Der Glaube an ehrlichen Fußball

Der Glaube an ehrlichen Fußball

15. Dezember 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Wie sauer Leverkusens Coach Peter Bosz wohl auf Bailey sein muss, kann man sich wohl denken. Es lief die 54. Spielminute da wechselte der Überleiter den Offensivspieler gerade ein – und knapp 20 Minuten später konnte er schon wieder gehen.

Von Thorsten Kinhöfer (aus der Bild am Sonntag/print)

Die Rote Karte von Manuel Gräfe im Rheinderby 1. FC Köln gegen Bayer 04 Leverkusen war abslolut berechtigt: Er war wohl über sich selber verärgert, dass er den Zweikampf verlor und langte Gegenspieler Ehizibue in Gesicht – und da hat die Hand nichts verloren!

Was aber besonders wichtig zu erwähnen ist: Alle Achtung vor Kingsley Ehizibue! In der vergangenen Woche forderte Thorsten Kinhöfer in der „Bild am Sonntag“ einen Oscar für Gladbachs Marcus Thuram gefordert, weil er sich theatralisch das Gesicht am Boden hielt, obwohl er an der Schulter getroffen wurde. Ehizibue aber bleib nach der Ohrfeige stehen. Kin Gewälze, kein Geschrei – das gab mir ein bisschen an den Glaube des Fußballs zurück.

Noch eins: Im gleichen Spiel ließ Assistent Markus Schüller an der Seitenlinie in der 43. Minute eine Szene laufen, bei der der Kölner Angreifer einen guten Meter im Abseits stand. Das ist ja in Ordnung, wenn es knapp ist und man das Ganze lieber besser nochmal vom Video-Assistenten checken lassen will.

Aber wenn es so ein klares Abseits ist, sollte ein Bundesliga-Assistent schon so selbstbewusst sein, um die Fahne zu heben.

Beim 1:0 der Kölner ließ Markus Sinn, der andere Assistent, der Gräfe die Tätlichkeit geflüstet hat, zweimal wegen millimeterabseitsverdächtiger Situation die Fahne richtigerweise unten. Der Check zeigte keine Abseitsposition.

Bayer Leverkusen hatte nach einer völlig enttäuschenden Leistung nicht mal die Nerven im Griff, vorallem der erst eingewechselte Leon Bailey. Er hatte die Nerven nicht im Griff, sondern nur das Gesicht seines Gegenspielers (TV-Bilder).

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