DFB-Pokal-Achtelfinale mit Video-Assistent

DFB-Pokal-Achtelfinale mit Video-Assistent

4. November 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Die dritte DFB-Pokalrunde wurde heute mit einigen  interessanten Duellen ausgelost. So hat die Frankfurter Eintracht Heimrecht gegen RB Leipzig, Borussia Dortmund muss in Bremen antreten, Zweitligist VfB Stuttgart reist zu Bayer 04 Leverkusen und der FC Bayern hat Heimrecht gegen Hoffenheim. Aber auch drei Amateurteams waren noch im Topf: SC Verl empfängt Union Berlin, Saarbrücken im alten Südwest-Derby den KSC und Kaiserslautern empfängt Düsseldorf.

In den beiden vergangenen Jahren kam der Video-Assistent im DFB-Pokalwettbewerb ab dem Viertelfinale zum Einsatz, in der Saison 2019/2020 wird das technische Hilfsmittel bereits ab dem Achtelfinale unterstützend hinzugezogen.

Bei Spielen in Erst- und Zweitligastadien wird der Video-Assistent wie gewohnt aus dem Kölner Kontroll-Center agieren. Bei den Amateurvereinen, die keine Infrastruktur haben (Verl, Karlsruhe und Kaiserslautern) wird eine Art Übertragungswagen (VAN) am Stadion positioniert.

Videobeweis im DFB-Pokal funktioniert wie in der Bundesliga

Am 3. März 2018 hat die International Football Association Board (IFAB) den Video-Assistenten nach einer längeren Testphase ins Fußballregelwerk aufgenommen. Seither ist nun der Videobeweis offiziell fester Bestandteil der Bundesliga-Partien.

  • 31 Video-Assistenten wurden in Schulungen für ihre neue Aufgabe vorbereitet, allesamt aktive oder ehemalige Schiedsrichter. Sie verfolgen vom Video-Assist-Center (VAC) in Köln aus die Spiele, wobei ein Video-Assistent bis zu sechs Spiel verfolgen kann.
  • Sie können eingreifen, wenn ihrer Ansicht nach der Schiedsrichter auf dem Platz eine zumindest strittige Entscheidung getroffenen hat. Das betrifft jedoch nicht jede Spielsituation. Im Regelwerk sind vier Situationen beschrieben, in denen ein Video-Assistent tätig werden kann: Möglich sind strittige Entscheidungen bei einem Tor, einem Elfmeter, einer roten Karte oder wenn eine Verwechslung eines Spielers vorliegt.
  • Der Video-Assistent hat durch den Operator Zugriff auf bis zu 17 Kamera-Einstellungen, wenn er eine der genannten Spielszenen für fragwürdig hält. Kommt er nach Ansicht dieser Ansichten zum Schluss, dass es sich um eine Fehlentscheidung des Referees handelt, hält er Rücksprache mit dem Supervisor und informiert über Funk den Schiedsrichter auf dem Platz.
  • Dieser kann sich nun über einen Monitor am Spielfeldrand die Spielszene aus mehreren Blickwinkeln noch einmal anschauen. Ob er seine vorher getroffene Entscheidung revidiert oder an ihr festhält, obliegt ausschließlich dem Schiedsrichter auf dem Platz. Er hat bei jeder Entscheidung das letzte und einzig gültige Wort.

Besonderheiten: Videobeweis im DFB-Pokal erst ab Achtelfinale

Den DFB-Pokal spielen die Bundesligisten nicht unter sich aus. Der Reiz des Turniers besteht unter anderem darin, dass kleine Vereine aus unteren Ligen teilnehmen – und schon öfter war ein solcher Fußballzwerg ein Stolperstein für einen vermeintlich favorisierten Verein.

  • Bei Nicht-Bundesligisten fehlt in der Regel die technische Voraussetzung für den Videobeweis. Deswegen kommt der Video-Assistent im Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dann nur noch Klubs der höheren Ligen die Partien unter sich austragen.
  • Hat es ein Nicht-Bundesligist bis hier geschafft und ist noch im Turnier, kommt bei einem Heimspiels eines solchen Vereins die mobile Variante des Video-Assistenten zum Einsatz. Dann wird von einem Van aus auf die Videobeweis-Technik zurückgegriffen.

EILMELDUNG | Sehr interessante Duelle im Achtelfinale des DFB-Pokal: zufrieden mit den Losen?

Gepostet von IG Schiedsrichter am Sonntag, 3. November 2019

Verwendete Quellen: DFB-Pressemitteilung.

Share This: