Die einzige richtige und nachvollziehbare Entscheidung!

Die einzige richtige und nachvollziehbare Entscheidung!

9. April 2022 9 Von Simon Schmidt

Das DFB-Sportgericht hat den Einspruch der Freiburger abgelehnt, die Wertung der Partie SC Freiburg gegen den FC Bayern München vom vergangenen Samstag bleibt bestehen. Trotz des großen medialen Aufschreis und der oftmals gegenteiligen Einschätzung vieler „Experten“. Wieso das die einzig richtige Entscheidung ist und alle anderen Urteile nicht nachvollziehbar gewesen wären, kommentiert Simon Schmidt.

Jetzt ist es also raus: Die Bayern behalten ihre Punkte für den verdienten 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg am vergangenen Samstag und der Einspruch gegen die Spielwertung vom Sportclub ist abgelehnt. Die einzige richtige und nachvollziehbare Entscheidung! Die Richter des DFB-Sportgerichts unter Vorsitz des erfahrenen Stephan Oberholz argumentierten völlig richtig, dass die Aktion erstens keinen Einfluss auf das Ergebnis hatte und zweitens die Hauptschuld beim Schiedsrichterteam um Christian Dingert liegt. Er ist laut Regel 3 für die korrekte Durchführung eines Wechselvorgangs verantwortlich. Der Schuldanteil der Bayern durch die falsche Nummer an der Anzeigetafel ist marginal. Da alle eingesetzten Spieler offensichtlich spielberechtigt waren, greift die Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes hier überhaupt nicht.

Was bleibt nach diesem „Wechselfehler“ und der großen medialen Präsenz (in der Kicker-App gab es sogar eine eigene Kategorie „Wechselfehler der Bayern“, die über Tage ganz oben angezeigt wurde), dieses eigentlich sportlich komplett irrelevanten Ereignisses? Vor allem die Erkenntnis, dass bei solchen Sonderfällen im Bereich der Spielregeln die vermeintlichen „Experten“ in den Fernsehsendern und den Sportredaktionen der großen Medienhäuser wenig Expertise besitzen. Hier besteht durchaus eine Marktlücke, denn eine wirklich fundierte und sichere Einschätzung wäre am Samstag nach dem Spiel wichtig gewesen.

Ganz besonders herausgestochen sind die beiden „Experten“ Didi Hamann und Manuel Gräfe. Hamann hatte direkt bei Sky am Samstag nach dem Spiel ohne irgendeine regeltechnisch und sportlich nachvollziehbare Begründung rumgepoltert, den Bayern müssten die Punkte aberkannt werden. Dem wirklichen Experten Alex Feuerherdt fiel er ins Wort. Die Einschätzung des Kölner Lehrwarts waren wohl zu fundiert für Hamann. Die Krönung waren Aussagen vom ihm am Freitag darauf, als er den Bayern-Bossen „schwache Führung“ vorwarf und die vollkommend korrekte und besonnene Einschätzung von Chefjustiziar Michael Geringer als „selbstherrlich“ einschätzte. Also wenn man mich fragt, hat da jemand wohl zu oft in den Spiegel geschaut.

Ex-Bundesligaschiedsrichter Gräfe gab dagegen eine Einschätzung in den Medien ab, dass der Fall ähnlich wie beim VfL Wolfsburg im Pokal anzusehen sei und durch das verspätete Verlassen von Coman ein vierter Wechselslot entstanden wäre. Dadurch wäre Sabitzer nicht spielberechtigt gewesen und die Verfahrensordnung würde greifen. Eine Theorie, die er wohl besser für sich behalten hätte und nicht unbedingt für die Regelkenntnis des ehemaligen und so vermissten Bundesliga-Schiedsrichters spricht.

Aber ist dem SC Freiburg etwas vorzuwerfen, weil sie Einspruch eingelegt haben? Ich finde nein. Denn es ist das gute Recht des Vereins und am Ende haben sie dadurch ja auch keine Schaden bei anderen angerichtet. Auch wenn die Begründung für den Einspruch mir etwas zu scheinheilig ist, wäre es falsch den Freiburgern hier unsportliches Verhalten abseits des Platzes vorzuwerfen. Ob es andere Vereine auch so gemacht hätten? Wahrscheinlich ja, denn es geht mittlerweile um so viel mehr als „nur“ drei Punkte und ein gewonnenes Spiel.

Schlussendlich hat die Bundesliga einen in der jüngeren Vergangenheit unbekannten Regelfall erlebt, der hoffentlich beim nächsten Mal den Beteiligten früher klarer wird. Dann gibt es in der Welt des Profifußballs auch noch andere Themen in der Wochen drauf. Hoffentlich.

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