… dann spielt halt mal neun gegen neun!

… dann spielt halt mal neun gegen neun!

19. Januar 2020 2 Von IG Schiedsrichter

In der Winterpause wurden die Schiedsrichter dazu angehalten, bei Unsportlichkeiten rigoroser durchzugreifen. Wie hat das funktioniert?

In Düsseldorf hat Dr. Felix Brych den Bremer Niklas Moisander in der Nachspielzeit mit Gelb/Rot vorzeitig vom Platz gestellt. Der war schon verwarnt und danach mittendrin in einem Rudel.

Kohlfeld sauer wegen Gelb/Rot

Bremens Coach hat sich nach dem Spiel mächtig aufgeregt: „Kein Vorwurf an Felix Brych. Aber warum machen Leute solche Regeln, die das Spiel noch nie gespielt haben. Da liegen zwei Spieler von uns mit Kopfverletzungen auf dem Platz. Da ist es doch verständlich, wenn man sich dann etwas aufgeregt. In dieser Situation Gelb/Rot in der 92. Minnute zu zeigen, zeigt von wenig Fingerspitzengefühl.

Auch der Sünder Niklas Moisander kann den Platzverweis nicht verstehen: „Ich habe zum Schiri nur ’schau, schau‘ gesagt, weil ich mir Sorgen um den am Boden liegenden Kevin Vogt gemacht habe. Ich halte die Entscheidung für übertrieben.

Thorsten Kinhöfer meint: „Eine sehr gute Entscheidung! Ich würde mir aber wünschen, dass da noch härter durchgegriffen wird,“, so Kinhöfer.

Dabei handelte Brych weisungsgemäss. IG-Schiedsrichter fügt dazu: Ich hab das so verstanden, dass es bei „Großversammlungen“ und Schubserein wo geschlichtet werden muss, Rot so gezeigt werden soll. Es sind nicht die Schiedsrichter die sich unsportlich verhalten, sondern ausschliesslich die Spieler. In keiner anderen Sportart, nehmen wir das Beispiel Handball, rennen Spieler nach einer Entscheidung zum Schiedsrichter hin um zu reklamieren. Diese Unart muss schnellstens aus den Köpfen der Spieler heraus.

Beispiel Hoffenheim gegen Frankfurt. Da rennen drei vier Spieler auf Schiedsrichter Sascha Stegemann zu und reklamieren, reden laut auf ihn ein. Stegemann verwarnt nur Benjamnin Hübner? Warum nicht alle Spieler?

„Natürlich wären das viele Verwarnungen oder sogar Platzverweise. Aber dann spielen wir halt mal neun gegen neun“, so der ehemalige Schiedsrichter.

Wir sind uns sicher: Dieses rigorose durchgreifen an drei vier Spieltagen hintereinander und spätestens nach drei Wochen hat sich das Thema erledigt und die Spieler ziehen daraus ihre Lektion, Zumal die Vereine bestimmt „begeistert“ wären, wenn durch Unsportlichkeiten der eigenen Spieler Partien verloren gingen.

Allerdings gibt es eben auch Schiedsrichter wie Manuel Gräfe, der trotz Anweisung von seinem bisher gewohnten Stil Spiele zu leiten, nicht abzubringen ist und wird für die großzügige -von den Chefs nicht gewünschte Pfeifweise- von den Profis noch zum Hinrunden-Schiedsrichter gewählt. Gräfe:

„Ich leite so weiter wie bisher“.  

Selbstverständlich ist das Umdenken der gerade bei älteren Schiedsrichtern nicht von heute auf morgen umzustellen geht, aber es wäre ein wichtiges Zeichen. Denn: Was die Amateurfussballer in der Bundesliga sehen, das machen sie am nächsten Sonntag auf ihrem Platz nach. Erkennen Sie, dass der Schiedsrichter bei Rudelbildungen hart durchgreift, werden sie sich zweimal überlegen, den Unparteiischen anzugehen.

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