Die Tops&Flops: Die Gewinner und Verlierer der Hinrunde

Die Tops&Flops: Die Gewinner und Verlierer der Hinrunde

20. Dezember 2021 0 Von IG Schiedsrichter

Zur Winterpause ist es mal wieder Zeit, einen Blick zurück zu wagen. Wir ordnen ein, wer in den Profiligen überzeugen konnte und wer ein weniger glückliches Händchen hatte.

Ein herausragender internationaler Abschluss gelang dem aktuellen Weltschiedsrichter Dr. Felix Brych. Er leitete sowohl in der Champions League, als auch in der Bundesliga, höchst souverän und unauffällig.
In seine großen Fußstapfen wird Daniel Siebert treten, der bei der UEFA bereits ein sehr großes Vertrauen genießt und jüngst in die Elite-Kategorie befördert wurde. In einigen Jahren wird auf den Berliner dann höchstwahrscheinlich Florian Badstübner folgen, der eine Menge Bundesligaeinsätze erhielt, quasi nie auffiel und auch eine hohe Entscheidungsqualität besitzt. In die Kategorie der Unauffälligen Leistungsträger ist sicher auch Robert Schröder einzuordnen, den man überall geräuschlos einsetzen konnte und dessen Qualität bei den Einsätzen zuletzt auch stieg.

Dazwischen liegen aber auch noch eine Reihe Nichtgenannte wie Frank Willenborg, Daniel Schlager oder Robert Hartmann, die grundsätzlich sehr solide unterwegs sind.

Eine weniger gute Hinrunde hatten vor allem zwei Schiedsrichter der Elite-Kategorie.
Tobias Stieler scheint, international das Vertrauen verspielt zu haben, nachdem er im Spiel zwischen Atalanta Bergamo und Real Madrid eine harte rote Karte verhängte. Seitdem erhielt er in der europäischen Königsklasse keine weitere Bewährungschance. In der Bundesliga lief es ganz ordentlich, ehe er im Zweitligaspiel zwischen Bremen und Schalke durch einen falschen Strafstoß für Aufsehen sorgte. Es folgte eine Pause von einigen Wochen, welche nun auch Felix Zwayer bevorsteht.

Auch er pfiff eine international überschaubare, aber national noch ordentliche Hinrunde, bis er zum Topspiel zwischen Dortmund und Bayern angesetzt war. Die Vorkommnisse des Spiels wurden hinlänglich erörtert, danach folgte aber mehr eine Diskussion um Zwayers Vergangenheit und Verwicklungen in den Skandal um Robert Hoyzer. Ob es richtig war, ihn damals Weiterpfeifen zu lassen, sei dahingestellt. Ein aktuelles Beispiel ist hier der Russe Sergey Lapochkin, der von der UEFA sofort aus der Liste entfernt wurde. Die Art und Weise, mit der die Medien allerdings in den letzten Wochen die Zwayer-Empörungswelle durchs Land treiben, ist einmal mehr Ausdruck des schlechten Sensationsjournalismus der heutigen Zeit.

Eines haben aber Stieler, Zwayer und die Schiedsrichterkommission gemeinsam und das ist das schlechte Kommunikationsverhalten gegenüber der Öffentlichkeit! Hier fehlt den DFB-Schiedsrichtern ein Pressesprecher, der sich zu den Szenen zeitnah äußert und auch als Ansprechpartner für die Medien fungiert. Diese Lücke wird aktuell nicht oder nur sehr schlecht ausgeübt. Auch die Kommunikation über Social Media ist immer noch auf Amateurniveau!

Wie liefs in der 2. Bundesliga?

Die Zweitligaschiedsrichter machten in der ersten Hälfte der Saison einen guten Job. Routinier Dr. Robert Kampka konnte durchweg überzeugen und auch Sven Waschitzki, Michael Bacher und Alexander Sather gelang ein Schritt nach vorne. Der ein oder andere der Genannten wird bestimmt noch Bewährungschancen im Oberhaus erhalten.

Da die meisten Unparteiischen überzeugen konnten, fällt es schwer, weniger glücklich agierender Kollegen zu finden. Recht wenig Einsätze erhielt beispielsweise Dr. Martin Thomsen, der meist Assistent oder VAR in der Bundesliga war. Auch der Berliner Lasse Koslowski wirkte gelegentlich in seinen Entscheidungen nicht komplett sicher.

Und in der 3. Liga?

In der „Talentliga“, der dritthöchsten Spielklasse konnten die Aufsteiger überzeugen. Hervorzuheben sind hier vor allem Cristian Ballweg und Nico Fuchs, die oft eingesetzt wurden und mit guten Spielleitungen auffielen.

Einige Aufsteiger der vergangenen Jahre konnten in der Hinrunde allerdings keinen weiteren Schritt nach vorne machen. Hier sind beispielsweise Lars Erbst oder auch Martin Speckner zu nennen, die in hektischen Begegnungen oft überfordert wirkten.


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