Das war keine Sternstunde für den VAR

Das war keine Sternstunde für den VAR

21. November 2021 2 Von IG Schiedsrichter

Bekanntermaßen bin ich ein Befürworter des Videobeweises. Er macht den Fußball gerechter. Aber was gestern in Leverkusen, Gladbach und Bremen passiert, wahrlich keine Sternstunde für den VAR…

Szene 1: In der 30. Minute trifft Bayers Frimpong den Bochumer Rexhhbecaj mit offener Sohle am Oberschenkel, sieht von Schiedsrichter Daniel Schlager Gelb. Klar: Frimpong will den Gegenspieler nicht so treffen. Aber das ist unerheblich: Dieses Foul war klar Rot.. Unverständlich, warum Videoassistent Günther Perl sich da nicht eingeschaltet hat.

Szene 2: In der 43. Minute stellt Bochums Antwi-Adjei klug den Fuß rein. Abwehrmann Tah traf, der VAR prüft – auch hier wird die falsche Entscheidung getroffen. Es hätte Elfmeter für Bochum geben müssen. Mit Verlaub, aber das war die zweite krasse Fehlentscheidung.

Werder Bremen 1:1 FC Schalke 04 (SR: Tobias Stieler)

In Bremen führte Schalke 04 mit 1:0, musste dann wegen eines sehr zweifelhaften Elfmeters in der letzten Minute den Ausgleich hinnehmen. Der eingewechselte Roger Assalé ging im Sechzehner plötzlich zu Fall! Die Bremer stürmten geschlossen auf den Schiedsrichter zu, doch der Hechtsprung von Martin Fraisl gegen Assalé war blitzsauber. Doch tatsächlich bekam Stieler die Review-Empfehlung von Christian Dingert und schaute sich die Szene nochmal an. Es ging wohl um den vorherigen Versuch von Henning Matriciani, Assalé zu stoppen. Doch es ist noch nicht einmal ein Kontakt vorhanden und dann gab es tatsächlich Elfmeter für Werder! Wenn, dann wird wohl der ausgestreckte Arm von Matriciani gewertet. Doch auch der brachte Assalé nicht zu Fall. Eine bittere Fehlentscheidung.

Die drei Szenen beweisen, dass auch mit Videounterstützung Fehler passieren, weil auch hier Menschen am Werk sind. Und zumindest alle Kritiker die einen aseptischen Fußball befürchtet haben, können aufatmen.

Den Bochumern und Schalkern nützt es freilich wenig – sie schenkten unfreiwillig Punkte her…

Und wenn man dann noch sieht, dass in Bielefeld ausgerechnet Martin Petersen der beste Schiedsrichter war, sagt das auch recht viel für alle anderen Schiedsrichtern aus.  Aber eine große Überraschung ist es eigentlich nicht. Petersen befindet sich nämlich seit Monaten in guter Form.

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