Der genervte Schiedsrichter

Der genervte Schiedsrichter

20. Juni 2018 0 Von Reiner Kuhn

In Gruppe B hat Spanien in der Partie gegen den Iran einen 1:0-Sieg gefeiert. Allerdings lieferte der Iran einen leidenschaftlichen Kampf und schnupperte gar an der Sensation, ehe der Videobeweis die Freude über den Ausgleich schnell wieder einfing. Und so wurde Diego Costa mit seinem Duseltor zum Matchwinner. Marokko ist nach der Niederlage gegen Portugal bereits ausgeschieden.

Die Anfangsphase war geprägt von vielen Zweikämpfen, auch harten Zweikämpfen. Der Referee musste kräftig arbeiten seine Linie zu finden, entschied sich wohl für die kleinliche Linie, was jedoch dem Spielfluss nicht gut tat. Nach sechs Minuten schaffte es erstmals der Underdog sauber über die Mittellinie. Prompt holte Amiri in dieser Szene an der linken Grundlinie einen Freistoß heraus. Carvajal hat ihm den Gefallen getan, ihm sowohl unsaft in die Hacken zu laufen, als auch oben in den Rücken zu stoßen.

Zwei Minuten später trat erstmals Ramos in Erscheinung, als er im Luftduell gegen Azmoun mit dem linken Ellenbogen arbeitete und diesem dem Angreifer von Rubin Kazan in den Rücken rammte. Referee Cunha beließ es bei einer Ermahnung. Ein weiteres Mal zur Tat schritt Cuncha zur Tat als Azmoun Busquets im zentralen Abwehrbereich absichtlich mit der rechten Fußspitze auf dessen rechten Knöchel stieg. In Anbetracht der vielen Foulspielen, hätte er bereits den Einstieg in die persönlichen Strafen setzen können, doch der Unparteiische aus Uruguay verzichtete noch auf diese.

Fünf Minuten vor der Pause nun das Ergebnis des kartenlosens Spiels! Nachdem Torwart Beiranvand den Ball vor dem anlaufenden Diego Costa aufgenommen hatte, stieg dieser ihm ganz leicht und wohl unbeabsichtigt auf die linke Fußspitze. Der Keeper ging etwas theatralisch zu Boden, was eine kleine Rudelbildung nach sich zog. Der Unparteiische Cunha wertete das Einsteigen nicht als Tätlichkeit und entschied nur auf Freistoß. Ist aber auch für eine Tätlichkeit zu wenig, von daher keine Rote Karte.

Tor oder Nicht? Die Perser jubelten, doch eine Abseitsstellung verhinderte den Ausgleich! Rezaeian flankte einen Freistoß aus dem rechten Halbfeld vor den linken Pfosten. Dort kam es zwar nicht zu einem direkten Abschluss, doch die Iberer konnten nicht klären. Ezatolahi feuerte die Kugel aus acht Metern in die flache linke Ecke, sofort ging die Fahne des Assistenten ist direkt oben. Da der Schiedsrichter erst auf Abseits entschieden, als der Ball schon im Tor war, war Videokontrolle noch möglich. Genau so, hat sich das die FIFA gewünscht! Auch wenn es diesmal ein bisschen länger gedauert hat, wurde die richtige Entscheidung getroffen. Lieber 30 Sekunden schauen als falsche Entscheidung.

Fazit: Auch wenn die FIFA die Linie der Großzügigkeit herausgegeben hat, ist es förderlich in so einem Spiel so ganz auf die Karten zu verzichten! Die Spieler merkten von der Unsicherheit des Referees und behandelten ihn teilweise respektlos, lachten über Entscheidungen. Man sah, dass er von dem Verhalten der Spieler genervt war. Wenn er mit Ansprache und Körpersprache keine Zeichen setzen kann, muss man halt auch mal die Karten bringen! Okay, zwei hat er dann noch gegeben, aber die kamen viel viel zu spät.

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