Dafür ist der Videobeweis da…

Dafür ist der Videobeweis da…

7. März 2020 0 Von IG Schiedsrichter

In unsere Analyse widmer wir uns mit den gesehenen Szenen der Bundesliga-Konferenz. Unsere Einschätzungen:

Hertha BSC Berlin 2:2 VfL Wolfsburg (SR: Guido Winkmann; VA: Tobias Welz)

Nach der 2:0-Werder-Führung haben die Bremer förmlich nach dem Anschluss gebettelt und die Berliner kamen auf 1:2 ran. Plattenhardt verfrachtete einen Freistoß von rechtsaußen weich in den Fünfer und legte den Ball auf den Kopf von Niklas Stark. Der Hertha-Kapitän gewann das Laufduell mit Voigt und köpfte aus kurzer Distanz ein. Nach Überprüfung der TV-Bilder gab der Video-Assistent den Treffer richtigerweise gut. Die Schulter von Voigt war minimal näher am Tor als die von Stark. Deswegen zählte der Treffer zu recht.

Elfmeter für Hertha? Mittelstädt leitete den Ball nach innen weiter, wo Darida sofort ins Volle ging. Moisander machte einen Ausfallschritt und gelangte dann mit dem eher angelegten Arm an die Pille. Zwar zeigte Schiri Winkmann auf den Punkt, doch Toias Welz überprüfte diese strittige Entscheidung und schickte Winkmann an den Fernseher. Nach Betrachten der Bilder revidierte Winkmann seine Entscheidung und setzte, nachdem er erst mit Eckball fortsetzen lassen wollte, mit Schiedsrichterball fort, weil er schon vorher gepfiffen hat bevor der Ball im Aus war. Daher ist der SR-Ball richtig – Gott sei dank gibt es den Videobeweis! Er sah dann beim Kontakt von Moisander kein strafbares Handspiel. Der Bremer hatte den Arm eng am Körper und hatte kaum Reaktionszeit.

SC Freiburg 3:1 1. FC Union Berlin (SR: Marco Fritz; VA: Benjamin Brand)

Wie aus dem Nichts das Führungstor für Freiburg! Von der linken Seite schlug Grifo eine überragende Flanke an den ersten Pfosten Dort ging Sallai mit dem Kopf zum Ball. Das Leder flog am hohen Bein von Schlotterbeck vorbei, während Gikiewicz noch mit den Fingerspitzen noch dran war, das Spielgerät allerdings nur noch an die Unterkante der Latte lenken konnte. Die Berliner monierten ein möglichen Foulspiel. Der Berliner Torwart wurde da zwar am Trikot gezupft, aber das ist keine entscheidende Beeinträchtigung des Keepers. Wohl eher ein Torwartfehler, da er aus seinem Kasten gemusst hätte. Ganz sicher ist das nichts für den Video-Assistenten.

Die nächste unnötige Gelb-Rote-Karte für Marvin Friedrich. Der Verteidiger verlor halbrechts den Ball gegen Petersen und stolperte dem Angreifer anschließend von hinten in die Beine. Mit der zweiten Gelben Karte musste der Berliner vom Platz und verpasst das kommende Duell gegen den FC Bayern.

VfL Wolfsburg 0:0 RB Leipzig (SR: Daniel Schlager; VA: Dr. Matthias Jöllenbeck)

In der 38. Minute entschied der Unparteiische auf Freistoß für die Hausherren. Das schmeckte den Leipziger Trainer überhaupt nicht. Marcelo bremste Laimer aus und Schlager gab den Freistoß gegen Leipzig. Beide gingen einfach nur zum Ball, rauschten unglücklich unabsichtlich mit den Körpern zusammen. Das muss man nicht zwingend pfeifen, weiterspielen wäre sicherlich die richtigere Entscheidung. Das war ein völlig gleichberechtigter Zweikampf. Aber hier geht es nicht um ein Tor oder Elfmeter, sondern um einen lächerlichen Freistoß im Mittelfeld.

FC Schalke 04 1:1 TSG 1899 Hoffenheim (SR: Sven Jablonski; VA: Benjamin Cortus)

In der 65. Minute erzielte die TSG die Führung – oder doch nicht? Aus dem Nichts mit Hilfe einer Abseitsstellung gelangten die Gäste unverdient zum Ausgleich. Aus dem rechten Halbfeld brachte Sebastian Rudy einen Freistoß hoch in den  Sechzehner. Auf Höhe des linken Pfostens holte sich Benjamin Hübner den Kopfball und setzte diesen unhaltbar ins lange Eck. Direkt im Anschluss wurde das Tor überprüft und VA Benjamin Brand legte die Linie an und sah diese hauchzarte Abseitsstellung. Somit wurde der Treffer zu recht aberkannt. Abseits ist Abseits, egal wie knapp.

 

 

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