gab.

Der Ehrentreffer für Salzburg zog einen langen Check nach sich. In der Tat war es sehr schwer zu sehen, ob sich Mergim Berisha in einer Abseitsposition! Doch ein Check darf keine vier Minuten dauern! Dies lag wohl an der mangelnden VAR-Erfahrung des israelischen SR-Teams und des Videoassistenten Roi Reinshreiber

Olympique Marseille 0:2 FC Porto (SR: Andreas Ekberg)

Abschließen wollen wir mit einer sehr guten Leistung: Der schwedische Schiedsrichter Andreas Ekberg sollte bereits beim deutschen Debakel in Spanien von der UEFA-Schiedsrichterkommission beobachtet werden, hatte aber bei Leibe nicht viel zeigen können aufgrund des deutschen Sicherheitsabstandes. Deshalb stand er heute unter der Beobachtung des Chefs persönlich, von Roberto Rosetta.

Marko Grujic trat Dario Benedetto heftig auf den Fuß und sah genauso seine zweite gelbe Karte, wie Leonardo Balerdi auf der anderen Seite, der gegen Moussa Marega durch sein ungestümes Halten sogar noch einen Strafstoß für Porto verursachte.

Eine Menge Arbeit also für Ekberg, der aber mit einer starken Leistung unter den Augen des Chefs Werbung für sich und für eine Einstufung in die Elite-Kategorie machen konnte.

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