Doppelter Videobeweis: Regeländerung am Punkt

Doppelter Videobeweis: Regeländerung am Punkt

14. Juni 2019 0 Von IG Schiedsrichter

Schiedsrichterin Anna-Marie Keighley 

Durch einen Doppelpack von Cristiana Girelli gewinnt die italienische Frauen-Fußballnationalmannschaft auch ihr zweites Gruppenspiel gegen Jamaika mit 5:0. Die Italienerinnen stehen mit sechs Punkten vor Brasilien auf Platz 1. Die Südamerikaner haben zwar auch sechs Zähler, aber das schlechtere Torverhältnis (+2) als Italien (+6). Damit buchten sie das Achtelfinale.

Doppelter Videobeweis – Elfmeter für Italien

Barbara Bonansea ging nach einer Grätsche von Allyson Swaby im Strafraum zu Boden. Es kam zum Videobeweis, weil es für die Schiedsrichterin nicht ersichtlich war. Die Abwehrspielerin hatte da mehr die Gegenspielerin, als den Ball getroffen. Nach sich Anna-Marie Keighley die Bilder selbst ansah, revidierte sich die Unparteiische und gab dann doch den Strafstoß nach Ansicht der TV-Bilder. Cristiana Girelli trat an – und Sydney Schneider hielt! Die Italienerin schoß das Leder hart und platziert in die rechte Ecke, doch Schneider ahnte diese Aktion und parierte. Allerdings kam es erneut zur Ansicht der TV-Bilder, da sich die Torhüterin zu früh von der Linie gelöst hatte. Das ist eine neue Regel: Man darf im Vorfeld des Schusses nicht die Linie verlassen, sonst wird der Elfmeter wiederholt – wie bitter. Aufgrund der Tatsache, dass sie beim Elfmeter zu früh die Linie verließ, wurde die Keeperin verwarnt. Im zweiten Versuch versierte die Offensivspielerin die linke untere Ecke an und versenkte das Spielgerät ganz lässig. Sydney Schneider hatte sich für die falsche Ecke entschieden.

Regeländerung Regel 14: Der Torwart muss mindestens einen Teil des Fußes auf oder über der Torlinie haben, wenn der Strafstoß ausgeführt wird. Er darf auch nicht hinter der Linie stehen. Bei einem Vergehen nach der Freigabe aber vor der Ausführung des Strafstoßes darf der Strafstoß erst nach der Aussprache der persönlichen Strafen ausgeführt werden.

Dazu lautet eine Anweisung an die Assistenten, dass diese sich beim Strafstoß nicht mehr auf der Strafraumlinie aufhalten sollen, weil es ja darum geht zu schauen, ob sich der Torhüter zu früh von der Linie bewegt. Aufgrund der Tatsache, dass sie beim Elfmeter zu früh die Linie verlassen hatte, wurde die Keeperin verwarnt. An die neue Regel müssen sich die Torhüter jetzt erst noch drangewöhnen.

Beim Wiederholungselfmeter standen zwei Spieler im Strafraum. Das liegt im Ermessensbereich des Schiedsrichters. Der DFB sagt da immer dies ist großzügig zu handhaben und gibt die Faustregel, wenn sich die Spieler schon auf Höhe (oder in der Nähe des Schützen) befinden, ist zu wiederholen. Hier waren es nur 1 bis 2 Meter. Kein Beobachter sieht es gern, wenn man zu pingelig agiert. Das hat was mit Spielmanagment zu tun. Kann mir vorstellen, dass dies die FIFA genauso sieht.

Damit gab es nach einer Viertelstunde bereits zwei Einsätze des Videoschiedsrichters. Der Einsatz hatte sich für Video-Assistent Danny Makkelie schon früh gelohnt.

Gelb für Jamaikas Khadija Shaw: Die Angreiferin ging im Strafraum von Italien per Fallrückzieher zum Ball – und traf ihre Gegenspielerin Sara Gama voll im Gesicht. Den Aufprall ihres Fußes auf ihrer Stirn hat man über den ganzen Platz gehört. Sara Gama blieb nach dem Tritt von Khadija Shaw am Boden liegen und wurde mit schmerzverzerrten Gesicht behandelt – machte aber weiter!

Zum Video:

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